Berliner Behörden gehackt: Rhysida droht mit Auktion von 5,79 TB
Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 21:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach einem schwerwiegenden Einbruch in das Berliner Landesnetz hat die Ransomware-Gruppe Rhysida damit begonnen, den Verkauf von umfangreichen Datenpaketen vorzubereiten.
Die Gruppierung behauptet, insgesamt 5,79 Terabyte an Informationen von Berliner Landesbehörden entwendet zu haben. Da die Stadt die geforderten Lösegeldzahlungen bislang ablehnt, drohen die Akteure nun mit einer öffentlichen Versteigerung des Materials innerhalb von sieben Tagen.
Umfangreiche Exfiltration sensibler Behördendaten
Der Datendiebstahl ereignete sich nach vorliegenden Informationen zwischen dem 7. und 12. August. Nach Angaben der Angreifer umfasst das entwendete Material rund 1,44 Millionen Dateien. Darunter sollen sich hochsensible Informationen befinden, die sowohl die Verwaltung als auch die Bürger der Stadt betreffen. Die Gruppe gibt an, im Besitz von personenbezogenen Daten von 12.076 Personen zu sein.
Die Liste der mutmaßlich gestohlenen Dokumente ist lang: Neben 16.389 E-Mails und 11.963 Telefonnummern seien auch 148 IBANs sowie über 5.000 Personalakten aus der Verwaltung exfiltriert worden. Des Weiteren behauptet die Rhysida-Gruppe, Zugriff auf 46.500 Verträge, 80.000 Datensätze zu Verwaltungsbußgeldern sowie diverse Passwörter erlangt zu haben.
Senat verweigert Lösegeldzahlung trotz Auktionsdrohung
Die Erpresser fordern für die Freigabe der Daten ein Lösegeld in Höhe von 30 Bitcoin. In verschiedenen Berichten wird der Gegenwert dieser Summe unterschiedlich beziffert: Während eine Quelle rund 77.622 US-Dollar als Startgebot für eine Auktion nennt, geben andere Quellen für die Gesamtforderung einen Marktwert von etwa 2 Millionen Euro beziehungsweise 2,3 Millionen US-Dollar an.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner stellte jedoch klar, dass das Land keine Zahlungen an die Hacker leisten werde. Diese Haltung wird auch vom zuständigen Innensenator unterstützt. Trotz des erheblichen Drucks durch die drohende Veröffentlichung der Daten bleibe die Berliner Verwaltung bei ihrer Linie, kriminelle Erpressungsversuche nicht finanziell zu unterstützen.
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Technische Hintergründe und Auswirkungen auf die Landesinfrastruktur
Der Angriff im August hat die städtischen Systeme zeitweise gestört. Den Untersuchungen zufolge gelangten die Angreifer über kompromittierte Konten, Phishing-Methoden sowie die Ausnutzung der sogenannten Zerologon-Schwachstelle in das Landesnetz.
Die Sicherheitsbehörden empfehlen den betroffenen Institutionen und Mitarbeitern dringend die Aktivierung der Multi-Faktor-Authentifizierung sowie das zeitnahe Schließen bekannter Sicherheitslücken durch Software-Updates.
Trotz der Schwere des Vorfalls gibt es in Hinblick auf die bevorstehende Wahl am 20. September Entwarnung. Die Sicherheit der Wahl wurde offiziell bestätigt; nach derzeitigem Kenntnisstand seien keine Wahldaten kompromittiert worden.
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Hintergrund zur Rhysida-Gruppe und aktuelle Lage
Die Rhysida-Ransomware-Gruppe ist seit Juni 2023 aktiv und wird mittlerweile für Angriffe auf rund 280 Opfer weltweit verantwortlich gemacht. Der aktuelle Fall in Berlin markiert eine neue Eskalationsstufe in der Bedrohungslage für deutsche Kommunalverwaltungen.
Obwohl der Erpressungsversuch und der Datendiebstahl bereits Ende August bestätigt wurden, lagen bis zum 29. August noch keine spezifischen Handlungsanweisungen oder detaillierte Anleitungen für die betroffenen Einwohner vor, deren Daten potenziell Teil des Leaks sind. Die Behörden arbeiten weiterhin an der Aufarbeitung des Vorfalls, während die von den Hackern gesetzte Frist für die angedrohte Auktion läuft.
