Berufsbildung, Schwyz

Berufsbildung Schwyz: Case Management für 14- bis 25-Jährige ab sofort

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 03:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Anlaufstelle im Kanton Schwyz koordiniert Hilfen für Jugendliche mit Mehrfachproblemen und sichert so den Berufsabschluss.

Kanton Schwyz startet Case Management zur Verhinderung von Lehrabbrüchen
Ein junger Erwachsener in einem Beratungsgespräch mit einer Fachperson in einer modernen Büroumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Stabilisierung von Ausbildungswegen und die Integration junger Menschen in den Arbeitsmarkt stellen zentrale Aufgaben der regionalen Bildungspolitik dar. Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg beruflicher Grundbildungen ist die frühzeitige Identifikation und Bearbeitung von Schwierigkeiten, die über rein fachliche Defizite hinausgehen.

Im Kanton Schwyz wurde hierfür eine spezifische Struktur geschaffen: Seit dem 17. August 2026 steht das Case Management Berufsbildung (CMBB) als koordinierte Unterstützungsleistung zur Verfügung.

Zielsetzung und Zielgruppe der kantonalen Initiative

Das Angebot des Case Managements richtet sich an eine klar definierte Altersgruppe und geografische Region. Angesprochen sind Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 14 und 25 Jahren, die ihren offiziellen Wohnsitz im Kanton Schwyz haben. Der Fokus liegt dabei auf Personen, deren berufliche Ausbildung aufgrund komplexer Herausforderungen gefährdet ist.

Das zentrale Kriterium für eine Begleitung durch das CMBB ist das Vorliegen einer sogenannten Mehrfachproblematik. Hierunter fallen Situationen, in denen verschiedene belastende Faktoren gleichzeitig auftreten und die erfolgreiche Absolvierung der Lehre oder den Übergang in den Beruf massiv erschweren.

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Durch die Konzentration auf diese spezifische Zielgruppe soll sichergestellt werden, dass Ressourcen dort eingesetzt werden, wo herkömmliche Unterstützungsmassnahmen der Berufsfachschulen oder Lehrbetriebe allein nicht mehr ausreichen.

Struktur und Rahmenbedingungen der Fallbegleitung

Ein wesentliches Merkmal des Programms im Kanton Schwyz ist die Niederschwelligkeit und die organisatorische Gestaltung. Das Case Management ist für die Nutzer sowohl freiwillig als auch kostenlos. Diese Parameter sollen die Hemmschwelle für Jugendliche und deren gesetzliche Vertreter senken, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, bevor eine Krisensituation in einem Abbruch der Ausbildung mündet.

Strukturell setzt das Modell auf das Prinzip einer zentralen Ansprechperson. Diese Koordinatorin oder dieser Koordinator übernimmt die Fallführung und fungiert als Bindeglied zwischen den verschiedenen beteiligten Akteuren. Dazu gehören neben den Jugendlichen selbst auch Lehrbetriebe, Schulen sowie gegebenenfalls weitere soziale oder medizinische Fachstellen.

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Die Aufgabe der Ansprechperson besteht darin, die unterschiedlichen Unterstützungsangebote zu bündeln, Doppelspurigkeiten zu vermeiden und einen individuellen Hilfeplan zu erstellen, der auf die spezifische Problemlage des Jugendlichen zugeschnitten ist.

Strategische Relevanz für die berufliche Integration

Hinter der Einführung des Case Managements steht das übergeordnete Ziel, Lehrabbrüche effektiv zu verhindern. Ein vorzeitiger Ausstieg aus der Berufsbildung hat oft weitreichende Folgen – sowohl für die persönliche Erwerbsbiografie der Betroffenen als auch für die wirtschaftliche Stabilität der Region. Abbrüche führen häufig zu längeren Suchphasen, erhöhtem Beratungsbedarf und potenziell zu einer dauerhaften Instabilität auf dem Arbeitsmarkt.

Durch die koordinierte Begleitung sollen die Jugendlichen befähigt werden, ihre Ausbildung trotz multipler Problemlagen fortzusetzen und erfolgreich abzuschliessen. Damit dient das CMBB nicht nur der individuellen Förderung der Lernenden, sondern fungiert auch als Instrument zur Fachkräftesicherung.

Die Begleitung stellt sicher, dass Krisenphasen innerhalb der Ausbildung professionell moderiert werden, was letztlich die Effizienz des dualen Bildungssystems im Kanton Schwyz stärken soll.

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