Betrug, Gefälschte

Betrug mit KI: Gefälschte Behörden-Anrufe täuschen Millionen

23.06.2026 - 13:42:39 | boerse-global.de

Kriminelle zielen gezielt auf Sozialhilfe- und Krankenversicherungsempfänger ab. Die Schäden durch diese Maschen steigen rasant.

US-Behörden warnen vor neuer Welle von Identitätsbetrug
Betrug - A shadowy figure typing on a laptop, with blurred financial documents and a Social Security card in the foreground. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die US-Behörden schlagen Alarm: Eine neue Welle von Identitätsbetrug zielt gezielt auf Sozialhilfe- und Krankenversicherungsempfänger ab. Die Täter nutzen eine perfide Mischung aus digitalen Tricks und klassischer Briefpost.

Social Security und Medicare im Visier

Die Staatsanwaltschaft von Middlesex County in New Jersey warnte am Dienstag vor einer Zunahme von Betrugsfällen im Zusammenhang mit der Social Security Administration (SSA). Die Kriminellen kontaktieren ihre Opfer per SMS, E-Mail oder Telefon und geben vor, notwendige Aktualisierungen für staatliche Leistungen vorzunehmen. Die Nachrichten enthalten Links zu gefälschten Webseiten, die darauf ausgelegt sind, Sozialversicherungsnummern, Bankdaten und Zugangsdaten zu stehlen.

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Besonders perfide: Die Betrüger verfügen häufig bereits über persönliche Informationen wie Geburtsdaten, um ihre Glaubwürdigkeit zu erhöhen. Die SSA selbst warnte am Montag vor betrügerischen Drohungen mit Leistungssperren. Die Behörde stellte klar: „Die Regierung droht nicht mit der sofortigen Aussetzung von Leistungen und verlangt auch keine Zahlungen über mobile Apps, Kryptowährungen, Überweisungen oder Geschenkkarten."

Gefälschte Medicare-Karten im Umlauf

In Alabama schlugen die Behörden am Montag einen speziellen Briefkasten-Betrugsalarm. Nach einem Datenleck erhalten rund 1,3 Millionen berechtigte Bürger neue Medicare-Karten. Die Betrüger nutzen diese Verunsicherung schamlos aus: Sie verschicken gefälschte Plastikkarten mit der Aufforderung zur „Aktivierung".

Die staatliche Seniorenbehörde stellt klar: Echte Medicare-Karten bestehen aus Papier, sind kostenlos und erfordern keinen Aktivierungsprozess.

Explodierende Schäden: Milliardenverluste durch Betrug

Die Zahlen sind alarmierend. Laut der US-Handelsbehörde FTC stiegen die Fälle von staatlichen Betrugsmaschen im Jahr 2025 um 40 Prozent. Die Gesamtschäden belaufen sich auf umgerechnet rund 3,2 Milliarden Euro. Allein für 2025 verzeichnete die FTC über 375.000 Beschwerden mit bestätigten Verlusten von etwa 840 Millionen Euro.

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Besonders hart trifft es ältere Menschen. Daten des FBI zeigen, dass US-Bürger ab 60 Jahren im Jahr 2024 fast 4,6 Milliarden Euro durch Internetbetrug verloren. Branchenanalysten beziffern die Gesamtverluste der Amerikaner durch Betrug im Jahr 2024 auf rund 11,5 Milliarden Euro.

Regionale Erfolge gegen die Betrugswelle

Trotz der düsteren Gesamtbilanz gibt es Lichtblicke. In Santa Clara County im Silicon Valley konnte ein spezialisiertes Ermittlerteam im Jahr 2025 rund 62 Millionen Euro für Betrugsopfer sichern oder zurückholen. Allerdings wurden 65 Prozent der 4.226 gemeldeten Fälle von finanzieller Ausbeutung im vergangenen Jahr auch tatsächlich bestätigt.

Künstliche Intelligenz als neue Waffe der Betrüger

Die Methoden werden immer raffinierter. In mehreren Bundesstaaten, darunter Louisiana und North Carolina, beobachten die Ermittler eine zunehmende Diversifizierung der Taktiken. So nutzen Betrüger „Call-Forwarding"-Tricks, um Banksicherheitscodes zu umgehen, oder verschicken gefälschte Schecks an besonders verletzliche Personen.

In Horry County und St. Charles Parish berichten die Behörden vom Einsatz künstlicher Intelligenz, um täuschend echte Telefonanrufe zu generieren. Die Masche ist immer ähnlich:

  • Gefälschte Anruferkennung: Die Täter manipulieren die Telefonnummern, sodass offizielle Polizei- oder Bundesbehörden im Display erscheinen.
  • Dringlichkeit und Druck: Den Opfern wird mit Verhaftung oder rechtlichen Schritten gedroht, falls sie nicht sofort Geld auf „Schutzkonten" überweisen.
  • Irreversible Zahlungsmethoden: Bitcoin-Automaten, Apple Pay oder Geschenkkarten werden bevorzugt, da die Zahlungen nicht rückverfolgt oder rückgängig gemacht werden können.

Die US-Behörden raten der Bevölkerung dringend, bei unaufgeforderten Kontaktaufnahmen skeptisch zu sein. Staatliche Stellen fordern niemals sofortige Zahlungen am Telefon. Wer unsicher ist, sollte die offizielle Nummer der Behörde direkt anrufen – nicht die Nummer, die der Anrufer angibt.

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