Betrugs-Welle: BaFin warnt vor Operation Hope AI und Vexorylax
Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 13:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsbehörden melden eine neue Welle betrügerischer Glücksspiel-Apps und Phishing-Kampagnen. Die Angriffe zielen auf persönliche Daten und Geld von Verbrauchern ab.
Zweifelhafte Casinos im Visier von Sicherheitsexperten
Ein aktuelles Beispiel: Die Plattform 777sh.com.ph wurde vom IT-Sicherheitsdienstleister Gridinsoft als „Low-Trust-Casino“ eingestuft. Die Vertrauensbewertung liegt bei mageren 45 von 100 Punkten.
Die Lizenzierung des Anbieters bleibt unklar. Besonders heikel: Bei Krypto-Transaktionen gibt es kaum Möglichkeiten, Gelder zurückzuholen. Das SSL-Zertifikat der Seite gilt nur drei Monate – ungewöhnlich kurz für einen seriösen Finanzdienstleister. Der Standort wird in Singapur verortet.
BaFin warnt vor „Operation Hope AI“ und Vexorylax
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat offiziell vor der „Operation Hope AI“ und der Krypto-Plattform Vexorylax gewarnt. Anleger werden gezielt über WhatsApp-Gruppen angesprochen.
Der beworbene Token „OHAI“ ist reine Fiktion. Zudem missbrauchen die Betreiber die Identität einer US-amerikanischen NGO. Eine Erlaubnis der BaFin liegt nicht vor.
Phishing-Welle: Hermes und WhatsApp als Köder
Aktuell kursieren gefälschte Nachrichten im Namen von Hermes. Die Masche: Eine angebliche Zollgebühr von 1,99 Euro für ein blockiertes Paket soll bezahlt werden. Die Links führen auf manipulierte Webseiten.
Ähnlich dreist: E-Mails im Namen von WhatsApp drohen mit Kontolöschung innerhalb von 24 Stunden. Die Verbraucherzentrale rät, solche Nachrichten zu ignorieren und offizielle Apps zur Statusprüfung zu nutzen.
Da Kriminelle immer häufiger versuchen, persönliche Daten über manipulierte Nachrichten und Webseiten abzugreifen, ist ein grundlegender Schutz für das eigene Mobilgerät unverzichtbar. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber zeigt Ihnen in fünf einfachen Schritten, wie Sie Ihr Android-Smartphone wirksam gegen Hacker und Datenmissbrauch absichern. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken
CryptoRom: Dating-Apps als Einfallstor
Das Sicherheitsunternehmen Sophos warnt vor der „CryptoRom“-Masche. Kriminelle nutzen Tinder und Bumble, um Opfer zur Installation gefälschter Krypto-Apps zu bewegen.
Die Folgen sind gravierend: Betroffene verlieren nicht nur Geld, sondern teils die Kontrolle über ihre Geräte. Ermittler entdeckten eine Bitcoin-Wallet mit 1,4 Mio. USD Guthaben. Die Masche breitet sich nun auch in Europa aus.
Internationale Gegenwehr wächst
Brasilien plant ein komplettes Verbot von Online-Wetten. Der Gesetzentwurf 5.153/2026 sieht vor, bestehende Lizenzen binnen 180 Tagen aufzuheben. Hintergrund: besorgniserregende Haushaltsverschuldung und ein Kapitalabfluss von 10,9 Mrd. Euro.
In Montenegro liegen Strafanzeigen gegen die Plattform „DistributeX“ vor. Über 3.000 Bürger sollen geschädigt worden sein – Verluste in Millionenhöhe. Bereits im Juli hatte die maltesische Finanzaufsicht MFSA gewarnt.
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EU-App mit Sicherheitslücken
Sogar offizielle Anwendungen bergen Risiken: Eine geplante EU-App zur Altersprüfung weist Sicherheitslücken auf. Sensible Daten werden lokal ungeschützt gespeichert, biometrische Schutzmechanismen könnten umgangen werden. Kritiker fordern einen Stopp – die EU-Kommission hält die App trotzdem für einsatzbereit. Ob sich das Blatt noch wendet, bleibt abzuwarten.
