Betrugsbande zockt deutsche Konten ab: 30 Millionen Euro in vier Tagen
Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 21:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main haben eine international agierende Betrügerbande identifiziert, die eine Sicherheitslücke bei einem Zahlungsdienstleister für großangelegte Abbuchungen von deutschen Online-Banking-Konten missbraucht hat. Wie die Ermittlungsbehörden mitteilten, nutzten die Täter eine Schwachstelle aus, die durch ein fehlerhaftes Softwareupdate bei dem Dienstleister entstanden war.
Im November 2023 gelang es der Gruppierung demnach, innerhalb von nur vier Tagen Geldbeträge von Millionen deutscher Konten abzubuchen. Der entstandene Gesamtschaden beläuft sich nach Angaben der Ermittler auf rund 30 Mio. Euro, was etwa 34,6 Mio. US-Dollar entspricht.
Eine andere Schätzung beziffert den Schaden für das betroffene deutsche Institut auf 180 Mio. brasilianische Real. Von den Angriffen waren insbesondere Kunden der Commerzbank betroffen. Das Geldhaus bestätigte in diesem Zusammenhang jedoch, dass den betroffenen Kunden keine finanziellen Verluste entstanden seien.
Internationale Zusammenarbeit bei Operation Klonen
Die Ermittlungen, die unter dem Namen „Operation Klonen“ geführt wurden, mündeten in einer koordinierten Aktion mit der brasilianischen Bundespolizei. Dabei wurden insgesamt 21 Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschlüsse vollstreckt.
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Die Schwerpunkte der Maßnahmen in Brasilien lagen in den Regionen Goiás, São Paulo und Rio de Janeiro. Im Zuge der Operation wurden dort vier Verdächtige verhaftet. Zudem konnten in Europa drei weitere mutmaßliche Beteiligte in Spanien und Bulgarien identifiziert und angeklagt werden.
Die kriminelle Vereinigung soll die erbeuteten Gelder über Brasilien sowie vier europäische Länder gewaschen haben. Den Beschuldigten werden unter anderem schwerer Diebstahl, die Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie Geldwäsche zur Last gelegt. Ein besonderes Detail der Ermittlungen betrifft die Verwendung der Beute: Einer der Verdächtigen soll einen Teil der gestohlenen Mittel zur Finanzierung eines Wahlkampfs im Jahr 2024 verwendet haben.
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Sicherstellung umfangreicher Vermögenswerte
Im Rahmen der polizeilichen Maßnahmen konnten bereits erhebliche Vermögenswerte gesichert werden. Ein Gericht ordnete die Beschlagnahmung von 106 Mio. brasilianischen Real an, was umgerechnet etwa 22,4 Mio. US-Dollar entspricht. Insgesamt beläuft sich der Wert der bisher beschlagnahmten Vermögensgegenstände laut BKA auf etwa 20 Mio. US-Dollar.
Der Fall unterstreicht die Risiken durch fehlerhafte IT-Infrastrukturen bei Finanzdienstleistern. Die Ermittler betonten, dass die Schwachstelle im System des namentlich nicht genannten Zahlungsdienstleisters den Tätern ein Zeitfenster bot, das für die massenhaften illegalen Transaktionen hocheffizient genutzt wurde. Durch die enge internationale Kooperation konnten die Strukturen der Bande nun weitgehend zerschlagen werden.
