Betrugswarnung aus der Steiermark: Polizei fordert niemals Geld am Telefon
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 21:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Landeskriminalamt Steiermark warnt vor einer Zunahme organisierter Betrugsversuche ĂŒber das Telefonnetz. Kriminelle nutzen dabei gezielt verschiedene psychologische Druckmittel, um an Ersparnisse und WertgegenstĂ€nde von Privatpersonen zu gelangen.
Wie die Behörde mitteilt, treten derzeit vor allem drei Vorgehensweisen gehĂ€uft auf: das Auftreten als falsche Polizeibeamte, Schockanrufe mit Kautionsforderungen sowie sogenannte Medizintricks mit falschen Ărzten. In allen diesen FĂ€llen setzen die TĂ€ter darauf, die erbeuteten Werte zeitnah persönlich durch Abholer direkt an den Wohnadressen der Opfer in Empfang zu nehmen.
Manipulative Vorgehensweisen und persönliche Abholung
Bei der Masche der falschen AmtstrĂ€ger spiegeln die Anrufer ihren Opfern vor, dass EinbrĂŒche oder RaubĂŒberfĂ€lle in der unmittelbaren Nachbarschaft stattgefunden hĂ€tten und akute Gefahr fĂŒr das eigene Hab und Gut bestehe. Unter dem Vorwand, WertgegenstĂ€nde in amtliche Verwahrung zu nehmen, fordern sie die Betroffenen auf, Bargeld und Schmuck bereitzustellen.
Beim Kautionstrick wird Betroffenen hingegen telefonisch mitgeteilt, ein naher Angehöriger habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht und könne nur durch die sofortige Zahlung einer hohen Kautionssumme vor einer Inhaftierung bewahrt werden. Eine weitere Variante stellt der Medizintrick dar, bei dem sich BetrĂŒger als Mediziner ausgeben und fĂŒr eine angeblich lebensrettende Behandlung eines Verwandten umgehend finanzielle Mittel verlangen.
Das Landeskriminalamt Steiermark betont, dass die echte Exekutive solche Szenarien niemals am Telefon vortrÀgt. Echte Beamte erkundigen sich telefonisch weder nach dem privaten Vermögen noch fordern sie GeldbetrÀge oder holen Sachwerte an Wohnungen ab.
Die Ermittler raten, am Telefon keinerlei AuskĂŒnfte ĂŒber KontostĂ€nde oder WertgegenstĂ€nde zu erteilen. Bei Schockanrufen solle das GesprĂ€ch unverzĂŒglich beendet werden. Zudem dĂŒrften weder Bargeld noch Schmuck an Unbekannte ausgehĂ€ndigt werden. Im Zweifel sei direkt die Notrufnummer 133 zu wĂ€hlen.
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Internationale Verbreitung und Rufnummernmanipulation
Betrugsserien mit falschen AmtstrÀgern beschÀftigen derzeit Ermittlungsbehörden im gesamten deutschsprachigen Raum. Die Kantonspolizei Jura in der Schweiz registrierte seit Jahresbeginn mehr als 50 bestÀtigte FÀlle durch falsche Polizisten, die sich vor allem gegen Àltere Personen richten. Dabei bedienen sich die TÀter auch technischer Mittel wie dem Caller-ID-Spoofing, bei dem auf dem Telefondisplay der Opfer offizielle Behördennummern wie die 117 oder lokale Amtsanschriften fingiert werden.
Auch in Deutschland verzeichnen Ermittler erhebliche SchĂ€den durch Ă€hnliche Maschen. So meldete die Landespolizeidirektion Saarland, dass Kriminelle am 1. Oktober 2026 bei Schockanrufen in den Landkreisen Saarlouis und St. Wendel in drei FĂ€llen mehr als 80.000 Euro von MĂ€nnern im Alter zwischen 73 und 87 Jahren erbeutet haben. Seit dem 30. September 2026 zĂ€hlte die Behörde dort ĂŒber 20 gleichgelagerte Versuche.
In Wien nahmen Beamte des Stadtpoliceikommandos FĂŒnfhaus kĂŒrzlich im Bereich des Europaplatzes einen 33-jĂ€hrigen VerdĂ€chtigen fest, bei dem SchmuckstĂŒcke, GoldmĂŒnzen und Goldbarren einer 80-jĂ€hrigen Frau sowie ein gefĂ€lschter Dienstausweis sichergestellt wurden.
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Die Behörden raten Betroffenen grenzĂŒbergreifend dazu, bei unangekĂŒndigten behördlichen oder finanziellen Forderungen stets die offiziellen Leitstellen ĂŒber die regulĂ€ren Notrufnummern zu kontaktieren.
Mehr zum Thema bei WELT: âWelle von «Schockanrufen» - BetrĂŒger erbeuten 80.000 Euroâ
