Betrugswelle 2026: 13.000 gefälschte WM-Domains locken Fans
09.06.2026 - 18:27:53 | boerse-global.de
Das Opfer hob 200 Euro ab und bekam einen gefälschten Überweisungsnachweis.
Am Sonntag, dem 7. Juni, sprach ein Mann einen 21-Jährigen am Mannheimer Hauptbahnhof an. Er gab vor, dringend Bargeld zu benötigen. Als Gegenleistung versprach er 300 Euro – und zeigte einen digitalen Überweisungsbeleg auf dem Smartphone.
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Doch die Überweisung kam nie an. Misstrauisch wurde das Opfer erst, als der Täter weiteres Geld forderte. Daraufhin schaltete der 21-Jährige die Polizei ein.
So sah der Gesuchte aus
Der Täter ist etwa 25 Jahre alt und zwischen 1,75 und 1,80 Meter groß. Zur Tat trug er ein schwarzes Kurzarmhemd, eine weiße Hose und weiße Schuhe. Auffällig: eine schwarze Notebook-Tasche. Er gab sich als kroatischer Staatsbürger aus.
Die Polizei Mannheim-Oststadt sucht nach dem Mann. Zeugen sollen sich melden.
Falsche Jobangebote und betrügerische Anrufe
Doch nicht nur auf Bahnhöfen lauern Betrüger. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt vor einer neuen Masche: Im Namen der Intervisa Unternehmensberatung Verwaltungs GmbH kursieren gefälschte Jobangebote. Angeblich werden Stellen im Prozesscontrolling besetzt. In Wahrheit wollen die Täter Konten für illegale Zahlungsströme eröffnen.
Die BaFin stellt klar: Sie versendet keine Löschbestätigungen für Konten. Opfer sollen Anzeige erstatten.
Auch die Aktion Mensch schlägt Alarm. Ein Anbieter namens Notfall-Card gibt sich als Kooperationspartner aus. In Werbeanrufen versuchen die Betrüger, IBAN-Daten zu ergattern – für unberechtigte Abbuchungen. Die Organisation hat bereits juristische Schritte eingeleitet. Ihr Rat: Niemals sensible Bankdaten am Telefon preisgeben.
WM 2026: Kriminelle nutzen die Begeisterung
Die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko lockt nicht nur Fans an. IT-Sicherheitsunternehmen wie Fortinet beobachten eine Welle betrügerischer Webseiten. Zwischen Januar und Mai 2026 wurden über 13.000 WM-bezogene Domains registriert. Rund acht Prozent davon sind schädlich.
Die Masche: gefälschte Ticketbörsen, Fan-Shops und Streaming-Links. Wer dort seine Kreditkartendaten eingibt, ist sie los. Die Täter kassieren – die Fans bleiben ohne Tickets.
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QR-Code-Betrug an Parkscheinautomaten
In Stuttgart haben Betrüger eine neue Methode entwickelt. Sie kleben gefälschte QR-Code-Aufkleber auf Parkscheinautomaten. Der Hinweis: „Direktzahlung möglich“. Wer den Code scannt, landet auf einer manipulierten Webseite. Dort werden Bankdaten abgefragt.
Die Stadtverwaltung stellt klar: Offizielle Zahlungen laufen ausschließlich über zugelassene Park-Apps. Finger weg von unbekannten QR-Codes!
Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen explodiert
Die DAK-Gesundheit legt alarmierende Zahlen vor: Im Zeitraum 2022/2023 stiegen die Schäden durch Abrechnungsbetrug um 40 Prozent auf 17,6 Millionen Euro. Der Schwerpunkt liegt mit 45 Prozent der Fälle im Pflegebereich.
Besonders perfide: Die Täter rechnen Leistungen ab, die nie erbracht wurden. Oder sie stellen Rechnungen für nicht existierende Patienten.
Sozialleistungsbetrug: 800 Anzeigen in Niederösterreich
Auch bei Sozialleistungen schlagen Betrüger zu. In Niederösterreich wurden 2025 über 800 Anzeigen wegen Sozialleistungsbetrugs registriert. Ein Großteil der Schäden entsteht durch falsche Angaben beim Pflegegeld.
Seit 2018 gibt es eine spezielle Taskforce. Sie hat bereits Forderungen in Millionenhöhe aufgedeckt. Doch die Dunkelziffer dürfte hoch sein.
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