Betrugswelle, FBI

Betrugswelle: FBI warnt vor Kurier-Masche an der Haustür

Veröffentlicht: 04.07.2026 um 13:58 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Kriminelle erbeuten mit falschen Kuriere an Haustüren Millionen von Senioren. Behörden schlagen Alarm.

FBI und Polizei warnen vor neuer Kurier-Betrugsmasche an Haustüren
Eine ältere Frau am Telefon, die besorgt und verwirrt aussieht, mit der schemenhaften Gestalt eines Kuriers an der Tür. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das FBI und deutsche Polizeibehörden schlagen Alarm.

Falsche Kuriere kassieren ab

Im Zentrum der aktuellen Warnung des Internet Crime Complaint Center (IC3) steht eine Betrugsmasche, bei der Täter Senioren am Telefon manipulieren. Die Opfer werden dazu gebracht, Bargeld, Gold oder andere Wertsachen an unbekannte Kuriere zu übergeben – direkt an der eigenen Haustür.

Erst am 30. Juni kam es in Omaha zu Festnahmen. Kerwin und Shanna Kerr sollen unter Verwendung eines Codeworts rund 473.000 US-Dollar erbeutet haben. Ein weiterer Fall aus Virginia: Am 1. Juli wurde unter anderem Aiyaz Pirani festgenommen. Der Schaden liegt hier bei über einer Million Euro an Gold und Schmuck.

Senioren verlieren Milliarden

Die Vorfälle sind kein Einzelfall. Für das Jahr 2025 beziffern US-Behörden die Verluste durch Internetkriminalität auf 20,877 Milliarden US-Dollar. Allein Senioren über 60 Jahre büßten dabei rund 7,75 Milliarden US-Dollar ein.

Das FBI registrierte in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 zudem einen Anstieg sogenannter „Wrench-Attacks“ um 41 Prozent – der Schaden liegt bei über 100 Millionen US-Dollar.

Krypto-Automaten im Visier der Betrüger

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Digitale Währungen spielen eine Schlüsselrolle im Betrugsökosystem. In San Antonio brachten die Behörden seit Anfang Juli Warnhinweise an 193 Bitcoin-Automaten an. Grund: Zwischen Anfang 2024 und Frühjahr 2026 wurden über diese Geräte Verluste von 39 Millionen US-Dollar gemeldet.

Auf gesetzlicher Ebene gibt es ebenfalls Bewegung. In North Carolina trat der „Virtual Currency Kiosk Protection Act“ in Kraft. Das Gesetz sieht ein tägliches Transaktionslimit von 2.000 US-Dollar sowie eine 30-tägige Rückerstattungsfrist vor. Parallel dazu führen Behörden in Missouri eine Zivilklage gegen die GPD Holdings, die unter dem Namen CoinFlip operiert. US-Behörden gelang es zudem, Tether-Bestände im Wert von 61 Millionen US-Dollar sicherzustellen – sie stammten aus einer Romance-Scam-Bande.

Berlin: Falsche Pflegekräfte treiben ihr Unwesen

Auch in Deutschland häufen sich die Fälle. Die Polizei Berlin warnte am 3. Juli vor einer Serie von Trickdiebstählen. Meist geben sich zwei Frauen als Mitarbeiterinnen eines Pflegedienstes aus. Unter Vorwänden wie der Prüfung des Pflegegrades oder des Blutdrucks verschaffen sie sich Zutritt. Während eine Täterin das Opfer ablenkt, durchsucht die zweite die Wohnung nach Bargeld und Wertsachen.

Weitere Fälle aus dem ganzen Land:

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  • Wülfrath: Ein 82-Jähriger wurde am 1. Juli von einer vermeintlichen Bankmitarbeiterin um einen mittleren fünfstelligen Betrag betrogen. Er hatte ihr Zugriff auf seinen Computer gewährt.
  • Duisburg: Eine 88-Jährige wurde am 2. Juli Opfer eines Schockanrufs. Eine angebliche Tochter täuschte eine dringende Operation vor. Ein Abholer, der sich als Krankenhausfahrer ausgab, nahm Schmuck und Bargeld entgegen.
  • Dießen: In der Nacht zum 3. Juli stahlen falsche Polizisten Geld sowie Gold- und Silbermünzen von einer 74-Jährigen. Sie gaben vor, Ermittlungen nach einer Festnahme durchzuführen.
  • Cottbus: Am 2. Juli drangen Täter unter dem Vorwand des Fensterputzens oder der Toilettenbenutzung in Wohnungen ein.

Die Behörden raten: Lassen Sie keine fremden Personen in die Wohnung. Bei unangekündigten Besuchen oder verdächtigen Anrufen gilt: sofort die Polizei verständigen oder Rücksprache mit Angehörigen halten.

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