Beweglichkeit: 70 Prozent der Deutschen durch Schmerzen eingeschrÀnkt
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 19:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine im FrĂŒhjahr 2026 durchgefĂŒhrte Untersuchung zeichnet ein deutliches Bild der körperlichen InaktivitĂ€t in der Bundesrepublik. Laut einer reprĂ€sentativen Verbraucherumfrage des Unternehmens Haleon in Zusammenarbeit mit dem Wort & Bild Verlag, die im Mai 2026 vom Marktforschungsinstitut Appinio unter 992 Teilnehmenden erhoben wurde, treiben 58,9 Prozent der Erwachsenen in Deutschland nicht regelmĂ€Ăig Sport. Die Analyse verdeutlicht zudem erhebliche WissenslĂŒcken in Bezug auf internationale Gesundheitsempfehlungen.
Defizite bei Bewegung und Wissen ĂŒber Gesundheitsempfehlungen
Die Ergebnisse der Erhebung aus dem Mai 2026 zeigen, dass ein GroĂteil der Bevölkerung die gĂ€ngigen Richtlinien fĂŒr körperliche AktivitĂ€t nicht kennt. Lediglich 35,7 Prozent der befragten Erwachsenen gaben an, die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu kennen, die mindestens 150 Minuten moderater AktivitĂ€t pro Woche vorsieht.
Besonders deutlich wird die InaktivitÀt beim Blick auf die Nutzung des Fahrrads als Fortbewegungs- oder Sportmittel. Hier zeigen sich geschlechtsspezifische Unterschiede: WÀhrend 34,0 Prozent der MÀnner angaben, nie Fahrrad zu fahren, liegt dieser Anteil bei den Frauen mit 45,2 Prozent signifikant höher.
Barrieren im Alltag und körperliche EinschrÀnkungen
Die Analyse identifizierte verschiedene Faktoren, die eine regelmĂ€Ăige sportliche BetĂ€tigung verhindern. Dabei werden geschlechtsspezifische Nuancen bei den HĂŒrden sichtbar. Bei den Frauen nannten 34,7 Prozent eine fehlende Motivation als Hindernis, wĂ€hrend 30,5 Prozent familiĂ€re Verpflichtungen anfĂŒhrten. Bei den MĂ€nnern gaben 30,8 Prozent die Familie als Grund fĂŒr mangelnde Bewegung an, gefolgt von fehlender Motivation mit 28,6 Prozent.
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Ein wesentlicher Aspekt der körperlichen Verfassung betrifft die EinschrÀnkung der Beweglichkeit durch Schmerzen. In der eigenen Erhebung von Haleon und dem Wort & Bild Verlag gaben 70,1 Prozent der Befragten an, im Monat vor der Befragung durch Schmerzen in ihrer Beweglichkeit eingeschrÀnkt gewesen zu sein.
Eine detaillierte AufschlĂŒsselung zeigt, dass 48,9 Prozent unter leichten und 17,1 Prozent unter deutlichen EinschrĂ€nkungen litten. 4,1 Prozent der Teilnehmenden bezeichneten ihre EinschrĂ€nkungen sogar als stark.
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Kritik am Gesundheitssystem und Perspektiven fĂŒr Apotheken
Ăber die individuellen Barrieren hinaus formulierten die Befragten deutliche Kritik an den strukturellen Rahmenbedingungen. So bemĂ€ngelten 57,5 Prozent eine falsche Priorisierung innerhalb des deutschen Gesundheitssystems.
Ein wesentlicher Kritikpunkt ist dabei die Finanzierung der Vorsorge. Dass die gesetzlichen Krankenkassen im Durchschnitt weniger als 1 Euro pro Versichertem und Monat in die PrimÀrprÀvention investieren, schÀtzten lediglich 11,2 Prozent der Befragten korrekt ein.
In diesem Kontext rĂŒcken Apotheken als potenzielle Akteure der Gesundheitsvorsorge in den Fokus. Drei Viertel der Befragten (75 Prozent) bewerteten die Apotheke als eine leicht erreichbare Institution.
Eine deutliche Mehrheit von 76 Prozent sprach sich dafĂŒr aus, die Rolle der Apotheken im Bereich der PrĂ€vention auszuweiten. Zudem signalisierten 73 Prozent der Teilnehmenden die Bereitschaft, entsprechende Angebote in Apotheken tatsĂ€chlich in Anspruch zu nehmen.
