Bewegungsmangel, Sportverein

Bewegungsmangel bei Kindern: Rund 80 Prozent bewegen sich zu wenig

Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 15:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Stadt, Sportverein und Wohnungswirtschaft schaffen wohnortnahe Bewegungsangebote; rund 80 Prozent der Kinder bewegen sich zu wenig.

Spremberg startet „Sport vernetzt“ für mehr Bewegung bei Kindern
Ein leerer Sportplatz einer Grundschule in einem Wohngebiet mit einem Basketballkorb an einem bewölkten Tag. Illustration mit AI erstellt.

Die gezielte Förderung von körperlicher Aktivität bei Kindern gewinnt in kommunalen Konzepten zunehmend an Bedeutung. Am 1. Oktober 2026 startete im Ortsteil Schwarze Pumpe der Stadt Spremberg das Projekt „Sport vernetzt“.

Die Initiative bündelt die Kräfte verschiedener lokaler und überregionaler Akteure, um Kindern den Zugang zu Sport und Spiel direkt in ihrem alltäglichen Umfeld zu erleichtern. Neben der Stadt Spremberg und dem Basketballverein ALBA Berlin wirken die Lausitzer BeWoGe, der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen sowie eine örtliche Grundschule und ein Kitazentrum an der Umsetzung mit.

Kooperation zwischen Kommune, Sport und Wohnungswirtschaft

Das Vorhaben zeichnet sich durch eine enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Sektoren aus. Ein zentraler Baustein der Kooperation betrifft die personelle Unterstützung: Mitarbeiter der Lausitzer BeWoGe werden zu Übungsleitern ausgebildet und für die Betreuung der sportlichen Einheiten von ihren regulären Aufgaben freigestellt. Auf diese Weise werden vertraute Gesichter aus dem Quartier direkt in die praktische Bewegungsarbeit eingebunden.

Die Stadt Spremberg steuert die erforderliche Infrastruktur bei. Für die Umsetzung des Projekts stellt die Kommune den Sportplatz an der Grundschule sowie eine Turnhalle zur Verfügung.

Unmittelbar nach dem offiziellen Auftakt am 1. Oktober 2026 fand bereits die erste praktische Übungsstunde statt. Frank Kulik, 1. stellvertretender Bürgermeister der Stadt Spremberg, bezeichnete diesen integrierten Ansatz als einen möglichen Schlüssel für einen nachhaltigen Erfolg bei der kommunalen Bewegungsförderung.

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Niedrigschwellige Angebote gegen das Bewegungsdefizit

Das primäre Ziel von „Sport vernetzt“ besteht darin, dauerhafte und zugleich niedrigschwellige Sportangebote unmittelbar im Lebensumfeld der Kinder zu verankern. Damit soll Hürden begegnet werden, die Heranwachsende oft von regelmäßiger körperlicher Betätigung abhalten – etwa fehlende Wegeverbindungen oder starre Vereinsstrukturen.

Wie dringlich koordinierte Initiativen auf lokaler Ebene sind, unterstreichen aktuelle sportwissenschaftliche Erhebungen. Nach Angaben von Dr. Anne Huber vom Institut für Sportwissenschaften der Universität Mainz bewegen sich rund 80 Prozent der Kinder zu wenig. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Heranwachsenden mindestens eine Stunde Bewegungszeit pro Tag sowie drei kraft- und ausdauerorientierte Einheiten in der Woche.

Nachhaltigkeit durch lokale Einbindung

Das Modell im Spremberger Ortsteil Schwarze Pumpe setzt darauf, Sport nicht als isoliertes Freizeitprogramm zu organisieren, sondern als festen Bestandteil des Alltags in Kitas, Schulen und der Nachbarschaft zu verankern.

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Durch die Einbindung der lokalen Wohnungswirtschaft und des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen wird das direkte Wohnumfeld zum Ausgangspunkt für gesundheitsfördernde Maßnahmen. Projektbeteiligte sehen in solchen vernetzten Kooperationen eine wirksame Methode, um Kindern auch außerhalb klassischer Vereinsstrukturen langfristig Freude an der Bewegung zu vermitteln.

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