BGH-Urteil, PayPal-Gebühren

BGH-Urteil: PayPal-Gebühren jetzt erlaubt – klassische Überweisungen bleiben kostenfrei

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 23:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Internationale Behörden verschärfen Regeln für digitale Zahlungen. Wise erhält keine Banklizenz, BGH erlaubt PayPal-Gebühren.

Globale Regulierungswelle: Neue Vorschriften für Zahlungsdienste
Smartphone mit Zahlungs-App auf Konferenztisch neben Rechtsdokumenten, symbolisiert Finanz-Compliance. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Internationale Aufsichtsbehörden verschärfen die Regulierung digitaler Zahlungsdienste massiv. Von neuen Anti-Geldwäsche-Vorgaben bis zu verpflichtenden Identitätsnachweisen – die Branche muss sich auf tiefgreifende Veränderungen einstellen.

Neue Risikostandards für Zahlungsdienstleister

Die Wolfsberg-Gruppe, ein Zusammenschluss führender internationaler Banken, veröffentlichte am 24. Juli 2024 einen neuen Leitfaden für die Zusammenarbeit mit nicht-banklichen Zahlungsdienstleistern (PSPs). Das risikobasierte Rahmenwerk soll Finanzinstituten helfen, Sorgfaltspflichten und Zahlungstransparenz zu verbessern. Im Kern geht es um ein besseres Verständnis der unterschiedlichen Geschäftsmodelle von PSPs – eine Reaktion auf die zunehmende Vermischung von klassischem Banking und Fintech-Welt.

Die verschärfte Compliance zeigt bereits konkrete Wirkung. Das US-Währungsamt (OCC) lehnte einen Antrag des Überweisungsdienstes Wise auf eine nationale Treuhandbanklizenz ab. Grund: Mängel in den Programmen zur Geldwäschebekämpfung und Terrorismusfinanzierung. Hinzu kommt eine Verfügung aus dem Juli 2025. Die Nachricht ließ die Wise-Aktie um über fünf Prozent einbrechen.

Doch der Fintech-Konzern gibt nicht auf. Wise kündigte an, einen neuen Antrag im Rahmen des GENIUS Act stellen zu wollen. Der American Fintech Council begrüßte diesen Schritt und sprach sich für technologie-neutrale Aufsicht aus.

Pflicht zur Identifikation: Nepal macht den Anfang

Noch einen Schritt weiter geht die Nepal Rastra Bank (NRB). Seit dem 25. Juli 2024 müssen Nutzer digitaler Geldbörsen zwingend ihre nationale ID hinterlegen. Bestandskunden haben bis zum 17. Oktober Zeit, ihre Profile zu aktualisieren. Ausnahmen gibt es nur für Menschen mit Behinderungen und im Ausland lebende Nepalesen.

Die Reaktion der Fintech-Branche fällt verhalten aus. „Das bremst die Kundenakquise und treibt die Compliance-Kosten", heißt es aus dem Umfeld betroffener Unternehmen. Ein Dilemma: Mehr Sicherheit gegen weniger Wachstum.

Deutschland: BGH erlaubt Zusatzgebühren für PayPal

In Europa sorgt der Bundesgerichtshof (BGH) für Klarheit. Seit dem 25. Juli 2024 dürfen Unternehmen für Online-Zahlungen via PayPal oder Sofortüberweisung zusätzliche Gebühren verlangen. Anders sieht es bei klassischen Überweisungen, Lastschriften oder Kreditkarten aus – hier bleibt das Aufschlagverbot bestehen.

Anzeige

Der digitale Finanzmarkt wandelt sich rasant, und während neue Gebührenregeln für PayPal in Kraft treten, stellt sich die Frage nach den künftigen Gewinnern dieser Revolution. Dieser kostenlose Experten-Report zeigt Ihnen die größten Chancen durch digitale Banken und Mobile Payment. Jetzt Fintech-Revolution Report kostenlos herunterladen

Ein weiteres BGH-Urteil vom 16. Juli betrifft die digitale Kündigung: Kündigungsbuttons auf Webseiten müssen auf eine Seite führen, die ausschließlich der Vertragsbeendigung dient. Keine Werbung, keine Ablenkung – purer Kündigungszwang.

DeFi unter Beobachtung: FATF warnt vor Risiken

Die Financial Action Task Force (FATF) schlägt Alarm. In einer Warnung vom 24. Juli 2024 weist die internationale Behörde auf die Risiken dezentraler Finanzplattformen (DeFi) hin. Viele Plattformen, die sich als dezentral ausgeben, hätten tatsächlich identifizierbare Kontrolleure – und müssten daher den Anti-Geldwäsche-Regeln unterliegen.

Die Zahlen sind beeindruckend: Rund 86,6 Milliarden US-Dollar sind derzeit in DeFi-Plattformen gebunden. Doch nur zwei von 142 untersuchten Ländern haben bisher Lizenzen für solche Plattformen vergeben. Eine regulatorische Lücke, die die FATF dringend schließen will.

In Großbritannien hat die Financial Conduct Authority (FCA) mit neuen Regeln für Kryptoassets für mehr Klarheit gesorgt. Seit dem 30. Juni gelten reduzierte Transparenzanforderungen für bestimmte Händler, während die Regulierung von DeFi weiterhin von Fall zu Fall entschieden wird.

Markt in Bewegung: PayPal wehrt Übernahme ab

Während die Regulierungsmaschinerie läuft, brodelt es auch auf dem Markt. Der PayPal-Verwaltungsrat lehnte am 20. Juli ein Übernahmeangebot von Stripe und Advent International ab. Die Offerte von rund 53 Milliarden US-Dollar (60,50 US-Dollar pro Aktie) war den Verantwortlichen offenbar zu niedrig. Branchenbeobachter rechnen mit weiteren Verhandlungen.

Gleichzeitig drängen neue Wettbewerber auf den Markt. Der deutsche Discounter Lidl integrierte am 24. Juli Wero in seinen Online-Shop – als erster großer Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland. Wero, ein europäischer PayPal-Konkurrent, ermöglicht Echtzeit-Überweisungen direkt aus der Banking-App. Rund 56 Millionen Bankkunden in Europa können den Dienst bereits nutzen.

Anzeige

Angesichts der Dynamik im Markt für Online-Zahlungen und neuer Wettbewerber wie Wero ist es für Nutzer wichtiger denn je, etablierte Dienste wie PayPal optimal und sicher einzusetzen. Das kostenlose Startpaket führt Sie Schritt für Schritt durch die Einrichtung und erklärt alle wichtigen Funktionen für den perfekten Einstieg. PayPal-Startpaket jetzt gratis sichern

Handel schlägt Alarm: Brief an Finanzminister Klingbeil

Die deutschen Wirtschaftsverbände HDE, UNITI und DEHOGA schalteten sich am 25. Juli direkt bei Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ein. In einem gemeinsamen Brief fordern sie faire Bedingungen für bargeldlose Zahlungen. Die Kosten für Firmenkredit- und Prepaidkarten seien explodiert, warnen die Verbände. Gleichzeitig verlangen sie mehr Freiheit für Händler bei der Wahl der Kartenprodukte.

Ein Zeichen, dass der Druck auf die Politik wächst – und die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs längst nicht nur ein technisches, sondern auch ein politisches Thema ist.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69872830 |