Bienensterben, Nahrungspflanzen

Bienensterben: 75% der Nahrungspflanzen gefÀhrdet

28.05.2026 - 05:30:51 | boerse-global.de

Blockade an der Straße von Hormus treibt DĂŒngerpreise, wĂ€hrend schwindende BestĂ€uber die globale Nahrungsproduktion gefĂ€hrden.

Bienensterben: 75% der Nahrungspflanzen gefĂ€hrdet - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Bienensterben: 75% der Nahrungspflanzen gefĂ€hrdet - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Geopolitische Spannungen, schwindende BestĂ€uber und schlechtere Böden setzen die weltweite Landwirtschaft massiv unter Druck. WĂ€hrend kurzfristige EngpĂ€sse bei DĂŒngemitteln drohen, setzen internationale Initiativen auf langfristige Bodenregeneration.

Seeblockade treibt DĂŒngerpreise

Die Blockade an der Straße von Hormus trifft die europĂ€ische Landwirtschaft hart. Brandenburgs BauernprĂ€sident Henrik Wendorff warnte Ende Mai: Die Kosten fĂŒr DĂŒngemittel seien bereits massiv gestiegen – mit einer Prognose von rund 50 Prozent Preissteigerung.

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Hintergrund: Normalerweise passieren 20 bis 30 Prozent der global gehandelten DĂŒngemittel diese Meerenge. Die Weltbank rechnet fĂŒr 2026 mit einem weltweiten Preisanstieg von 30 Prozent. FAO-Chef Qu Dongyu spricht von einem „systemischen Schock“ fĂŒr die Versorgungssicherheit. Die EU-Kommission hat bereits einen DĂŒngemittelaktionsplan vorgelegt.

Bienensterben gefÀhrdet Ernten

Auch die BiodiversitÀt gerÀt zur Achillesferse der ErnÀhrungssicherheit. Laut FAO hÀngt die Produktion von fast 75 Prozent der wichtigsten Nahrungspflanzen von tierischer BestÀubung ab. Besonders kritisch: In Lateinamerika und der Karibik gehen jÀhrlich 30 bis 40 Prozent der Bienenkolonien verloren.

Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm. In Argentinien und Brasilien liegt der Wert bestÀubungsabhÀngiger Lebensmittelproduktion bei rund 23 Milliarden US-Dollar. Hauptursachen: Klimawandel, Abholzung und Pestizide.

Ein ungewöhnliches Beispiel fĂŒr globale BodenkreislĂ€ufe lieferten NASA-Daten: JĂ€hrlich transportieren Winde rund 28 Millionen Tonnen Saharastaub ĂŒber den Atlantik. Davon gleichen etwa 22.000 Tonnen Phosphor den NĂ€hrstoffverlust im Amazonasbecken aus – 90 Prozent der dortigen Böden gelten als phosphorarm.

Forschung fĂŒr gesĂŒndere Böden

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Die EU-Mission „Gesunde Böden“ will bis 2030 insgesamt 100 Living Labs und Lighthouses etablieren. Diese Zentren sollen neue AnsĂ€tze zum Bodenschutz erproben. In Österreich setzt man dabei auch auf Citizen Science, um Daten zu Bodenverschmutzung und Artenvielfalt zu sammeln.

Anfang Juni 2026 findet in der Schweiz die „Soil Evolution 2026“ statt. Auf dem Gurten bei Bern diskutieren Wissenschaftler, WirtschaftsfĂŒhrer und Politiker ĂŒber Humusaufbau, Direktsaat und Klimaanpassung. Mit dabei: NestlĂ©-CEO CĂ©dric Boehm, BLW-Direktor Christian Hofer sowie Vertreter von WWF und Nationalrat.

Parallel dazu beschĂ€ftigt sich die AgroCleanTech-Tagung in Zollikofen mit der energetischen Nutzung landwirtschaftlicher Betriebe. Themen sind unter anderem Windenergie und Agri-Photovoltaik – beides soll Höfe unabhĂ€ngiger von volatilen EnergiemĂ€rkten machen.

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