Biermarkt in Krise: Absatz fÀllt 2025 um 6% auf Tiefstand
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 05:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Konsumgewohnheiten auf dem deutschen GetrĂ€nkemarkt befinden sich in einem signifikanten Wandel. Aktuelle Daten aus einer Marktuntersuchung von Yougov verdeutlichen, dass alkoholfreies Bier insbesondere in Verbindung mit körperlicher BetĂ€tigung eine dominierende Rolle einnimmt. In dem Zeitraum vom 6. bis zum 8. Juli 2026 wurden hierfĂŒr 2.119 Personen befragt, deren Antworten einen klaren Trend zugunsten alkoholfreier Varianten beim oder nach dem Sport aufzeigen.
Sport und Freizeit als Treiber fĂŒr alkoholfreie Alternativen
Den Ergebnissen der Erhebung zufolge wird alkoholfreies Bier im sportlichen Umfeld doppelt so hĂ€ufig konsumiert wie die alkoholhaltige Variante. WĂ€hrend 16 % der Befragten nach oder wĂ€hrend des Sports zur alkoholfreien Alternative greifen, entscheiden sich lediglich 8 % fĂŒr klassisches Bier. Dieser Trend wird maĂgeblich von jĂŒngeren Konsumentengruppen getragen. Innerhalb der Generation Z gaben 21 % an, alkoholfreies Bier beim Sport zu konsumieren, dicht gefolgt von den Millennials mit 19 %.
Trotz dieses Wachstums in speziellen Segmenten zeigt die Untersuchung auch eine generelle Distanzierung zum Produkt Bier: 44 % der Befragten gaben an, grundsÀtzlich kein Bier zu trinken. Dieser Anteil ist bei Frauen mit 52 % deutlich höher ausgeprÀgt als bei MÀnnern, von denen 36 % auf Bier verzichten.
In anderen sozialen Kontexten behÀlt das alkoholhaltige Bier jedoch weiterhin seine marktbeherrschende Stellung. Bei Treffen mit Freunden oder der Familie liegt der Anteil bei 55 %, wÀhrend es bei Feierlichkeiten sowie zum Essen jeweils von 50 % der Konsumenten bevorzugt wird. Eine AnnÀherung der PrÀferenzen ist lediglich nach dem Feierabend zu beobachten, wo alkoholfreies Bier nahezu gleichauf mit der alkoholhaltigen Variante liegt.
Der Bierabsatz sinkt â doch alkoholfreie Sorten wachsen. Dieser Report zeigt Ihnen, wie Sie mit gezielten Nischenprodukten und Sortimentsanpassungen gegensteuern. Jetzt kostenlosen Markt-Report anfordern
Industrie reagiert mit spezialisierten Nischenprodukten
Die Brauwirtschaft reagiert auf die verĂ€nderten AnsprĂŒche mit einer Ausweitung des Sortiments, insbesondere im Bereich der SpezialitĂ€ten. Die Einbecker Brauhaus AG kĂŒndigte an, ab dem 10. August 2026 ihr alkoholfreies Bockbier unter dem Namen âNull Bockâ auch in der 0,33-Liter-Dose anzubieten. Das Unternehmen hatte das erste alkoholfreie Bockbier Deutschlands bereits Anfang 2025 eingefĂŒhrt. Vorstand Marc Kerger wies in diesem Zusammenhang auf die Strategie hin, die traditionelle Bockbierkompetenz des Hauses mit den modernen Erwartungen der Verbraucher an eine alkoholfreie ErnĂ€hrung zu verknĂŒpfen.
Wirtschaftlicher Druck und KonsumrĂŒckgang in der Branche
44 Prozent der Deutschen trinken grundsĂ€tzlich kein Bier mehr â ein Trend, der Ihre Brauerei direkt betrifft. Erfahren Sie, wie Sie mit alkoholfreien Alternativen neue Zielgruppen erschlieĂen. Report zu alkoholfreien Trends jetzt sichern
Hinter dem Zuwachs bei alkoholfreien Sorten steht ein fĂŒr die Branche schwieriges Gesamtumfeld. Daten des Deutschen Brauer-Bundes fĂŒr das Jahr 2025 belegen einen historischen Tiefstand beim Bierabsatz, der mit 7,8 Milliarden Litern um 6 % unter dem Vorjahreswert lag. Dieser RĂŒckgang spiegelt sich auch in der Anzahl der Betriebe wider: Gab es 2019 noch 1.552 Brauereien in Deutschland, sank diese Zahl bis 2025 auf 1.415. Allein im Zeitraum von 2024 bis 2025 verschwanden 44 Betriebe vom Markt, darunter auch namhafte Unternehmen wie Eichbaum aus Mannheim, die den Betrieb einstellten.
Der wirtschaftliche Druck fĂŒhrt vermehrt zu Restrukturierungen. Das Amtsgericht Bielefeld ordnete fĂŒr die traditionsreiche GrĂ€flich zu Stolberg'sche Brauerei Westheim (gegrĂŒndet 1862) sowie fĂŒr die Brauerei Allersheim (gegrĂŒndet 1854) eine Insolvenz in Eigenverwaltung an. Die beiden Unternehmen, die sich Anfang 2024 zusammengeschlossen hatten, beschĂ€ftigen insgesamt rund 60 Mitarbeiter. GeschĂ€ftsfĂŒhrer Moritz von Twickel bezeichnete diesen Schritt als Beginn einer konsequenten Neuaufstellung. Als HauptgrĂŒnde fĂŒr die finanzielle Schieflage gelten neben den steigenden Produktionskosten vor allem der kontinuierlich sinkende Bierkonsum in der Bundesrepublik. Trotz der aktuellen Insolvenzverfahren soll der Betrieb beider Brauereien fortgefĂŒhrt werden.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Ănderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.
