Biobank-Plattform startet ab Juli: 38 Institute, 50 Mio. Euro
24.06.2026 - 20:22:27 | boerse-global.de
Das gefĂ€hrdet die Patientensicherheit â vor allem bei Frauen.
In der Forschung sind Frauen systematisch unterreprĂ€sentiert. Die Folgen zeigen sich im Alltag: Blutdruck-Grenzwerte gelten fĂŒr beide Geschlechter gleich, obwohl biologische Unterschiede eine differenziertere Betrachtung erfordern. Auch Medikamente werden meist an MĂ€nnern getestet. Die Dosierung fĂ€llt bei Frauen dann oft zu hoch aus.
Zwei Drittel der Demenzbetroffenen sind Frauen. Trotzdem erfolgt die Diagnose bei ihnen hĂ€ufig verspĂ€tet. Auch Herzinfarkte Ă€uĂern sich geschlechtsspezifisch â ohne entsprechende Sensibilisierung steigt die Sterblichkeit. KI-Diagnosesysteme bilden die RealitĂ€t ebenfalls nicht ab, warnt Susanne Schlagl von GE HealthCare: Die Trainingsdaten seien einseitig.
Digitale Infrastruktur als SchlĂŒssel
Die Digitalisierung soll den Gender Data Gap schlieĂen. Gesetze wie das Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GDNG) und der European Health Data Space (EHDS) gelten als entscheidende Hebel. Brenya Adjei von der gematik sieht im EHDS die Chance fĂŒr eine einheitliche, geschlechtsspezifische Datenbasis.
Die elektronische Patientenakte (ePA) soll die Grundlage liefern. Laut gematik sind bereits ĂŒber 70 Millionen ePAs mit rund 130 Millionen Dokumenten angelegt. Die geplante Volltextsuche und die Anbindung an das Forschungsdatenzentrum (FDZ) bis Jahresende sollen die Auswertung erleichtern. Vorbild ist Schweden mit dem System Janusmed Sex and Gender.
Die medizinische Versorgung orientiert sich oft am mĂ€nnlichen Standard â das kann fĂŒr Frauen gefĂ€hrlich werden. Mit dem kostenlosen Gesundheits-Check erfahren Sie, wo geschlechtsspezifische Unterschiede fĂŒr Sie relevant sind. Kein medizinischer Test, keine Diagnose. Gesundheits-Check per E-Mail anfordern
Ab 1. Juli 2026 startet zudem eine neue Biobank-Plattform. Das Netzwerk umfasst 38 Biobanken und wird vom BMBF mit 50 Millionen Euro bis 2030 gefördert. Ziel: schnellere Arzneimittelentwicklung durch besseren Zugriff auf medizinische Proben.
Frauengesundheit unter Druck
Trotz Fortschritten steht die Frauengesundheit wirtschaftlich unter Druck. Der Berufsverband der FrauenĂ€rztinnen und FrauenĂ€rzte (BVF) reichte im Juni eine Petition gegen das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ein. Der Kabinettsentwurf gefĂ€hrde KrebsfrĂŒherkennung und Schwangerenvorsorge, warnt BVF-PrĂ€sident Markus Haist. JĂ€hrlich könnten 3,5 Millionen frauenĂ€rztliche Termine von KĂŒrzungen betroffen sein.
Betrifft Sie das? Zwei Drittel der Demenzbetroffenen sind Frauen, und Herzinfarkte Ă€uĂern sich bei Frauen anders. Die kostenlose Checkliste zeigt Ihnen die wichtigsten geschlechtsspezifischen Symptome und Dosierungshinweise. Checkliste anfordern
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken verteidigte die SparplĂ€ne auf dem Hauptstadtkongress. Das Gesetz verlange niemandem Unzumutbares ab, der Bund beteilige sich massiv an der Krankenhausreform. FĂŒr 2027 ist ein Defizit von 8 Milliarden Euro prognostiziert.
Expertinnen fordern mehr Frauen in FĂŒhrungspositionen. Im Bundestag sitzen nur 204 von 630 Abgeordneten. Der Frauenanteil in Forschung und Entwicklung liegt bei 29,6 Prozent. Eine weiblichere Perspektive in Gesetzgebung und Gesundheitswirtschaft gilt als notwendig, um Frauengesundheit systemisch zu verankern.
