Biologisches, Altern

Biologisches Altern: Gen Z altert 92% schneller als frĂŒhere JahrgĂ€nge

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 14:22 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Eine Studie belegt eine um 92 Prozent höhere biologische Alterungsrate der Generation Z, was das Krebsrisiko bei unter 50-JÀhrigen deutlich erhöht.

Gen Z altert biologisch schneller: Studie zeigt drastischen Anstieg
Eine Nahaufnahme einer alternden Hand, die ein Smartphone mit biologischen Daten hĂ€lt, vor einem unscharfen, jugendlichen Hintergrund. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Das belegt eine Studie der Washington University School of Medicine, die im Fachjournal Nature Medicine erschienen ist.

WĂ€hrend das chronologische Alter nur die Lebensjahre zĂ€hlt, beschreibt das biologische Alter den tatsĂ€chlichen Zustand von Zellen und Organen. Und der fĂ€llt bei jĂŒngeren Kohorten zunehmend schlechter aus.

Alterungsrate steigt progressiv

Die Forscher werteten Daten von rund 154.000 Teilnehmern der britischen Biobank sowie ĂŒber 10.000 DatensĂ€tze aus den USA aus. Das Ergebnis: Die biologische Alterungsgeschwindigkeit nimmt ĂŒber die Jahrzehnte hinweg zu.

Personen der GeburtsjahrgÀnge 1965 bis 1974 wiesen eine um 23 Prozent höhere biologische Altersdifferenz auf als die JahrgÀnge 1950 bis 1954. Noch dramatischer fÀllt der Wert bei den zwischen 1990 und 1999 Geborenen aus: Ihre biologische Altersdifferenz liegt um 92 Prozent höher als bei der Vergleichsgruppe der zwischen 1965 und 1969 Geborenen.

Die Folgen sind weitreichend. Ein höheres biologisches Alter korreliert direkt mit einem erhöhten Risiko fĂŒr chronische Erkrankungen.

Krebsrisiko bei unter 50-JĂ€hrigen steigt

Die beschleunigte Alterung gilt als wesentlicher Faktor fĂŒr den weltweiten Anstieg von Krebserkrankungen bei unter 50-JĂ€hrigen. Zwischen 1990 und 2019 stieg die Zahl der Krebsdiagnosen in dieser Altersgruppe um etwa 24 Prozent.

Das biologisch Ă€lteste Drittel der untersuchten Personen zeigt ein um 15 Prozent erhöhtes Risiko fĂŒr frĂŒhe solide Tumoren. Besonders markant sind die Steigerungsraten bei spezifischen Krebsarten:

  • Lungenkrebs: Das Risiko steigt um 57 Prozent.
  • Darmkrebs: Hier betrĂ€gt der Anstieg 14 Prozent.
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In Deutschland verzeichnen Fachleute bei den 20- bis 39-JĂ€hrigen eine jĂ€hrliche Zunahme der DarmkrebsfĂ€lle um 3,3 Prozent bei MĂ€nnern und 3,9 Prozent bei Frauen. LĂ€nder wie die USA und Österreich haben das empfohlene Alter fĂŒr Vorsorgeuntersuchungen bereits auf 45 Jahre gesenkt.

Forscher fĂŒhren die Alterung des Immunsystems insbesondere auf das erhöhte Lungenkrebsrisiko zurĂŒck. Die Alterung des Fettgewebes wird verstĂ€rkt mit Darmkrebserkrankungen assoziiert.

Was treibt das beschleunigte Altern?

Als Hauptursachen identifizieren Mediziner eine Kombination aus Lebensstilfaktoren und Umweltbelastungen. Übergewicht, Bewegungsmangel, chronischer Stress und Schlafprobleme gelten als zentrale Treiber.

Doch auch Umweltfaktoren spielen eine zunehmende Rolle. Eine Untersuchung im Fachblatt Open Medicine deutet darauf hin, dass chemische RĂŒckstĂ€nde aus Reifenabrieb das Risiko fĂŒr neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer beeinflussen könnten. Die Erkenntnisse basieren bislang allerdings auf computergestĂŒtzten Analysen.

Weitere Forschungsarbeiten zeigen: Eine beschleunigte biologische Alterung kann das allgemeine MortalitÀtsrisiko um 17 bis 28 Prozent erhöhen. Rauchen beschleunigt diesen Prozess erheblich.

Gibt es Hoffnung?

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Ja. Forscher untersuchen gleichzeitig AnsÀtze zur Verlangsamung dieser Prozesse. Eine Studie in Science Advances erforschte das Enzym NOX4, das bei Muskelkontraktionen Zellreparaturen aktiviert und bei Àlteren Individuen in geringerer Konzentration vorkommt.

In Tierversuchen konnte durch körperliches Training sowie durch den Einsatz von Sulforaphan – einem Inhaltsstoff aus Brokkoli – eine Verbesserung der Muskelmasse und eine Reduktion von EntzĂŒndungswerten erzielt werden. FĂŒr die Behandlung von Gelenkdegenerationen werden zudem AnsĂ€tze zur Hemmung des Elastinabbaus untersucht.

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