BKA, Kratos

BKA zerschlÀgt Kratos: 1.800 Phishing-Abonnenten hochgenommen

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 05:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kriminelle tÀuschen DKB-Kunden mit gefÀlschten Sicherheitsmails. Sparkassen und Versicherungen ebenfalls betroffen. BKA zerschlÀgt Plattform Kratos.

DKB-Kunden im Visier: Neue Phishing-Welle mit Sicherheits-Trick
Laptop-Bildschirm mit einem Sicherheitssymbol als Warnung vor Phishing-Versuchen im Finanzsektor. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Kunden der Deutschen Kreditbank (DKB) stehen aktuell im Visier einer perfiden Phishing-Kampagne. Wie am 26. Juli bekannt wurde, verbreiten Kriminelle E-Mails, die eine angeblich verbesserte Betrugserkennung der Bank thematisieren. Die Verbraucherzentrale warnt eindringlich vor dieser Masche, bei der ein beigefĂŒgter Link auf eine gefĂ€lschte Internetseite fĂŒhrt, um sensible Kundendaten abzugreifen. Dieser Vorfall reiht sich in eine Serie koordinierter Angriffe auf den deutschen Finanzsektor und die öffentliche Verwaltung ein.

Masche mit vermeintlicher Betrugserkennung bei der DKB

Die aktuelle Angriffswelle gegen DKB-Kunden nutzt das Thema Sicherheit als Vorwand. In den betrĂŒgerischen Nachrichten wird den EmpfĂ€ngern suggeriert, dass die Bank ihre Systeme zur Betrugserkennung optimiert habe. Um diese vermeintlichen Verbesserungen zu nutzen oder das Konto zu verifizieren, werden die Kunden aufgefordert, einem Link zu folgen.

Experten der Verbraucherzentrale weisen darauf hin, dass die verlinkte Zielseite das offizielle Design der Bank tÀuschend echt imitiert. Dort eingegebene Zugangsdaten landen jedoch direkt bei den Angreifern. Diese Methode zielt darauf ab, die Vorsicht der Nutzer durch die vorgespielte Erhöhung des Sicherheitsstandards zu unterlaufen.

Breite Angriffswelle auf Sparkassen und Versicherungsunternehmen

Neben der DKB sind in den vergangenen Tagen auch Kunden der Sparkassen massiv von Phishing-Versuchen betroffen. Berichten vom 25. und 26. Juli zufolge fordern betrĂŒgerische E-Mails unter dem Absender „ashoj.com“ zu einem dringenden Sicherheitsupdate auf. Den EmpfĂ€ngern wird mit einer Kontosperrung gedroht, sollte die Aktualisierung nicht innerhalb einer Frist von 24 bis 48 Stunden erfolgen. In einigen FĂ€llen wurde konkret der 22. Juli als Frist genannt.

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Die Links in diesen Mails fĂŒhren auf gefĂ€lschte ChipTAN-Seiten. Marktbeobachter stellen fest, dass auf solche Phishing-Mails hĂ€ufig koordinierte Betrugsanrufe folgen, um weitere Sicherheitsmerkmale zu entwenden. Auch die Deutsche Rentenversicherung war bereits am 21. Juli Ziel einer Ă€hnlichen Kampagne, bei der unter dem Betreff eines notwendigen Sicherheitsupdates fĂŒr EndgerĂ€te zur Anmeldung ĂŒber einen externen Link aufgefordert wurde.

Über den Bankensektor hinaus untersuchten Analysten von CTM360 eine Kampagne gegen Versicherungsunternehmen. Hierbei nutzen die TĂ€ter unter anderem gesponserte Google-Anzeigen und Plattformen wie GitHub Pages, um Konten in Echtzeit zu ĂŒbernehmen. Dabei kam ein sogenanntes „InsureOTP Kit“ zum Einsatz. WĂ€hrend Hauptziele in Saudi-Arabien identifiziert wurden, sind auch Europa, die USA und Indien von diesen AktivitĂ€ten betroffen.

Ermittlungserfolg des BKA gegen die Plattform Kratos

Einen bedeutenden Schlag gegen die organisierte CyberkriminalitĂ€t meldete das Bundeskriminalamt (BKA). Am 20. Juli 2026 gelang die Zerschlagung der Phishing-Plattform „Kratos“. Der Dienstleister bot Kriminellen eine Infrastruktur fĂŒr professionelle Angriffe an. Zum Zeitpunkt des Zugriffs verzeichnete die Plattform etwa 1.800 Abonnenten und wickelte monatlich rund 15.000 Phishing-Kampagnen ab.

Im Rahmen der Operation wurden 200 Server beschlagnahmt und ein verantwortlicher Entwickler in Indonesien festgenommen. Die Bedeutung solcher Ermittlungserfolge wird durch aktuelle Kriminalstatistiken unterstrichen: Im ersten Halbjahr 2026 verzeichneten Ermittlungsbehörden eine Zunahme von SMS-Phishing um 146 % und beim allgemeinen Online-Betrug um 134 %.

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Gefahrenpotenzial durch technische SicherheitslĂŒcken

ZusĂ€tzlich zu den Social-Engineering-Angriffen warnen Sicherheitsbehörden vor technischen Schwachstellen. Die CISA wies auf eine kritische LĂŒcke in Microsoft SharePoint (CVE-2026-58644) mit einer Risikobewertung von 9.8 (CVSS) hin, die von Angreifern ausgenutzt werden kann.

Daten des Bundesamtes fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verdeutlichen die Dimension der Bedrohung im digitalen Alltag. Demnach enthĂ€lt jede dritte unerwĂŒnschte E-Mail Phishing-Elemente. Insgesamt gaben 62 % der Befragten in Erhebungen an, bereits Phishing-Mails erhalten zu haben. Experten raten dringend dazu, bei unaufgeforderten E-Mails mit Fristsetzungen keine Links anzuklicken und im Zweifelsfall direkt ĂŒber die offiziellen Portale der jeweiligen Institutionen Kontakt aufzunehmen.

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