Blacksite, Phishing-Plattform

Blacksite: Phishing-Plattform knackt Zwei-Faktor-Authentifizierung

Veröffentlicht am: 25.06.2026 um 17:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Phishing-as-a-Service-Plattform Blacksite umgeht 2FA und zielt auf Cloud-ZugĂ€nge. KI-gestĂŒtzte Angriffe nehmen rasant zu.

Blacksite-Phishing-Toolkit: Neue Gefahr fĂŒr 2FA und Cloud-ZugĂ€nge
Digitales VorhĂ€ngeschloss, das in BinĂ€rcode zerfĂ€llt, wĂ€hrend eine Hackerhand auf eine Netzwerkschnittstelle zugreift – Symbol fĂŒr Phishing und Sicherheitsverletzungen. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Das Toolkit wird als Dienstleistung vermietet und zielt auf die Schwachstellen etablierter Authentifizierungsverfahren ab.

Perfide Tarnung: So trickst Blacksite Sicherheitsscanner aus

Das Besondere an Blacksite ist die Integration des Dienstes Cloaked.gg. Dieser filtert eingehenden Traffic von bekannten Cloud-Anbietern wie AWS, Google Cloud und Microsoft Azure heraus. Versucht ein Sicherheitsscanner eines dieser Anbieter, einen Blacksite-Link zu prĂŒfen, wird lediglich eine harmlose Tarnseite angezeigt.

Erst wenn ein echter Nutzer auf den Link klickt, entfaltet die Plattform ihre volle Wirkung: Eine Reverse-Proxy-Architektur fĂ€ngt in Echtzeit Session-Tokens, Cookies und sogar 2FA-Codes ab. Damit können Angreifer aktive Sitzungen kapern – und das, obwohl das Opfer die Zwei-Faktor-Authentifizierung vermeintlich erfolgreich abgeschlossen hat. Betroffen sind Dienste wie Google, Microsoft, Facebook, Banking-Plattformen und unternehmenseigene Single-Sign-On-Systeme.

Der Betreiber, der unter dem Pseudonym kirapayload auftritt, verlangt 1.000 Euro pro Monat fĂŒr die Nutzung. Ein EinfĂŒhrungspreis von 600 Euro wurde ebenfalls beobachtet. Von 20 verfĂŒgbaren PlĂ€tzen waren Mitte 2026 bereits sieben belegt.

Gezielte Angriffe auf AWS-Infrastruktur

Erst kĂŒrzlich zeigte eine konzertierte Angriffswelle, wie real die Bedrohung ist. Zwischen dem 19. und 23. Juni 2026 zielte eine Kampagne speziell auf AWS-Console-Zugangsdaten ab. Die Angreifer registrierten mehrere Phishing-Domains und nutzten die Dienste SendGrid und Nimbu, um ihre Köder zu versenden. Die Opfer: weniger als 50 US-amerikanische Softwareentwickler.

Anzeige

Angesichts immer komplexerer Bedrohungen wie dem Diebstahl von Cloud-Zugangsdaten mĂŒssen Unternehmen ihre IT-Sicherheit heute proaktiv und ohne hohe Investitionen stĂ€rken. Dieser kostenlose Ratgeber enthĂŒllt, wie Sie SicherheitslĂŒcken effektiv schließen und aktuelle gesetzliche Anforderungen erfĂŒllen. IT-Sicherheits-Leitfaden fĂŒr Unternehmen jetzt gratis abrufen

Die dabei verwendete Technik setzte auf eine React-basierte Einzelseiten-Anwendung und ein serverseitiges system, das MFA-Abfragen abfing. Die Opfer bemerkten die Kompromittierung ihrer Sitzungen erst, als es lÀngst zu spÀt war.

KI treibt die Bedrohung in neue Dimensionen

Die Entwicklung von Blacksite ist Teil eines besorgniserregenden Trends. Sicherheitsforscher von Huntress berichten von einem Anstieg KI-gestĂŒtzter Phishing-Versuche um 1.380 Prozent im Jahr 2026. Plattformen wie EvilToken, die oft ĂŒber Telegram fĂŒr 600 bis 1.500 Euro monatlich angeboten werden, nutzen kĂŒnstliche Intelligenz, um personalisierte Betrugsnachrichten fĂŒr einzelne Opfer zu generieren.

Allein in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 waren Hunderte Organisationen von Angriffen betroffen, die MFA obsolet machten. Die Opfer gaben ihre 2FA-Codes auf legitimen Microsoft-Anmeldeseiten ein – und die Angreifer erlangten dennoch vollen Zugriff auf die Konten, indem sie die dabei entstehenden Session-Tokens abgriffen.

Anzeige

Da Hacker zunehmend psychologische Manipulation und KI-Tools nutzen, um selbst erfahrene Mitarbeiter zu tÀuschen, wird ein fundierter Schutz vor Phishing-Angriffen zur Pflicht. In diesem kostenlosen Anti-Phishing-Paket erfahren Sie in 4 Schritten, wie Sie Ihr Unternehmen wirksam gegen moderne CyberkriminalitÀt absichern. Kostenloses Anti-Phishing-Paket herunterladen

Erfolge der Strafverfolgung – und neue Gefahren aus der Lieferkette

Die internationale Strafverfolgung schlĂ€gt zurĂŒck: Am 24. Juni 2026 gab Europol die Ergebnisse der Operation Endgame bekannt. In Zusammenarbeit mit Microsoft und ESET wurden 41 Millionen Euro in KryptowĂ€hrung, 326 Server und 142 Domains beschlagnahmt. Rund 27 Millionen gestohlene Zugangsdaten konnten sichergestellt werden.

Doch der Druck auf die Software-Lieferkette bleibt hoch. Am selben Tag entdeckten Forscher von OX Security eine neue Variante der Shai-Hulud-Malware im npm-Paket-Repository. Die Schadsoftware, die ĂŒber ein kompromittiertes Entwicklerkonto verbreitet wurde, infizierte 23 Pakete mit ĂŒber 52.000 monatlichen Downloads. Die Variante zielte auf Zugangsdaten fĂŒr AWS, Azure und Google Cloud ab – und 338 GitHub-Repositories mit bereits kompromittierten Anmeldedaten wurden identifiziert.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

de | wissenschaft | 69625173 |