Blaubeeren und Stimmung: Studie mit 18 Älteren zeigt keinen klaren Effekt
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 02:42 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine Pilotstudie des Hebrew SeniorLife Marcus Institute for Aging Research, die im Fachblatt Journal of Nutrition, Health and Aging erschien, hat untersucht, ob sich ein täglicher Blaubeerkonsum auf das Darmmikrobiom und das seelische Wohlbefinden älterer Menschen auswirken kann. Die Ergebnisse liefern ein differenziertes Bild zur Wirksamkeit.
Studiendesign und Teilnehmerkreis
An der randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Untersuchung nahmen 18 körperlich inaktive Erwachsene ab 65 Jahren teil, die über leichte depressive Symptome berichteten. Der Interventionszeitraum erstreckte sich über drei Monate. Die Probanden waren überwiegend Frauen und überwiegend weiß.
Die Teilnehmenden wurden auf zwei Gruppen aufgeteilt: Zehn Personen mit einem Durchschnittsalter von 71 ± 4 Jahren erhielten täglich 48 Gramm Blaubeerpulver, was einer Menge von etwa zwei Tassen frischer Beeren entspricht. Die Placebogruppe umfasste acht Personen mit einem Durchschnittsalter von 75 ± 6 Jahren, die ein entsprechendes Placebopulver einnahmen.
Subtile Effekte auf Stimmung und Mikrobiom
Hinsichtlich der psychischen Verfassung war der Rückgang depressiver Symptome in der Blaubeergruppe zwar größer und konsistenter als in der Kontrollgruppe. Im direkten Vergleich zur Placebogruppe zeigte sich dieser Unterschied jedoch als statistisch nicht signifikant.
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Auch in der Zusammensetzung der Darmflora blieben fundamentale Verschiebungen aus. Die Gesamtabundanz mikrobieller Arten, die MetaCyc-Stoffwechselwege sowie kurzkettige Fettsäuren im Stuhl blieben unverändert.
Gleichwohl beobachteten die Forschenden punktuelle Veränderungen: In der Blaubeergruppe traten statistisch signifikante Änderungen bei Genen für Darmmikroben-Enzyme auf. Betroffen war unter anderem die Polyamin-Transport-ATPase EC 3.6.3.31, die an der GABA-Produktion beteiligt ist. Ob diese enzymatischen Modifikationen die Stimmung tatsächlich beeinflussen, ist derzeit allerdings unklar.
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Einordnung und Ernährungsempfehlungen
Hauptautorin Courtney L. Millar von Hebrew SeniorLife und der Harvard Medical School wies darauf hin, dass Ballaststoffe und Anthocyane in Blaubeeren das Darmmikrobiom und depressionsrelevante Metaboliten bei älteren Menschen potenziell verändern können. Dennoch liefert die Untersuchung keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass Blaubeeren Depressionen lindern. Um belastbare Aussagen zu treffen, seien größere klinische Studien notwendig.
Kontext zu allgemeinen Ernährungsempfehlungen liefert das niederländische Voedingscentrum, das Erwachsenen mindestens 200 Gramm Obst täglich empfiehlt. Konzentrierte Fruchtpulver sind in dieser Richtlinie im Rahmen der Schijf van Vijf allerdings nicht vorgesehen.
