BlueField-4: NVIDIA verdoppelt Netzwerk-Geschwindigkeit auf 800 Gigabit
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 15:23 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Neue Mellanox-Switches sollen Rechenzentren auf Hochleistung trimmen – und Japan bekommt die weltweit erste nationale KI-Infrastruktur.
NVIDIA hat heute einen neuen Hochleistungs-Netzwerk-Switch vorgestellt, der speziell für die wachsenden Anforderungen künstlicher Intelligenz und des Hochleistungsrechnens entwickelt wurde. Das Modell Mellanox 980-9I45J-00H010 unterstützt Anschlüsse mit 100, 200 und 400 Gigabit Ethernet und zielt auf Umgebungen, die Latenzzeiten im Sub-Mikrosekunden-Bereich benötigen.
Technische Details des neuen Switches
Der Switch ist für KI-Anwendungen, HPC-Cluster und verteilte Speichersysteme ausgelegt. Zu den technischen Merkmalen gehören die Unterstützung von RDMA over Converged Ethernet (RoCE) v2, fortschrittliche Staukontrolle und Telemetrie-Funktionen. Für sensible Rechenzentren ist zudem ein Secure-Boot-Mechanismus integriert. Das Gerät wird über autorisierte Partner weltweit vertrieben.
Die Ankündigung ist Teil einer umfassenderen Strategie: Bereits Anfang der Woche hatte NVIDIA auf der GTC Taipei ein fünfschichtiges KI-Ökosystem vorgestellt, das Energie, Chips, Infrastruktur, Modelle und Anwendungen integriert. Herzstück ist die Vera-Rubin-Plattform mit Vera-CPU und Rubin-GPU.
BlueField-4: Der Datenprozessor der nächsten Generation
Bereits gestern gab NVIDIA Details zum BlueField-4 Data Processing Unit (DPU) bekannt. Der neue Chip bietet bis zu 800 Gigabit pro Sekunde über Ethernet und InfiniBand, verfügt über eine 64-Kern-Grace-CPU und unterstützt PCIe Gen6. Die Speicherbandbreite soll sich im Vergleich zum Vorgänger BlueField-3 vervierfacht haben.
Eine spezielle Variante, der Vera BlueField-4 STX, wurde für Speicherverarbeitung und Key-Value-Cache-Management optimiert – ein entscheidender Faktor für sogenannte „agentische" KI-Aufgaben, bei denen Systeme eigenständig handeln und entscheiden.
Japan baut nationale KI-Fabrik
Parallel dazu gab NVIDIA gestern eine Partnerschaft mit Noetra Corp. bekannt: Gemeinsam entsteht in Japan die weltweit erste nationale KI-Infrastruktur. Das FRONTia Project sieht den Bau einer Vera-Rubin-KI-Fabrik vor.
Die Anlage soll 13.750 Vera-CPUs und 27.500 Rubin-GPUs mit einer Gesamtleistung von 140 Megawatt beherbergen. Zum Einsatz kommen die DSX-Plattform und Spectrum-X-Netzwerktechnologie – speziell zugeschnitten auf Japans Initiativen im Bereich der physischen KI.
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Marktanalyse: Netzwerk wird zum entscheidenden Faktor
Branchenanalysten sehen einen wachsenden „Burggraben" um NVIDIAs Netzwerktechnologie. Eine Studie desCUBE Research vom gestrigen Donnerstag zeigt: 94,6 Prozent der befragten Organisationen halten das Netzwerk heute für wichtiger als noch vor zwei Jahren.
Allerdings ist der Umstieg auf KI-Netzwerke nicht trivial: Die größten Hürden sind Integration (56,4 Prozent), fehlende Fachkenntnisse (52,7 Prozent) und Systemkomplexität (52,7 Prozent).
Interessant: Obwohl NVIDIAs Spectrum-X auf Standard-Ethernet basiert, beruht die Leistungsdifferenzierung oft auf proprietärer Koordination zwischen Switch und Netzwerkkarte.
Wettbewerb zieht nach
Auch die Konkurrenz schläft nicht: Chelsio Communications brachte gestern seine siebte Generation der KI-Interconnect-Plattform auf den Markt. Der T7-DPU bietet 400-Gigabit-Ethernet und vereinheitlichte RDMA-Unterstützung. Während SmartNICs und Speichercontroller bereits verfügbar sind, befindet sich der T7-DPU noch in der Evaluierungsphase – die Serienproduktion ist für Dezember 2026 geplant.
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Finanzbranche profitiert von Hochgeschwindigkeits-Netzwerken
Wie leistungsfähig die neue Technologie ist, zeigt ein aktuelles Beispiel aus der Finanzbranche. Bei einem Finanzdienstleister kam der Mellanox 980-9I45D-00H005 zum Einsatz – mit beeindruckenden Ergebnissen:
Die P99-Latenz sank von 2,4 Millisekunden auf 320 Nanosekunden. Der Paketverlust reduzierte sich von 0,08 Prozent auf 0,0002 Prozent. Die Zahl der netzwerkbedingten Störungsmeldungen ging um 68 Prozent zurück. Und die Failover-Zeit – also die Umschaltzeit bei Ausfällen – beträgt mit der 12,8-Tbps-Switching-Kapazität weniger als 50 Millisekunden.
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