Blühhafer gegen Insektensterben: Forscher testen neue Anbaumethode
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 15:23 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Mittlerweile umfasst das Sortiment unter der Marke EDEKA Bio über 100 Produkte, die nach den strengen Richtlinien des Anbauverbandes zertifiziert sind.
EDEKA-Vorstand Markus Mosa betont die wachsende Wirkung der Kooperation für eine nachhaltige Landwirtschaft. Ziel sei es, regionale Strukturen zu stärken und gleichzeitig hohe Tierwohlstandards zu gewährleisten. Bioland-Präsident Jan Plagge hebt hervor, dass die Zusammenarbeit hochwertige Bio-Lebensmittel einer breiteren Käuferschicht zugänglich macht. Die beteiligten Landwirte profitieren von verlässlichen Abnahmestrukturen.
EU-Projekt BroilerNet: 341 „Good Practices“ für die Geflügelhaltung
Neben den Handelskooperationen treiben internationale Forschungsprojekte die Standardisierung im Tierwohl voran. Das EU-Projekt BroilerNet endet im Juli 2026 nach vier Jahren Laufzeit. Insgesamt 558 Akteure aus 13 Ländern haben 341 bewährte Praktiken für Tiergesundheit und Nachhaltigkeit in der Geflügelhaltung identifiziert.
Zu den deutschen Innovationen gehören eine KI-gestützte Risiko-Ampel des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) sowie Systeme zur CO?-Bilanzierung der Qualität und Sicherheit GmbH (QS). Die Ergebnisse unterstreichen: Der Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis muss kontinuierlich laufen, um Effizienz und Tierwohl zu steigern.
Blühhafer gegen das Insektensterben
Der Insektenrückgang bedroht Ihre Erträge – seit 1991 sind Schmetterlinge um 47 Prozent zurückgegangen. Die neue Anbaumethode Blühhafer kombiniert Hafer mit Blühpflanzen und schafft marktfähige Produkte. Jetzt Praxisleitfaden Blühhafer anfordern
Die Branche setzt verstärkt auf Artenvielfalt auf Ackerflächen. Forscher der HTW Dresden untersuchen ab 2026 den sogenannten „Blühhafer“. Dabei wächst Hafer gemeinsam mit Blühpflanzen wie Phacelia, Malve, Dill, Koriander und Sonnenblumen. Ziel ist es, dem Insektenrückgang entgegenzuwirken – seit 1991 sind Schmetterlinge um 47 Prozent und Bestäuber um bis zu 75 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig sollen marktfähige Produkte wie Haferflocken oder Haferdrinks unter einem eigenen Label entstehen.
Auch Nebenprodukte und Biomasse rücken in den Fokus. Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) zeichnete Anfang Juli 2026 innovative Bioökonomie-Konzepte aus. Zu den prämierten Projekten gehören die Kaskadennutzung von Extensivgras zur Futtertrocknung, Pflanztöpfe aus Mahdgut und Schafwolle sowie Pflanzenkohle aus Grüngut. Natürliche Düngemittel wie Schafwollpellets sind bereits für Demeter- und Biolandbetriebe zugelassen – sie wirken als Langzeitdünger mit hoher Wasserspeicherkapazität.
Nachhaltige Kartoffeln aus China
Druck durch EU-Agrarreform und Verbrauchererwartungen? Mit Blühhafer schaffen Sie Biodiversität auf dem Acker und erfüllen Zertifizierungsauflagen. In diesem Leitfaden finden Sie die Checkliste für die Biodiversitäts-Zertifizierung. Checkliste jetzt sichern
Über den deutschen Markt hinaus zeigen sich ähnliche Bestrebungen. Auf einer Fachmesse in China unterzeichneten die Syngenta Group China, McDonald’s China und McCain China im Juli 2026 eine Absichtserklärung. Ziel ist der Aufbau einer nachhaltigen Kartoffel-Lieferkette mit digitaler Landwirtschaft, Präzisionsdüngung und integriertem Pflanzenschutz.
Die Verbindung von ökologischer Zertifizierung, technischer Innovation und langfristigen Lieferbeziehungen prägt die modernen Agrar- und Handelsstrategien. Projekte wie die Weidegemeinschaft Kleinenberg (seit 2001) oder der Pflegeverein Güssinger Teiche (seit 2016) zeigen: Naturschutz und wirtschaftliche Nutzung müssen kein Widerspruch sein – sie bilden das Fundament für eine stabilere ökologische Transformation.
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