Blutbildner bei Dialyse: HĂ€moglobin ĂŒber 12 g/ dl erhöht Herzinfarkt-Risiko
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 14:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Blutdruckabfall, Herzstillstand, KrampfanfĂ€lle â die Dialyse ist ein lebensrettendes Verfahren, aber sie birgt erhebliche Risiken. Besonders gefĂ€hrdet sind Patienten mit Vorerkrankungen.
Die gröĂte Gefahr lauert wĂ€hrend der Behandlung
Hypotonie bleibt die hĂ€ufigste Komplikation an der Dialysemaschine. Ein plötzlicher Blutdruckabfall kann innerhalb von Minuten kritisch werden. Hinzu kommen Herzrhythmusstörungen, KreislaufstillstĂ€nde und KrampfanfĂ€lle. Auch Blutungen am GefĂ€Ăzugang sind ein stĂ€ndiges Risiko.
Warum trifft es manche Patienten hĂ€rter? Die Antwort liegt in den Vorerkrankungen. Chronische Herzinsuffizienz, koronare Herzkrankheit (KHK), Diabetes und hohes Alter erhöhen das Risiko massiv. Experten fordern deshalb regelmĂ€Ăige Notfalltrainings fĂŒr Dialyseteams â von Reanimation bis Teamkommunikation.
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Blutbildner können tödlich sein
Die Behandlung der Blutarmut (AnĂ€mie) bei Nierenpatienten ist Standard. Erythropoetin-PrĂ€parate wie Epoetin beta helfen. Aber Vorsicht: Steigt der HĂ€moglobinwert ĂŒber 12 g/dl, schnellt das Risiko fĂŒr Herzinfarkte, SchlaganfĂ€lle und Thrombosen in die Höhe.
Noch alarmierender: Es gibt Hinweise, dass diese Wirkstoffe unter bestimmten Bedingungen Tumorwachstum fördern können. Bei Ăberdosierung droht eine PolyzythĂ€mie â mit Kopfschmerzen, Schwindel und weiter erhöhtem Thromboserisiko.
Organspende: Technik rettet Leben
Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat einen Meilenstein erreicht. Ihre Maschinenperfusion hĂ€lt Spendernieren am Leben â in einem 23 Kilo schweren GerĂ€t, das die Organe kontinuierlich mit Konservierungslösung durchspĂŒlt. Bereits im Januar wurden zwei Patienten erfolgreich transplantiert.
FĂŒr die Diagnose bleiben die KDIGO-Stadien entscheidend. Ein neuer Leitfaden prĂ€zisiert die Einteilung nach glomerulĂ€rer Filtrationsrate (eGFR) und Albumin-Kreatinin-Quotienten (ACR). Symptome zeigen sich meist erst, wenn die eGFR unter 30 ml/min fĂ€llt.
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Hitzewellen ĂŒberlasten Kliniken
Der Klimawandel trifft Nierenpatienten besonders hart. Das Robert Koch-Institut zĂ€hlt fĂŒr den FrĂŒhsommer 2026 bundesweit rund 800 Hitzetote. Allein in GieĂen landeten an einem Wochenende 39 Patienten mit Austrocknung in der Klinik.
Viele KrankenhĂ€user stammen aus den 1960er bis 80er Jahren â ohne Hitzeschutz. In Rheinland-Pfalz mussten im Juli KrisenstĂ€be einberufen werden, weil die Notaufnahmen ĂŒberliefen.
Bundestag plant Reform
Die Politik reagiert: Ein Gesetzentwurf zur Reform der Notfallversorgung liegt vor. Kernpunkt ist die Vernetzung der Notrufnummer 112 mit dem Ă€rztlichen Bereitschaftsdienst 116117. Eine standardisierte ErsteinschĂ€tzung soll Patienten in integrierte Notfallzentren lenken. FĂŒr Dialysepatienten könnte das bedeuten: schnellere Hilfe auĂerhalb der regulĂ€ren Behandlungszeiten.
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