Blutdruck-Medikamente, Kalziumkanalblocker

Blutdruck-Medikamente: Kalziumkanalblocker erhöhen Nierenschaden-Risiko um 33%

11.06.2026 - 03:32:14 | boerse-global.de

Neue Studien auf dem ERA-Kongress zeigen erhöhte Risiken durch Kalziumkanalblocker und vielversprechende TherapieansÀtze mit Finerenon.

Nierenkrise: Diabetes und Bluthochdruck als Haupttreiber
Blutdruck-Medikamente - Abstrakte Darstellung von Nieren, verbunden mit digitalen Linien und DatenflĂŒssen, symbolisiert medizinische Forschung und chronische Krankheiten. 11.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Das zeigen aktuelle medizinische Daten aus dem Juni 2026. Typ-2-Diabetes gilt als hĂ€ufigste Ursache, Bluthochdruck ist fĂŒr etwa 30 Prozent der FĂ€lle verantwortlich.

Besonders alarmierend: Die Zahl der Erkrankungen steigt bei 20- bis 40-JĂ€hrigen spĂŒrbar an. Fachleute beobachten diesen Trend mit Sorge.

Risiken bei Bluthochdruck-Medikamenten entdeckt

Anzeige: Wer Bluthochdruck hat und Kalziumkanalblocker wie Amlodipin einnimmt, sollte die aktuellen Studienergebnisse kennen: Das Risiko fĂŒr schwere Nierenereignisse steigt um 33%. Unser kostenloser Report zeigt, wie Sie Ihre Nieren schĂŒtzen – mit Checkliste fĂŒr nierenschonende Medikamente und einem einfachen Heimtest. Jetzt kostenlosen Report anfordern

Auf dem 63. ERA-Kongress in Glasgow prĂ€sentierten Forscher neue Erkenntnisse zu Kalziumkanalblockern wie Amlodipin oder Nifedipin. Eine Studie mit ĂŒber 31.000 Typ-2-Diabetikern deutet darauf hin: Diese Wirkstoffe könnten das Risiko fĂŒr schwere Nierenereignisse um 33 Prozent erhöhen.

Der Effekt zeigte sich auch bei Patienten, die gleichzeitig RAS- oder SGLT2-Inhibitoren einnahmen. Fachleute mahnen zur Vorsicht – Patienten sollten ihre Medikation aber keinesfalls eigenmĂ€chtig absetzen.

Parallel dazu stellte die Charité gemeinsam mit der Queen Mary University das OBSCORE-Modell vor. Es sagt adipositasbedingte Komplikationen prÀziser voraus als der herkömmliche BMI.

Neue Wirkstoffe geben Hoffnung

Die FIND-CKD-Phase-3-Studie belegt: Der Wirkstoff Finerenon verlangsamt den Verlust der Nierenfunktion auch bei Patienten ohne Diabetes. Die relative Risikoreduktion fĂŒr einen kombinierten Nieren-Herz-Endpunkt liegt bei 23 Prozent.

Zudem verbessert Semaglutid die LebensqualitÀt bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes und chronischer Nierenerkrankung. Auf dem Pharmacon-Kongress am 10. Juni standen weitere Medikamente im Fokus, die vor der Zulassung in Deutschland stehen: der GLP-1-Agonist Orforglipron als Tablette gegen Adipositas sowie eine Fixkombination aus Semaglutid und Cagrilintid, die in Studien signifikante Gewichtsreduktionen erzielte.

Auch KĂŒnstliche Intelligenz hĂ€lt Einzug in die Nephrologie. Das UniversitĂ€tsklinikum Leipzig setzt seit Juni auf das KI-System AMPEL. Es ĂŒberwacht Labordaten in Echtzeit und warnt frĂŒhzeitig vor akutem Nierenversagen oder Sepsis.

CKM-Syndrom: Die globale Herausforderung

Anzeige: Viele Bluthochdruck-Patienten wissen nicht, dass ihre Nieren bereits leiden – denn FrĂŒhsymptome fehlen oft. Dabei können einfache Blut- und Urintests (Kreatinin, eGFR) Klarheit schaffen. Unser Ratgeber erklĂ€rt, worauf Sie achten mĂŒssen und welche Medikamente Ihr Nierenrisiko senken. Nieren-Risiko-Check jetzt sichern

Die Probleme sind weltweit spĂŒrbar. In China gehen ĂŒber 70 Prozent der neuen UrĂ€mie-FĂ€lle auf unkontrollierte chronische Krankheiten zurĂŒck. Bei ĂŒber 60-JĂ€hrigen liegt die PrĂ€valenz fĂŒr chronische Nierenerkrankungen zwischen 24 und 29 Prozent – die meisten Betroffenen wissen nichts von ihrer Erkrankung.

In den USA veröffentlichten die Fachgesellschaften AHA und ACC am 9. Juni erstmals Leitlinien zum Herz-Nieren-Stoffwechsel-Syndrom (CKM-Syndrom). Es definiert vier Krankheitsstadien. Rund 90 Prozent der US-Erwachsenen haben demnach mindestens einen Risikofaktor.

Experten empfehlen ein engmaschiges Screening fĂŒr Risikogruppen: Blut- und Urintests alle sechs bis zwölf Monate. Wichtige Indikatoren sind der Kreatininwert, die geschĂ€tzte glomerulĂ€re Filtrationsrate (eGFR) und das Albumin-Kreatinin-VerhĂ€ltnis im Urin. Neben der medikamentösen Einstellung raten Ärzte zu salz- und zuckerarmer ErnĂ€hrung sowie zum Verzicht auf nierenschĂ€digende Substanzen.

de | wissenschaft | 69517998 |