Blutdruckmittel, Sartane

Blutdruckmittel: Sartane senken Therapieabbruch um 27%

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 10:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Meta-Analyse zeigt Sartane als verträglichste Blutdruckmittel. Andere Wirkstoffe führen häufiger zu Therapieabbrüchen. Zudem: Neue Leitlinien und Diabetes-Screening.

Blutdruck-Studie: Sartane senken Abbruchrisiko um 27 Prozent
Ein Kardiologe im Beratungsgespräch mit einem digitalen Blutdruckmessgerät im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine umfassende Meta-Analyse zeigt deutliche Unterschiede in der Verträglichkeit von Blutdruckmitteln. Sartane schneiden am besten ab – andere Wirkstoffklassen führen häufiger zu Therapieabbrüchen.

Sartane senken Abbruchrisiko deutlich

Die in JAMA veröffentlichte Studie wertete Daten von über 159.000 Probanden aus mehr als 700 Studien aus. Ergebnis: Patienten, die Sartane (Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten) einnehmen, brechen ihre Therapie seltener ab als andere. Im Vergleich zu Placebo sinkt das Abbruchrisiko in der Monotherapie um 27 Prozent. Noch besser: Die Kombination mit Kalziumkanalblockern reduziert die Abbruchrate um 39 Prozent.

Andere Wirkstoffklassen zeigen ein gegenteiliges Bild. Kalziumkanalblocker allein erhöhen das Abbruchrisiko um 43 Prozent. Noch höher liegt der Wert bei ACE-Hemmern plus Kalziumkanalblockern (plus 46 Prozent) und Betablockern mit Thiazid-Diuretika (plus 58 Prozent).

Neue Leitlinien: Kardiorenales Syndrom wird klassifiziert

Parallel veröffentlichten AHA/ACC im Juli 2026 aktualisierte Leitlinien zum kardiorenalen metabolischen Syndrom. Das Krankheitsbild wird künftig in vier Stadien eingeteilt. Ab Stadium zwei sind jährliche Screenings vorgesehen – inklusive BMI, Taillenumfang, Nierenfunktion (eGFR) und Blutfettwerten.

Frankreich geht noch weiter: Ein neues Gesetz führt ein systematisches Cholesterin-Screening bereits ab dem sechsten Lebensjahr ein. Ziel ist es, die jährlich rund 140.000 Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken. Die USA verschärften zudem die LDL-Zielwerte: Für Hochrisikopatienten gilt nun ein Wert unter 70 mg/dl.

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Deutschland plant Diabetes-Screening ab 2028

Auch hierzulande tut sich was: Ab 2028 ist ein verpflichtendes Screening auf Typ-2-Diabetes geplant. Ein Sachverständigenausschuss empfahl zudem, bestimmte Wirkstoffe wie topisches Prednisolon aus der Verschreibungspflicht zu entlassen. Das könnte den Zugang zu Behandlungen erleichtern.

Kardio-CT wird zum Standard bei Brustschmerzen

Die Diagnostik setzt zunehmend auf nicht-invasive Verfahren. Bei Brustschmerzen ohne bekannte koronare Herzkrankheit kommt immer häufiger die Kardio-Computertomographie (Kardio-CT) zum Einsatz. Das Verfahren arbeitet mit geringer Strahlung und hoher Genauigkeit – stößt aber bei starken Verkalkungen oder Vorhofflimmern an Grenzen.

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„Cardiolotse“: Nachsorge-Projekt in Brandenburg

Das Sana-Herzzentrum Cottbus und die AOK Nordost starteten im Juli 2026 das Projekt „Cardiolotse“. Spezialisierte Fachkräfte begleiten Patienten bis zu einem Jahr nach dem Klinikaufenthalt. Sie helfen bei der Organisation der Nachsorge und der Medikamenteneinnahme. Ziel: weniger Wiederaufnahmen.

Diabetes-Medikamente mit überraschendem Nebeneffekt

Studien der NIH und Analysen in JAMA Network Open deuten auf einen weiteren Nutzen von SGLT2-Inhibitoren hin: Sie senken das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent. Bei GLP-1-Rezeptoragonisten liegt die Reduktion bei 33 Prozent. Und für die Adipositas-Behandlung erhielt orales Semaglutid Mitte Juli 2026 die EU-Zulassung. Die Markteinführung in Deutschland wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.

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