Bluthochdruck, Lactobacillus

Bluthochdruck: Lactobacillus senkt Druck um bis zu 14 mmHg

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 05:12 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Aktuelle Forschung zeigt Potenzial von Pfefferminzöl und Lactobacillus zur Blutdrucksenkung, doch Experten raten zur Vorsicht.

Pfefferminzöl und Probiotika: Neue Studien zu Bluthochdruck
Eine Nahaufnahme zeigt Pfefferminzblätter, Pfefferminzöl und Probiotika in einer Laboreinstellung, die natürliche Heilmittel darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Pfefferminzöl und Probiotika zeigen in aktuellen Studien blutdrucksenkende Wirkung – doch Experten warnen vor allzu großer Euphorie.

Pfefferminzöl senkt Blutdruck – aber die Studie ist klein

Eine im Fachjournal PLOS One veröffentlichte Untersuchung deutet auf eine blutdrucksenkende Wirkung von Pfefferminzöl hin. 40 Erwachsene mit leichtem Bluthochdruck erhielten 20 Tage lang täglich 0,1 Milliliter Pfefferminzöl. Ergebnis: Der systolische Blutdruck sank um mehr als 8 mmHg. Auch der diastolische Wert und die Ruheherzfrequenz gingen zurück.

Fachleute mahnen jedoch zur Vorsicht. Die geringe Teilnehmerzahl und die kurze Studiendauer lassen keine gesicherten Aussagen über langfristige Effekte zu.

Probiotika: Lactobacillus zeigt Wirkung

Eine Übersichtsarbeit von Jiang et al. im Journal of Hypertension befasste sich parallel mit Probiotika. Besonders Bakterien der Lactobacillus-Arten können den systolischen Blutdruck um 3 bis 14 mmHg senken. Der diastolische Wert sinkt um 1,5 bis 7 mmHg.

Als Ursachen vermuten Forscher eine ACE-Hemmung sowie antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen. Allerdings hängt die Effektivität stark von der Personengruppe ab. Bei älteren Rauchern oder postmenopausalen Frauen zeigten sich geringere Auswirkungen.

Hausmittel: Keine Soforthilfe bei Blutdruckspitzen

Zitrone oder Knoblauch helfen bei akuten Blutdruckspitzen nicht. Dr. Max Fritschka vom Deutschen Herzzentrum der Charité stellt klar: Zitrone enthält zwar Vitamin C, eine blutdrucksenkende Wirkung setzt aber kontinuierliche Einnahme voraus. Eine Studie der Johns Hopkins University aus dem Jahr 2012 belegt: 500 mg Vitamin C täglich über acht Wochen senken den systolischen Wert um bis zu 4,85 mmHg.

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Für kurzfristige Senkung empfiehlt der Mediziner physikalische und mentale Maßnahmen. Kalte Duschen, ausreichend Flüssigkeit (mindestens 1,5 Liter Wasser täglich) sowie Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation wirken sofort. Auch kurze Bewegungseinheiten von etwa fünf Minuten täglich können den systolischen Druck um bis zu 5 mmHg reduzieren. Das senkt langfristig das Schlaganfallrisiko statistisch um etwa 10 Prozent.

Biofeedback-System: Technologie gegen Bluthochdruck

Das AIT Austrian Institute of Technology hat ein Biofeedback-System namens BPRelax entwickelt. Es nutzt die ARCSolver-Technologie zur Pulswellenmessung und kombiniert diese mit Atemübungen. Ziel: den systolischen Blutdruck nachhaltig senken.

Eine erste Serie von 3.000 Geräten ist für den deutschsprachigen Raum vorgesehen. Das Produkt befindet sich derzeit im Zertifizierungsprozess als Medizinprodukt.

Kompressionsstrümpfe: Kein Effekt auf Blutdruck

Prof. Dr. Christiane Tiefenbacher von der Deutschen Herzstiftung stellt klar: Kompressionsstrümpfe haben keinen nachgewiesenen Effekt auf die Blutdruckregulation. Sie helfen bei Venenschwäche oder Schwellungen der Beine. Zur präventiven oder aktiven Senkung des Blutdrucks eignen sie sich nicht.

Leitlinien bleiben der Standard

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Trotz neuer Forschungsansätze bleiben die etablierten Grenzwerte und Basistherapien der Standard. Gemäß den Leitlinien der European Society of Hypertension (ESH) liegt der Idealwert bei unter 120/80 mmHg. Ab einem dauerhaften Wert von 140/90 mmHg ist eine medikamentöse Behandlung unverzichtbar.

Als fundamentale Maßnahmen empfehlen Kardiologen weiterhin eine salzarme Ernährung, Gewichtsreduktion sowie den Verzicht auf Nikotin und Alkohol. Alternative Ansätze und Hausmittel können ergänzend wirken – eine ärztliche Konsultation bei chronischer Hypertonie ersetzen sie nicht.

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