Bluthochdruck-Medikament, Aprocitentan

Bluthochdruck-Medikament: Aprocitentan schĂŒtzt zusĂ€tzlich die Nieren

01.06.2026 - 20:30:54 | boerse-global.de

Idorsia-Studie belegt: Aprocitentan senkt nicht nur Blutdruck, sondern auch Albuminurie. Aktie fÀllt trotz positiver Ergebnisse im schwachen Marktumfeld.

Bluthochdruck-Medikament: Aprocitentan schĂŒtzt zusĂ€tzlich die Nieren - Bild: ĂŒber boerse-global.de
Bluthochdruck-Medikament: Aprocitentan schĂŒtzt zusĂ€tzlich die Nieren - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Der Schweizer Pharmakonzern Idorsia veröffentlicht neue Daten zu seinem Medikament Aprocitentan – mit ĂŒberraschendem Zusatznutzen.

Eine aktuelle Analyse der Phase-III-Studie „Precision" belegt: Aprocitentan senkt nicht nur hartnĂ€ckigen Bluthochdruck, sondern reduziert auch deutlich die Albuminurie – ein FrĂŒhwarnsignal fĂŒr NierenschĂ€den. Die am heutigen Montag vorgestellten Daten zeigen, dass der Wirkstoff selbst bei Patienten wirkt, die auf herkömmliche Therapien nicht ansprechen.

Das Medikament ist bereits auf dem Markt: In den USA lĂ€uft es unter dem Namen Tryvio, in Europa als Jeraygo. Die neuen Erkenntnisse könnten seinen Einsatzbereich erweitern – weit ĂŒber die reine Blutdrucksenkung hinaus.

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Klinische Fortschritte und Kursverluste

Neben den Hypertonie-Daten prÀsentierte Idorsia auch Ergebnisse zu einem Impfstoffkandidaten gegen C. difficile. Die Phase-I-Studie zu IDOR-1134-2831 verlief positiv: Der Wirkstoff erwies sich in ersten Tests am Menschen als sicher und gut vertrÀglich.

Doch die gute Nachricht aus dem Labor konnte die Anleger nicht beruhigen. Der Swiss Market Index (SMI) fiel am Montag um 1,75 Prozent auf 13.305,40 Punkte. Idorsia-Aktien verloren 1,7 Prozent und schlossen bei 4,39 CHF. Noch stĂ€rker traf es die BranchengrĂ¶ĂŸen: Novartis und Roche bĂŒĂŸten jeweils rund drei Prozent ein.

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Großes Rennen um Krebsmedikamente

Die Pharmabranche erlebt derzeit einen Schub neuer Therapien. Auf der ASCO-Konferenz in Chicago prÀsentierten mehrere Unternehmen vielversprechende Daten:

  • Novartis zeigte, dass die Kombination von Pluvicto mit Standardtherapie das Risiko fĂŒr Krankheitsfortschritt oder Tod bei Prostatakrebs um 28 Prozent senkt. Entscheidungen der US- und japanischen Zulassungsbehörden werden fĂŒr die zweite JahreshĂ€lfte 2026 erwartet.
  • Revolution Medicines meldete fĂŒr seinen Wirkstoff Daraxonrasib eine mediane GesamtĂŒberlebenszeit von 13,2 Monaten – fast doppelt so lang wie bei Chemotherapie (6,7 Monate). Eine MarkteinfĂŒhrung in den USA ist fĂŒr das dritte Quartal 2026 geplant.
  • Immunocore veröffentlichte Daten zu Brenetafusp: Bei vorbehandelten Melanom-Patienten lag die Sechs-Monats-Überlebensrate bei 87 Prozent.
  • BioNTech und BMS berichteten von einer 100-prozentigen Krankheitskontrollrate in einer Phase-II/III-Studie zu Pumitamig in Kombination mit Chemotherapie bei Lungenkrebs.

Milliarden-Deal und Erstattungs-Durchbruch

Die Branche ist auch in Bewegung, was Übernahmen und Finanzierungen betrifft. Edgewise Therapeutics verkauft seine Muskel dystrophie-Sparte mitsamt dem Wirkstoff Sevasemten an Servier – fĂŒr bis zu 2,65 Milliarden Euro (umgerechnet rund 2,45 Milliarden Euro). Der Deal soll im dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Edgewise willst sich kĂŒnftig auf Herz-Kreislauf-Medikamente konzentrieren.

In Frankreich gab es positive Nachrichten fĂŒr Advicenne: Deren Medikament Likozam wurde am 1. Juni in die Erstattungsliste aufgenommen. Das beendet ein frĂŒheres Rabattsystem und ermöglicht dem Unternehmen, rund sechs Millionen Euro vom Staat zurĂŒckzufordern. Der Schritt kommt fĂŒr Advicenne zur rechten Zeit – das Unternehmen befindet sich mitten in einem Schuldenrestrukturierungsprozess.

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