Bluthochdruck, Renale

Bluthochdruck: Renale Denervation an 16 Zentren zertifiziert

Veröffentlicht: 19.07.2026 um 08:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Drei Fachgesellschaften zertifizieren Kliniken für die Nierenverödung bei therapieresistentem Bluthochdruck. Die Zahl der spezialisierten Zentren wächst.

Renale Denervation: 16 zertifizierte Zentren für Bluthochdruck-Therapie
Nahaufnahme der Hände eines Arztes, der mit einem Katheter ein medizinisches Verfahren an einem anatomischen Nierenmodell durchführt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Immer mehr Kliniken lassen sich als spezialisierte Zentren für renale Denervation (RDN) zertifizieren – eine minimalinvasive Kathetertherapie.

Was steckt hinter der Nierenverödung?

Die renale Denervation verödet gezielt überaktive Nerven in den Nierenarterien. Ziel: den Blutdruck senken. Das Verfahren richtet sich an Patienten, bei denen mehrere Medikamente nicht ausreichen.

Ein spezieller Katheter wird über die Leiste in die Nierenarterien geführt. Medizinische Berichte beschreiben die Methode als risikoarm. Im US-amerikanischen Huntington Hospital etwa konnten Patienten nach dem Eingriff noch am selben Tag nach Hause.

Durch thermische Energie oder Ultraschall wird das sympathische Nervensystem beruhigt. Dieses ist maßgeblich an der Blutdruckregulation beteiligt.

Drei Fachgesellschaften prüfen die Qualität

In Deutschland zertifizieren die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK), die Deutsche Hochdruckliga (DHL) und die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) die Zentren. Die Eingriffe sollen an Standorten mit nachgewiesener Expertise gebündelt werden.

Mitte Juli 2026 erhielt die St. Barbara-Klinik Hamm-Heessen die Auszeichnung – als eines von bundesweit 16 zertifizierten Zentren. Voraussetzung: strenge Kriterien bei Fallzahlen, Qualifikation und Ausstattung. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Kardiologen, Nephrologen und Hochdruckexperten ist Pflicht.

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Ein Trend zur Spezialisierung

Die Konzentration komplexer Eingriffe in zertifizierte Zentren zieht sich durchs deutsche Gesundheitswesen. Daten des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) für 2024 belegen: Die Zahl der Kliniken mit geringen Fallzahlen sinkt.

Bei Brustkrebsbehandlungen fiel der Anteil von 15,2 Prozent (2020) auf 9,6 Prozent (2024). Die durchschnittliche Fallzahl pro Einrichtung stieg. Ähnliches gilt für Eingriffe an Speiseröhre oder Bauchspeicheldrüse.

Experten betonen: Die Zentralisierung in spezialisierte Zentren steigert Patientensicherheit und Behandlungsqualität. Die RDN-Zentren folgen dieser Logik.

Neue Technologien in der Kardiologie

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Parallel zur renalen Denervation schreitet auch die Gerätemedizin voran. Anfang Juli 2026 implantierte das St. Bernward Krankenhaus in Hildesheim erstmals einen extravaskulären Defibrillator (EV-ICD). Das System ist seit Herbst 2023 zugelassen.

Anders als herkömmliche Defis liegt die Elektrode unter dem Brustbein – nicht in den Blutgefäßen. Solche Innovationen zeigen: Spezialisierung und technischer Fortschritt prägen die strategische Ausrichtung moderner Kliniken.

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