Bluthochdruck: WHO empfiehlt weniger als 2.000 Milligramm Natrium täglich
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 09:24 Uhr | Redaktion boerse-global.deMediziner weisen auf die gesundheitlichen Vorteile der DASH-Ernährung zur Kontrolle des Blutdrucks hin und raten dazu, herkömmliches Speisesalz im Alltag durch alternative Lebensmittel zu ersetzen. Ziel dieses Ansatzes ist es, die tägliche Natriumaufnahme spürbar zu senken und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Hypertonie und Schlaganfälle nachhaltig zu verringern.
Grundprinzipien des Ernährungsansatzes
Die sogenannte DASH-Diät zielt darauf ab, den Blutdruck und das Körpergewicht durch eine gezielte Auswahl an Nahrungsmitteln zu regulieren. Die Basis dieser Ernährungsform bilden frisches Gemüse, Obst, Vollkornprodukte sowie fettarme Proteinquellen und Milchprodukte. Gleichzeitig werden Speisesalz, gesättigte Fettsäuren und Zucker stark begrenzt.
Gesundheitsexperten betonen, dass es sich dabei nicht um eine kurzfristige Reduktionsdiät mit strikten Verboten handelt, sondern um ein dauerhaftes Ernährungskonzept. Bei einer bereits bestehenden Hypertonie kann eine Ernährungsumstellung jedoch keinesfalls die vom Arzt verordneten Medikamente ersetzen.
Für die praktische Umsetzung wird empfohlen, Fleisch und Geflügel auf höchstens 180 Gramm pro Tag zu beschränken und stattdessen häufiger Fisch oder rein pflanzliche Mahlzeiten zu wählen. Zudem gilt der Rat, die gewohnte Buttermenge zu halbieren und salzige Snacks durch ungesalzene Nüsse, Trockenfrüchte, Beeren sowie frisches Obst und Gemüse auszutauschen.
Zur täglichen Orientierung empfehlen Fachleute konkrete Portionsgrößen:
* 6 bis 8 Portionen unraffinierte Vollkornprodukte
* 4 bis 5 Portionen Gemüse
* 4 bis 5 Portionen Obst mit hohem Kalium- und Magnesiumgehalt
* 2 bis 3 Portionen fettarme Milchprodukte
* 6 Portionen weißes Fleisch und Hülsenfrüchte
* 1 Esslöffel ungesalzene Nüsse
Raffinierte Süßwaren, zuckerhaltige Getränke sowie natriumreiche Fertigprodukte sollten dagegen weitgehend vermieden werden.
Versteckte Natriumquellen und empfohlene Grenzwerte
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen, täglich weniger als 2.000 Milligramm Natrium aufzunehmen, was einer menge von unter fünf Gramm Speisesalz entspricht. Patienten mit Bluthochdruck sollten diese Grenze von maximal fünf Gramm Salz pro Tag strikt einhalten.
Dabei ist zu beachten, dass dieser Richtwert nicht nur das aktiv zugegebene Kochsalz umfasst, sondern die gesamte Natriummenge der täglichen Nahrung. Ein erheblicher Teil des Salzes steckt unbemerkt in verarbeiteten Lebensmitteln.
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Dazu zählen insbesondere Fertiggerichte, verarbeitetes Fleisch, heiße Brühen, Würzmittel wie Soja- und Fischsauce sowie fermentierte Sojaprodukte. Auch bei Snacks und Restaurantgerichten ist der Natriumgehalt häufig sehr hoch.
Zur Geschmacksgebung bieten sich Zwiebeln oder naturbelassene Gewürze an, durch deren großzügigen Einsatz der Bedarf an zusätzlichem Speisesalz spürbar sinkt. So sind etwa gekochte Kartoffeln mit Schale praktisch frei von Natrium und liefern zugleich wertvolle Mineralstoffe.
Die Rolle von Kalium und medizinische Risiken
Eine Erhöhung der Kaliumzufuhr kann bei hohem Blutdruck dazu beitragen, den systolischen Wert um etwa 3 bis 5 Punkte zu senken. Ernährungswissenschaftler raten daher zu naturbelassenen Kaliumquellen wie dunkelgrünem Gemüse, Tomaten, Bananen, Kiwis und Hülsenfrüchten.
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Als allgemeines Tagesziel gelten für Frauen rund 2.600 Milligramm und für Männer etwa 3.400 Milligramm Kalium; bei Bluthochdruck kann der Zielwert zwischen 3.500 und 5.000 Milligramm liegen, während die Natriumaufnahme idealerweise auf 1.500 Milligramm pro Tag begrenzt wird.
Allerdings mahnen Fachleute zur Vorsicht: Eine unkontrollierte Steigerung der Kaliumaufnahme oder der eigenmächtige Griff zu kaliumhaltigen Salzersatzmitteln birgt ernste Gefahren. Bei chronischen Nierenerkrankungen, Diabetes, Herzinsuffizienz, Magen-Darm-Problemen oder Störungen der Nebennierenfunktion kann ein Übermaß an Kalium zu einer gefährlichen Hyperkaliämie und Herzrhythmusstörungen führen.
Ebenso ist bei der gleichzeitigen Einnahme bestimmter Medikamente – darunter ACE-Hemmer, kaliumhaltige Diuretika sowie schmerzmittel wie Ibuprofen oder Naproxen – eine vorherige ärztliche Abstimmung zwingend erforderlich.
Auch Wechselwirkungen zwischen Nahrungsmitteln und Arzneimitteln müssen beachtet werden, so kann beispielsweise der Verzehr von Grapefruit die Wirkung von Kalziumkanalblockern beeinflussen. Bei Vorerkrankungen sollten daher Nierenfunktions- und Urintests nicht aufgeschoben und Anpassungen des Speiseplans stets mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
