BMW Leipzig: Humanoider AEON-Roboter testet den Einsatz an Batteriemodulen
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 13:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Automobilindustrie forciert den Einsatz von humanoiden Robotern in hochgetakteten Fertigungsumgebungen. Im Leipziger Werk der BMW Group durchläuft der humanoide Roboter AEON des Herstellers Hexagon Robotics derzeit einen mehrstufigen Pilotbetrieb. Ziel des Automobilkonzerns ist es, die Sicherheit, die Zuverlässigkeit sowie den operativen Nutzen der Technologie unter realen industriellen Bedingungen zu untersuchen.
Stufenweiser Piloteinsatz in der sächsischen Fertigung
Der operative Einsatz des AEON in Leipzig begann am 12. Juni 2026. In einem Lagebericht vom 21. September 2026 informierte BMW über den stufenweisen Verlauf des Vorhabens, bei dem der Roboter bei der Handhabung von Batteriemodulen und Außenbauteilen erprobt wird. Während des ersten Testabschnitts im Juni wurden zwei Einheiten eingesetzt. Hexagon Robotics strebt einen regulären Produktionseinsatz des Systems bis Ende 2026 an.
Der für diese Aufgaben entwickelte AEON weist eine Körpergröße von 1,65 Metern sowie ein Gewicht von 60 Kilogramm auf. Für die Fortbewegung nutzt das Modell einen Radantrieb mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 2,5 Metern pro Sekunde und verfügt über flexible Wechselwerkzeuge für variable Arbeitsgänge.
Angaben eines Unternehmensvertreters von Hexagon zufolge beträgt die Einsatzdauer pro Akkuladung drei bis vier Betriebsstunden, während ein vollständiger Batteriewechsel innerhalb von 25 Sekunden abgeschlossen werden kann.
Das Leipziger BMW-Werk, in dem im Jahr 2025 insgesamt 259.430 Fahrzeuge gefertigt wurden, arbeitet im Drei-Schicht-Betrieb mit mehr als 6.600 Mitarbeitern und erzielt ein tägliches Volumen von bis zu 1.300 Fahrzeugen.
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Strategische Einbettung und Erfahrungen aus den USA
Begleitend zu den Robotik-Tests hat BMW seine interne IT- und Datenarchitektur in der Produktion vereinheitlicht und ein eigenes Zentrum für physische künstliche Intelligenz eingerichtet. Der Leipziger Versuch folgt auf vorherige Testläufe im US-Werk Spartanburg, das laut Ulrich Wieland von BMW Manufacturing den Ausgangspunkt der humanoiden Robotik im Konzern darstellt.
In Spartanburg hatte der Hersteller im Jahr 2025 das Modell Figure 02 des Anbieters Figure in einem elfmonatigen Pilotprojekt getestet. Das System absolvierte in montags bis freitags angesetzten Zehn-Stunden-Schichten mehr als 1.250 Betriebsstunden und lud über 90.000 Blechteile bei einer Platziergenauigkeit von mehr als 99 Prozent sowie einer Zykluszeit von 84 Sekunden.
Brett Adcock, Vorstandsvorsitzender von Figure, wertete die Fertigung von über 30.000 Einheiten des BMW X3 und eine geschätzte Laufleistung von mehr als 1,2 Millionen Schritten beziehungsweise über 200 Meilen als Beleg für die industrielle Reife.
Nach einem anschließenden Test mit zwei bis drei Einheiten im Juni 2026 endete diese Erprobung, sodass sich dort gegenwärtig keine Roboter des Typs Figure mehr im Werk befinden.
Für nachfolgende Logistikaufgaben in Halle 52 entwickelte Figure das 61 Kilogramm schwere Nachfolgemodell Figure 03 mit 20 Kilogramm Traglast, taktilen Kameras und induktiver Ladung, von dem bisher mehr als 350 Einheiten gebaut wurden.
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Ausbau der industriellen Trainingsinfrastruktur
Parallel zu den Werkseinsätzen treibt Hexagon Robotics die Weiterentwicklung des AEON in Kooperation mit dem Zulieferer Schaeffler voran. Beide Unternehmen betreiben in Deutschland ein Trainingszentrum, in dem der Roboter ein methodisches Drei-Stufen-Modell aus Training, Validierung und Praxiseinsatz durchläuft.
Über die kommenden Jahre planen die Partner den Einsatz von mindestens 1.000 AEON-Einheiten, wobei konkrete Zeitpläne und erste Arbeitsbereiche bislang nicht offengelegt wurden. Schaeffler schult parallel eigenes Fachpersonal für die Systemintegration und die Betreuung der Roboterflotte.
