BMW, Figure

BMW setzt Figure 03 ein: Humanoider Roboter ab Juli in US-Werk

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 09:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de

BMW integriert den humanoiden Roboter Figure 03 in sein US-Werk. Der Einsatz markiert einen Meilenstein für die Automatisierung in der deutschen Autoindustrie.

BMW setzt humanoiden Roboter Figure 03 in US-Werk ein
Humanoid Roboter Figure 03 sortiert Fahrzeugteile in BMW-Werk, zeigt moderne Fabrikautomation. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Münchner Autobauer BMW hat einen humanoiden Roboter des Typs Figure 03 im Werk Spartanburg in South Carolina in Betrieb genommen. Seit dem 6. Juli 2026 übernimmt die Maschine Logistik- und Sortieraufgaben in der Fertigung. Es ist der erste Einsatz dieser Art bei einem deutschen Automobilhersteller in den USA.

Vom Pilotprojekt zum Serieneinsatz

Der Figure 03 wiegt 61 Kilogramm, ist 1,73 Meter groß und mit einem weichen Stoffüberzug versehen. Seine Aufgaben: Materialtransport und das Sortieren von Komponenten in bereitgestellte Wagen. Mit einer Akkuladung hält der Roboter rund fünf Stunden durch – geladen wird er kabellos.

Hinter dem Roboter steht das kalifornische Unternehmen Figure AI, das nach einer Finanzierungsrunde Ende 2025 mit rund 39 Milliarden Euro bewertet wird. Der aktuelle Einsatz folgt auf einen zehnmonatigen Pilotversuch im Jahr 2025 mit dem Vorgängermodell Figure 02. Damals half der Roboter bei der Produktion von über 30.000 BMW X3-Modellen.

Die Integration ist Teil eines 1,7 Milliarden Euro schweren Investitionsprogramms von BMW in seinem US-Werk, das vor allem den Ausbau der Elektroauto-Produktion vorantreiben soll.

Wettbewerb im Markt für Laufroboter

Figure AI lieferte 2025 rund 150 Roboter aus – der Umsatz bewegt sich im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Das Unternehmen hat ambitionierte Pläne: Die Maschinen sollen künftig voneinander lernen und immer neue Aufgaben übernehmen. In Werbevideos zeigte Figure AI bereits, wie die Roboter Betten machen oder Handtücher falten.

Anzeige

Die aktuelle Entwicklung bei BMW verdeutlicht, wie massiv Milliarden in Robotik und KI fließen und welche Unternehmen dabei ganz oben auf der Liste stehen. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wer die Gewinner der neuen Industrierevolution sind. Jetzt gratis herausfinden, wer die Gewinner der neuen Industrierevolution sind

Die Konkurrenz schläft nicht. Am 7. Juli 2026 kündigte Agility Robotics seinen Börsengang über eine SPAC-Fusion an. Das Unternehmen wird dabei mit rund 2,5 Milliarden Euro bewertet – und hat bereits über 300 Millionen Euro Umsatz gebucht. Rund 1.000 Exemplare seines Roboters "Digit" sind bei Kunden wie Amazon, GXO und Toyota im Einsatz.

Ebenfalls am 7. Juli startete in Paris ein neuer europäischer Wettbewerber: UMA (Universal Mechanical Assistant). Gegründet von einem ehemaligen Tesla-Wissenschaftler, will das Unternehmen humanoide Roboter für die Industrie entwickeln.

Sicherheitsbedenken und Hürden

Trotz der Fortschritte in der Fabrikhalle: Im Haushalt werden humanoide Roboter wohl noch lange nicht einziehen. Führungskräfte von Agility Robotics schätzen, dass es dafür noch mehr als zehn Jahre dauern wird. Der Grund: Wohnungen sind ungleich komplexer als strukturierte Fabrikhallen.

Anzeige

Während Roboter die Industrie verändern, stellen Finanzexperten bereits die Weichen für Anleger und enthüllen im Gratis-Report, wo das große Geld gerade hinfließt. Die nächste industrielle Revolution hat bereits begonnen – kennen Sie die Unternehmen dahinter? Finanzexperten enthüllen im Gratis-Report, wo das große Geld gerade hinfließt

Ein weiteres Problemfeld ist die Sicherheitszertifizierung. Figure AI sieht sich derzeit mit einer Klage seines ehemaligen Produktsicherheitschefs konfrontiert. Er wirft dem Unternehmen vor, nach Kritik an den Sicherheitsprotokollen entlassen worden zu sein. Branchenkenner betonen, dass Sicherheitsstandards von Anfang an in die Hardware-Entwicklung einfließen müssten – und nicht nachträglich eingebaut werden könnten.

Marktpotenzial und Kostenentwicklung

Die Analysten von Goldman Sachs sehen den Markt für humanoide Roboter bis 2035 bei rund 38 Milliarden Euro. Seit 2023 sind die Herstellungskosten um etwa 40 Prozent gesunken. Ein einzelner Roboter kostet derzeit zwischen 30.000 und 150.000 Euro.

Während China die meisten der führenden Unternehmen in diesem Sektor stellt und bis Ende 2025 auf Massenproduktion setzt, konzentrieren sich westliche Firmen auf "Physical AI" – also Roboter, die sich an menschengemachte Arbeitsumgebungen anpassen können, in denen herkömmliche Automatisierung an ihre Grenzen stößt.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69720977 |