BNPL-Regulierung, FCA

BNPL-Regulierung: FCA übernimmt Kontrolle am 15. Juli

15.06.2026 - 21:24:36 | boerse-global.de

PayPal passt Händlergebühren in Großbritannien und Irland an. Zeitgleich startet die FCA-Regulierung für BNPL-Dienste mit strengen Bonitätsprüfungen.

PayPal erhöht Gebühren in UK und Irland ab Oktober 2026
BNPL-Regulierung - A close-up of a smartphone screen showing the PayPal logo and a payment interface, with blurred financial documents in the background. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ab Oktober steigen die Gebühren für Händler – zeitgleich mit einer umfassenden Regulierung des umstrittenen „Kauf jetzt, zahl später"-Marktes.

Neue Gebühren für britische Händler

Ab dem 1. Oktober 2026 greifen die neuen Preise. Händler, die den Service „PayPal Pay Later" anbieten, zahlen künftig 3,90 Prozent plus eine feste Gebühr pro Transaktion. Auch Payment Links werden teurer: Hier verlangt PayPal 3,9 Prozent plus 0,39 Britische Pfund. Der Virtual Terminal-Service kostet dann 2,90 Prozent zuzüglich Festgebühr.

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Immerhin: PayPal führt ein optionales gestaffeltes Tarifmodell ein. Die Sätze liegen dann zwischen 2,10 und 2,90 Prozent plus Festgebühr. Das verschafft größeren Händlern Spielraum.

Irland: Neue Regeln für Plattformdaten und Streitfälle

In Irland hat PayPal bereits am heutigen Montag sein Plattform-Abkommen aktualisiert. Kernpunkt: Klarere Regeln zum Datenaustausch mit Plattformanbietern. Ab dem 7. September kommen zudem Gebühren für Streitfälle auf Händler zu. Gleichzeitig präzisiert PayPal seine Käuferschutzrichtlinien in Großbritannien – doppelte Ansprüche aus ein und derselben Transaktion sollen künftig ausgeschlossen sein.

FCA reguliert den BNPL-Markt

Der eigentliche Paukenschlag kommt am 15. Juli 2026. Dann nimmt die britische Finanzaufsicht FCA die Anbieter von „Buy Now, Pay Later" (BNPL) offiziell unter ihre Aufsicht. Betroffen sind nicht nur PayPal, sondern auch Konkurrenten wie Klarna und Clearpay.

Die neuen Regeln haben es in sich:
- Pflicht zur Bonitätsprüfung bei jedem Kauf
- Transparente Darstellung aller Kreditkonditionen
- Beschwerderecht beim Financial Ombudsman Service
- Käufe zwischen 100 und 30.000 Britischen Pfund fallen unter Section 75 des Verbraucherkreditgesetzes

Das bedeutet: Kreditgeber haften künftig gemeinsam mit dem Händler, wenn Ware defekt ist oder nicht ankommt. Ein massiver Schritt – der BNPL-Markt in Großbritannien hatte 2024 ein Volumen von über 13 Milliarden Britischen Pfund. Rund 10,9 Millionen Nutzer – etwa 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung – nutzten die Dienste.

Solides Wachstum, sinkende Marge

Die Gebührenanpassung kommt nicht von ungefähr. Im ersten Quartal 2026 steigerte PayPal den Umsatz um 7 Prozent auf 8,35 Milliarden US-Dollar. Das gesamte Zahlungsvolumen (TPV) legte um 11 Prozent auf 464 Milliarden US-Dollar zu.

Doch die operative Marge sank deutlich: um 229 Basispunkte auf 18,4 Prozent. Die Transaktionsmarge lag bei 3,81 Milliarden US-Dollar.

Strategische Neuausrichtung

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Erst im April 2026 hatte PayPal seine Struktur grundlegend geändert. Das Unternehmen ist nun in zwei Sparten aufgeteilt: Checkout Solutions und Consumer Financial Services – letztere inklusive des Bezahldienstes Venmo. Parallel dazu läuft ein massives Aktienrückkaufprogramm: Sechs Milliarden US-Dollar in den letzten zwölf Monaten.

Investor Burry stockt auf – Aktie unter Druck

Bemerkenswert: Der bekannte Investor Michael Burry – bekannt aus dem Film „The Big Short" – hat seine Position bei PayPal am heutigen Montag aufgestockt. Der Einstiegskurs: 40,98 US-Dollar. Das könnte ein Signal sein. Denn die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 28 Prozent verloren. Einige Marktbeobachter sehen PayPal deshalb als mögliches Übernahmeziel.

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