Bodybuilding-Star „Bbzinho“ mit 22 Jahren gestorben
24.05.2026 - 20:16:44 | boerse-global.deDer 22-Jährige, der unter seinem Pseudonym „Bbzinho“ Millionen Follower hatte, wurde am 23. Mai leblos in seiner Wohnung in São Paulo aufgefunden. Die Todesursache ist noch unklar.
Vom Pokémon-Profi zum Muskelphänomen
Ganleys Karriere begann ungewöhnlich. Mit 15 Jahren entdeckte er das Krafttraining, inspiriert von Bodybuilding-Legenden der 80er und 90er. Zuvor war er als kompetitiver Pokémon-Spieler erfolgreich – zeitweise gehörte er zu den acht besten Spielern Lateinamerikas.
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Seinen Durchbruch schaffte Ganley mit einem viralen Video: Es zeigte ihn an der Beinpresse mit 500 Kilogramm. Plötzlich hatte er zwei Millionen Follower auf Instagram. 2023 zog er nach São Paulo, unterschrieb einen Sponsoringvertrag mit Integralmédica und bereitete sich auf Wettkämpfe vor.
Offener Umgang mit Doping
Ganley war kein Heuchler. Anfangs propagierte er „Natural Bodybuilding“, räumte später aber offen ein, anabole Steroide zu nehmen. Mediziner kritisierten diese Ehrlichkeit – seine Community feierte sie.
2025 erlitt er eine schwere Lungenentzündung, die ihn monatelang außer Gefecht setzte. Fachleute bringen solche Infekte gelegentlich mit intensiven Steroidkuren in Verbindung, die das Immunsystem belasten. Die Ermittler schließen Gewalteinwirkung aus. Brasilianische Medien spekulieren über einen hypoglykämischen Schock – eine Unterzuckerung, die durch Insulinmissbrauch oder extreme Diäten ausgelöst werden kann. Die Obduktion läuft.
Fünffach höheres Risiko für Herztod
Der Fall Ganley ist kein Einzelfall. Eine Studie im European Heart Journal (Mai 2025) untersuchte über 20.000 IFBB-Athleten. Ergebnis: Profi-Bodybuilder haben ein mehr als fünffach höheres Risiko für plötzlichen Herztod als Amateure.
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Ursachen sind Vergrößerungen des Herzmuskels und verdickte Herzwände – ausgelöst durch extremes Training und leistungssteigernde Substanzen. Branchengrößen wie Ramon Dino und Nick Walker trauerten öffentlich um Ganley. Gleichzeitig fordern Stimmen in den sozialen Medien bessere medizinische Überwachung und eine Abkehr vom „Masse um jeden Preis“-Ideal.
Die gefährliche Phase vor dem Wettkampf
Die Tragödie zeigt ein Paradoxon: Während Bodybuilder äußerlich Vitalität ausstrahlen, kann ihr Inneres massiv geschwächt sein. Besonders die Wettkampfvorbereitung ist riskant. Dehydrierung, extreme Kalorienrestriktion, Diuretika und Hormone belasten Herz und Elektrolythaushalt enorm.
Ganleys vorangegangene Lungenentzündung war ein zusätzlicher Stressfaktor. Experten warnen: Extremmuskelaufbau in jungen Jahren überfordert die Regenerationsfähigkeit des Körper dauerhaft.
Forderungen nach strengeren Kontrollen
Nach dem Tod des 22-Jährigen wächst der Druck auf die Verbände. Diskutiert werden verpflichtende Herz-Screenings und regelmäßige Blutuntersuchungen für Lizenznehmer. Fachleute fordern mehr Aufklärung über die Risiken von Insulin und anderen Medikamenten.
Ob die Verbände die Bewertungskriterien anpassen – weg von schierer Masse, hin zu mehr Gesundheit –, bleibt abzuwarten. Ganleys Tod könnte als Wendepunkt dienen. Für seine Millionen Fans bleibt er eine mahnende Erinnerung an die Zerbrechlichkeit des Körpers im Grenzbereich des Möglichen.
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