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Boss Scam: Deepfakes und KI-Stimmen täuschen Manager

Veröffentlicht: 18.07.2026 um 01:16 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Indische Börsenaufsicht schlägt Alarm wegen KI-gestützter Betrugsmasche. Ein Schmuckhersteller verlor bereits über eine Million Euro.

SEBI warnt: Deepfake-Betrugswelle trifft Top-Manager indischer Firmen
Eine dunkle Silhouette eines Geschäftsmannes vor einem digitalen Interface, das verzerrte Gesichter und Finanzdiagramme zeigt, symbolisiert Deepfake-Betrug. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine neue Betrugswelle zielt gezielt auf Top-Manager börsennotierter Unternehmen ab. Beim sogenannten „Boss Scam“ kombinieren Kriminelle Deepfakes mit klassischen Social-Engineering-Tricks.

Wie die Täter vorgehen

Die Betrüger imitieren CEOs oder Geschäftsführer täuschend echt. Sie setzen KI-generierte Stimmen und Videoanrufe ein, um Finanzmitarbeiter zu dringenden Überweisungen zu drängen. Das Geld fließt dann auf sogenannte Mule-Konten.

Die Kontaktaufnahme läuft nicht nur über E-Mail. Die Täter nutzen verstärkt Messenger wie WhatsApp oder Microsoft Teams. Ihr Druckmittel: angebliche streng vertrauliche Transaktionen oder unveröffentlichte preis sensible Informationen. So verhindern sie direkte Rücksprachen.

Ein weiterer Trick: Die Kriminellen verschicken infizierte ZIP-Dateien. Wer sie öffnet, riskiert gekaperte WhatsApp-Web-Sitzungen. Die Angreifer können dann im Namen des Opfers kommunizieren und Kontaktlisten manuipulieren.

Millionenschaden bei Schmuckhersteller

Eine Tochtergesellschaft von Sky Gold wurde bereits Opfer. Starmangalsutra verlor Mitte Juli rund 10,70 Crore Rupien – etwa 1,18 Millionen Euro. Die Täter hatten sich Zugriff auf ein Diensthandy und einen Laptop verschafft. Sie imitierten die Identität eines Direktors und veranlassten unautorisierte Überweisungen.

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Das Unternehmen informierte die Cybercrime-Behörden und Banken. Die Aktie von Sky Gold fiel daraufhin um rund drei Prozent.

Weltweite Welle von KI-Betrug

Der Fall reiht sich in einen globalen Trend ein. Der FBI beziffert die Verluste durch KI-gestützte Betrügereien in den USA für 2025 auf 893 Millionen Dollar. In Australien verloren Bürger im selben Zeitraum rund 2,18 Milliarden Australische Dollar – vor allem durch Anlagebetrug mit Deepfakes von Prominenten.

In Kanada verlor eine Seniorin fast eine Million Kanadische Dollar. Sie war auf ein Deepfake-Video hereingefallen, das eine angebliche Krypto-Investition bewarb.

Die Zahlen zu anderen Betrugsformen sind ebenfalls alarmierend: Im ersten Halbjahr 2026 stiegen Quishing-Fälle (Phishing via QR-Codes) um 146 Prozent, SMS-Phishing um 162 Prozent.

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So schützen sich Unternehmen

Die Aufsichtsbehörden raten zu schärferen Verifikationsprozessen. Finanztransaktionen sollten niemals allein auf Anweisungen über Messenger oder soziale Medien basieren. Stattdessen ist eine direkte Bestätigung über etablierte Kanäle Pflicht.

Sicherheitsexperten empfehlen firmeninterne Codewörter für Notfälle. So lässt sich die Identität von Gesprächspartnern bei Telefonanweisungen zweifelsfrei prüfen.

Grundregel: Keine Dateianhänge aus unbekannten Quellen öffnen. Keine sensiblen Bankdaten oder Einmalpasswörter preisgeben. Verdächtige Vorfälle gehören sofort auf die Cybercrime-Hotline.

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