Boston Dynamics: 25.000 Atlas-Roboter für Hyundai-Werke ab 2028
Veröffentlicht: 19.07.2026 um 03:02 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Konzernchef Chung Eui-sun stockte seinen persönlichen Anteil am 19. Juli 2026 auf 25 Prozent auf – ein klares Signal für einen baldigen Börsengang.
Die Transaktion im Wert von rund 320 Millionen Euro markiert den vollständigen Ausstieg des japanischen Investors SoftBank. Chung investierte aus eigener Tasche umgerechnet etwa 80 Millionen Euro und erwarb damit 9,65 Prozent der Anteile. Seine kumulierten Privatinvestitionen in den Roboterhersteller belaufen sich nun auf rund 800 Milliarden Won.
Neue Eigentümerstruktur nach SoftBank-Aus
Nach dem Deal sieht die Besitzverteilung wie folgt aus: Die Holding HMG Global hält 62,5 Prozent, Konzernchef Chung persönlich 25 Prozent und die Logistiktochter Hyundai Glovis 12,5 Prozent. Damit hat die Hyundai-Gruppe die volle Kontrolle über Boston Dynamics.
Branchenbeobachter werten die Konsolidierung als typischen Schritt vor einem Börsengang. Die Konzernführung prüft derzeit einen IPO auf der NASDAQ, möglicherweise mit einer vorherigen Finanzierungsrunde. Auch eine Zusammenarbeit mit Technologiekonzernen wie Google und dessen KI-Sparte DeepMind steht im Raum – um die künstliche Intelligenz der Roboter weiterzuentwickeln.
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25.000 Atlas-Roboter für die Produktion
Die Eigentümerumstrukturierung fällt mit ehrgeizigen Plänen zur Integration von Boston-Dynamics-Technologie zusammen. Hyundai will mehr als 25.000 Atlas-Humanoiden in seinen Werken einsetzen. Den Anfang macht 2028 das neue Metaplant America in Georgia, wo die Roboter zunächst für die Teilebereitstellung zuständig sein sollen. Ab 2030 ist der vollständige Einsatz am Fließband geplant.
Der Atlas-Humanoid ist 1,88 Meter groß, wiegt 90 Kilogramm und kann Lasten bis zu 50 Kilogramm heben. Die Stückkosten liegen zwischen 130.000 und 140.000 Euro. Hyundai peilt eine Jahresproduktion von 30.000 Einheiten bis 2028 an und plant den Bau einer Aktuatorenfabrik mit einer Kapazität von 350.000 Komponenten.
Arbeitskampf in Südkorea
Die Automatisierungsoffensive stößt auf Widerstand der Belegschaft. Vom 13. bis 15. Juli legten Hyundai-Arbeiter im südkoreanischen Ulsan die Arbeit teilweise nieder. Die Gewerkschaft fordert Lohnerhöhungen, eine Anhebung des Renteneintrittsalters von 60 auf 65 Jahre sowie verbindliche Zusagen, dass KI und Robotik nicht zu Stellenabbau führen. Die Gewerkschaft vertritt rund 40.000 Beschäftigte.
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Wettlauf um den Robotermarkt
Der globale Markt für humanoide Roboter entwickelt sich rasant. Erst Anfang Juli trat der Atlas-Roboter bei einer WM-Halbzeitshow im Spiel Norwegen gegen Brasilien auf. Die Konkurrenz schläft nicht: Der chinesische Hersteller Unitree Robotics erhielt grünes Licht für einen 619-Millionen-Euro-IPO in Shanghai – nachdem das Unternehmen 2025 mehr als 5.500 Einheiten ausgeliefert hatte.
Agility Robotics eröffnete am 17. Juli ein neues Trainingszentrum in Fremont, Kalifornien. Das Unternehmen hat Aufträge im Wert von 300 Millionen Euro an Land gezogen und plant seinen eigenen Börsengang noch in diesem Jahr. Der weltweite Markt für Automatisierungsrobotik – 2025 noch 11,2 Milliarden Euro schwer – soll bis 2034 auf 34,3 Milliarden Euro wachsen.
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