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Boston Dynamics: Neue Roboterhand mit Tastsensorik startet Fertigung

27.06.2026 - 04:09:56 | boerse-global.de

Boston Dynamics präsentiert eine taktile Roboterhand und plant mit Hanwha ein neues Forschungszentrum für die Serienproduktion.

Boston Dynamics: Neue Roboterhand mit Tastsensorik vorgestellt
Boston - Detailaufnahme einer Roboterhand mit fortschrittlichen taktilen Sensoren an den Fingerspitzen in einer Hightech-Umgebung. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Hardware erfasst Druck und Berührung präzise und soll in der Fertigung, Logistik und Medizin zum Einsatz kommen.

Die Ankündigung folgt nur einen Tag nach einer massiven Investitionszusage. Gemeinsam mit dem koreanischen Partner Hanwha plant Boston Dynamics, rund 92 Millionen Euro in ein neues Forschungszentrum in Waltham, Massachusetts, zu stecken. Die 30.000 Quadratmeter große Anlage für Robotik und Künstliche Intelligenz soll drei bisherige Standorte bündeln und wird vom Bundesstaat Massachusetts mit 23 Millionen Euro unterstützt.

Der Weg zur Massenproduktion

Das neue Zentrum ist ein klares Signal: Boston Dynamics will seine Produkte endgültig zur Marktreife bringen. Im Fokus stehen der humanoide Roboter Atlas, der vierbeinige Spot und der Logistik-Roboter Stretch. Bereits 2028 soll die Serienproduktion von Atlas anlaufen. Bis 2033 rechnet das Unternehmen mit der Schaffung von 1.250 neuen Arbeitsplätzen – vor allem in der Fertigung und KI-Integration.

Parallel dazu zeichnet sich eine Veränderung in der Eigentümerstruktur ab. Der koreanische Autokonzern Hyundai Motor Group, bereits Mehrheitseigner, strebt offenbar die vollständige Kontrolle an. Medienberichten zufolge erwägt Hyundai, sein US-Forschungsinstitut für KI gegen die restlichen 9,65 Prozent der Anteile von SoftBank einzutauschen. Das Ziel: eine geschlossene Eigentümerstruktur vor einem möglichen Börsengang im Jahr 2028.

Branche im Tastfieber

Die Neuheit von Boston Dynamics ist kein Einzelfall. Die gesamte Branche arbeitet daran, die Lücke zwischen menschlicher und maschineller Geschicklichkeit zu schließen. Erst am Donnerstag gaben ABB Robotics und PSYONIC eine Partnerschaft bekannt. Sie wollen Daten einer bionischen Prothesenhand nutzen, um die Greiffähigkeiten von ABB-Kollaborationsrobotern zu trainieren – etwa für die sensible Handhabung von Bauteilen in der Luftfahrt, Automobilindustrie oder Biotechnologie.

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Auch andere Hersteller legten am Freitag nach:

  • Changingtek Robotics präsentierte den Uhand, eine Hand zur hochpräzisen Datenerfassung mit einer Auflösung von 2,34 Taxeln pro Quadratzentimeter und einer Kraft von bis zu 160 Newton.
  • BMW setzt den humanoiden Roboter Figure 03 im Werk Spartanburg ein. Der Roboter verfügt über Kameras in der Handfläche und Tastsensoren für Logistikaufgaben.
  • Xiaomi rüstete seinen CyberOne-Roboter mit einem vollflächigen Tastsystem und einer neuartigen Flüssigkühlung aus. Bei Tests in der Automobilfertigung erreichte der Roboter eine Erfolgsquote von 90,2 Prozent bei Schraubarbeiten.

Autonome Systeme werden intelligenter

Während die Hardware immer geschickter wird, machen auch die Software-Systeme große Sprünge. Amazon stellte am Donnerstag Proteus 2 vor, einen autonomen Logistikroboter, der nun Sprachbefehle versteht. Der Konzern betreibt inzwischen über eine Million Robotereinheiten und meldet eine Unfallreduktion um 41 Prozent bei gleichzeitiger Steigerung des Warenumschlags um 40 Prozent.

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Kawasaki Robotics brachte am Freitag den RL030N auf den Markt – nach eigenen Angaben der erste 8-Achsen-Roboter der Welt, der für "Physical AI" ausgelegt ist. Das System arbeitet mit neuen Schweißprüfwerkzeugen, die bis zu zehnmal schneller sind als herkömmliche Methoden.

Auch die medizinische Forschung profitiert von den Fortschritten. Ein Team der ETH Zürich und der TU München veröffentlichte am Freitag Ergebnisse zum SensoExo, einer tragbaren Hand-Exoskelett. In klinischen Studien mit 14 Patienten verbesserte das Gerät durch Neurostimulation die sensorische Rückmeldung und die Greiffunktion bei Menschen mit neurologischen Einschränkungen.

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