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Boston Dynamics: Spot-Roboter soll Milliarden-Lücke in der Logistik schließen

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 01:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Boston Dynamics testet seinen Roboter Spot für die Zustellung auf den letzten Metern. Das Unternehmen zielt auf die 82 Milliarden Euro teure Lücke in der Logistik.

Boston Dynamics Spot: Roboter für die letzte Meile der Paketzustellung
Ein Boston Dynamics Spot-Roboter mit Paketzustellaufsatz läuft auf einem Weg zur Haustür. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der US-Roboterbauer testet seinen vierbeinigen Roboter für die letzte Etappe der Paketzustellung – und will damit eine milliardenschwere Lücke in der Logistik schließen.

Boston Dynamics treibt die Automatisierung der Lieferkette voran. Das Unternehmen testet seinen bekannten Roboter Spot für den sogenannten „Porch Gap" – die letzten Meter vom Lieferwagen bis zur Haustür. Das gab der Hersteller am Dienstag bekannt.

Die letzten 15 Meter entscheiden

Im Fokus steht die automatisierte Überbrückung der finalen Distanz. Spot wird dafür mit einem speziellen Förderbandaufsatz ausgestattet, der es dem vierbeinigen Roboter erlaubt, gleich zwei Pakete zu transportieren – jeweils bis zu 40x30x25 Zentimeter groß.

Die technischen Vorführungen zeigen: Spot meistert Umgebungen, die herkömmlichen Lieferrobotern auf Rädern schwer zu schaffen machen. Treppen, Schotterwege und verschneites Gelände stellen für den Roboter kein Hindernis dar. Um die Präzision und Sanftheit der Zustellung zu demonstrieren, testete das Unternehmen sogar die Lieferung zerbrechlicher Güter – etwa Eier.

Der strategische Fokus auf dieses Segment ist kein Zufall. Die Kosten für die letzte Meile der Logistik in den USA belaufen sich auf schätzungsweise 82 Milliarden Euro jährlich. Boston Dynamics führt derzeit Verhandlungen mit großen Logistikdienstleistern über ein formelles Pilotprojekt. Geplant ist ein Test mit 200 Paketen täglich über eine Fünf-Tage-Woche.

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Effizienzgewinne durch Software-Integration

Die Effizienzsteigerung steht im Zentrum des Verkaufsarguments. Laut Paige Miller von Boston Dynamics könnte der Robotereinsatz die Lkw-Kapazität optimieren: Für je drei Pakete, die ein Spot ausliefert, kann ein zusätzliches Paket auf das Fahrzeug geladen werden.

Die Roboter nutzen die Orbit-Software zur Routenoptimierung und finden so den effizientesten Weg vom Fahrzeug zur Tür. Doch die Technologie hat ihren Preis: Spot kostet rund 69.000 Euro – ein deutlicher Unterschied zu günstigeren vierbeinigen Modellen am Markt. Zudem steht Boston Dynamics in Konkurrenz zu anderen automatisierten Lösungen wie Amazons RIVR-Plattform, die bereits in Austin getestet wird.

Hyundai übernimmt vollständig

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Der Vorstoß in den Liefersektor folgt auf eine Veränderung der Eigentümerstruktur. Ende Juni 2026 schloss Hyundai die vollständige Übernahme von Boston Dynamics ab, indem der koreanische Konzern die restlichen 9,65 Prozent von SoftBank für rund 299 Millionen Euro erwarb. Damit ist die Roboterschmiede nun fest im Hyundai-Motorkonzern verankert.

Zur Unterstützung der Expansion und neuer Initiativen in den Bereichen KI und Robotik plant Boston Dynamics eine Investition von 92 Millionen Euro in eine neue, 30.000 Quadratmeter große Anlage in Waltham, Massachusetts. Das Projekt wird mit 23 Millionen Euro aus einem staatlichen Zuschuss gefördert. Der Umzug in die neue Zentrale soll Mitte 2027 beginnen, langfristig will das Unternehmen bis 2033 rund 1.250 Arbeitsplätze dort schaffen.

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