Bot-Sicherheit: Nur 2,8% der Websites geschĂĽtzt vor KI-Angriffen
Veröffentlicht: 06.07.2026 um 16:27 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Sicherheitsbranche rüstet sich für eine neue Ära: Immer mehr autonome KI-Agenten durchstreifen das Internet, und herkömmliche Schutzmechanismen stoßen an ihre Grenzen. Ein alarmierender Trend zeichnet sich ab.
SchutzlĂĽcken wachsen rasant
Nur noch 2,8 Prozent aller Websites sind vollständig gegen automatisierte Angriffe geschützt – ein drastischer Rückgang gegenüber 8,4 Prozent im Vorjahr. Das zeigt der aktuelle „Global Bot Security Report“ von DataDome. Über 61 Prozent der Seiten stehen völlig schutzlos da.
Der Grund: KI-gesteuerte Crawler verändern das Spiel. Allein die Aktivität von Large Language Models (LLMs) machte im August 2025 über zehn Prozent des gesamten Bot-Verkehrs aus – eine Vervierfachung seit Jahresbeginn. Die Sicherheitsfirmen reagieren mit neuen Konzepten. DataDome etwa setzt auf Web Bot Auth, eine Technologie, die kontinuierlich die Absicht eines Zugriffs prüft und kryptografische Identifikatoren nutzt. So sollen legitime, von Menschen autorisierte Agenten von Schadsoftware unterschieden werden.
Cloudflare zieht die ZĂĽgel an
Da nicht-menschlicher Traffic inzwischen mehr als die Hälfte aller Webaktivitäten ausmacht, verschärft Cloudflare die Regeln. Der Internetdienst führt neue Klassifikationen und Analysen für KI-gesteuerte Inhalte ein. Website-Betreiber können künftig gezielt blockieren, welche Seiten für KI-Training oder Agenten-Nutzung freigegeben sind.
Bis zum 15. September 2026 will Cloudflare zudem neue Standardeinstellungen aktivieren, die gemischte Crawler von Werbeseiten fernhalten. Das Ziel: den Übergang zum „agentischen Web“ gestalten, ohne die Daten von Verlagen und Unternehmen preiszugeben.
Der Anteil geschützter Websites ist auf 2,8% gefallen – KI-Crawler machen inzwischen über 10% des Bot-Verkehrs aus. Wer seine Seite nicht absichert, riskiert Datenverlust und Wettbewerbsnachteile. Dieser Report liefert die entscheidenden Hebel: von Bot-Abwehr-Checkliste bis Zero-Trust für KI-Agenten. Jetzt kostenlosen Schutz-Report anfordern
Digitale Pässe für KI-Assistenten
Während KI-Agenten zunehmend als Schnittstelle für Geschäftsprozesse dienen, entwickeln große Softwareanbieter spezielle Sicherheitsausweise für diese digitalen Entitäten. Workday hat kürzlich seinen Agent Passport vorgestellt – ein Prüfwerkzeug, das KI-Agenten anhand etablierter Sicherheitsstandards bewertet, darunter das NIST AI Risk Management Framework und die OWASP Top 10 für LLMs. Cisco fungiert als erster Zertifizierungspartner.
„KI-Agenten müssen als eigenständige Identitäten behandelt werden“, betont Rishi Kaushal, CIO bei Entrust. Unternehmen sollten Zero-Trust-Prinzipien auf maschinelle Identitäten anwenden: strenge Governance, definierte Berechtigungen und „Kill Switches“, um die wachsende Zahl von Agenten zu kontrollieren.
Menschliche Kontrolle per Iris-Scan
Die entstehende „Agenten-Ökonomie“ treibt auch ungewöhnliche Lösungen hervor. World, früher bekannt als Worldcoin, hat im März 2026 sein AgentKit gestartet. Das System erlaubt KI-Agenten den Nachweis ihrer „einzigartigen Menschlichkeit“ – indem sie sich mit einem menschlichen World ID verknüpfen, der per Iris-Scan verifiziert wird. Das Beta-Tool soll E-Commerce-Seiten ermöglichen, Agenten-Transaktionen zu akzeptieren, solange ein verifizierter Mensch dahintersteht.
KI-Agenten wickelten zuletzt 176 Millionen Transaktionen ab – doch 97% der Websites sind unzureichend geschützt. Bevor regulatorische Vorgaben wie der EU AI Act verbindlich greifen, sollten Sie Ihre Identitätskontrolle für maschinelle Zugriffe aufbauen. Der Report zeigt, wie Sie mit digitalen Pässen und Kill Switches Ihre Systeme absichern. Zero-Trust-Leitfaden jetzt sichern
Der Bedarf ist real: Zwischen Mai 2025 und April 2026 wickelten KI-Agenten bereits 176 Millionen Transaktionen im Wert von 73 Millionen US-Dollar ab – der Großteil in der Stablecoin USDC.
In den Vereinigten Arabischen Emiraten setzt die Freihandelszone Innovation City in Ras Al Khaimah auf Blockchain-basierte Geschäfts-IDs für über 1.000 registrierte Firmen. Diese digitalen Ausweise ermöglichen eine „Human-in-the-Loop“-Verifizierung in Agenten-Workflows – ein kryptografisch nachprüfbarer Weg für Banken und Behörden, mit automatisierten Unternehmen zu interagieren.
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