Botnetz, Asocks

Botnetz Asocks: Polizei lahmt 17-Millionen-Netzwerk weltweit

29.05.2026 - 04:39:45 | boerse-global.de

Behörden legen Botnetz mit 17 Millionen infizierten GerÀten lahm und gehen zeitgleich gegen russische Hacker vor.

Botnetz Asocks: Polizei lahmt 17-Millionen-Netzwerk weltweit - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Botnetz Asocks: Polizei lahmt 17-Millionen-Netzwerk weltweit - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Die niederlĂ€ndische Polizei und das nationale Cyber-Sicherheitszentrum (NCSC) haben ein globales Botnetz namens Asocks erfolgreich lahmgelegt. Die Operation richtete sich gegen Server in den Niederlanden, die mindestens 17 Millionen kompromittierte GerĂ€te weltweit kontrollierten – darunter Computer, Router, Smartphones und IoT-GerĂ€te.

Die Ermittlungen begannen nach einem Hinweis eines Sicherheitsforschers. Das Cybercrime-Team der Polizei Den Haag identifizierte daraufhin 200 Server in niederlĂ€ndischen Rechenzentren, die als RĂŒckgrat des Netzwerks dienten. Diese wurden bei einem Hosting-Anbieter beschlagnahmt, was zur sofortigen Abschaltung der Botnetz-Infrastruktur fĂŒhrte.

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Botnetz als „Wohngebiets-Proxy" missbraucht

Laut Ermittlern fungierte Asocks als sogenannter Residential Proxy Service. Diese Infrastruktur erlaubt es Kriminellen, ihren Datenverkehr ĂŒber die IP-Adressen ahnungsloser Privatnutzer zu leiten. FĂŒr Sicherheitssysteme wird es dadurch nahezu unmöglich, normale InternetaktivitĂ€t von kriminellen Handlungen zu unterscheiden.

Die infizierten GerĂ€te waren ĂŒber den gesamten Globus verteilt. Nach der Beschlagnahme der Kommando-Server kooperierte der Hosting-Anbieter und nahm das gesamte kriminelle Netzwerk vom Netz.

Zeitgleicher Schlag gegen russische Hacker

Parallel dazu gingen niederlÀndische Finanzermittler und Steuerbehörden gegen Infrastruktur vor, die angeblich der russischen Hackergruppe NoName057(16) diente. Dabei wurden rund 800 Server in zwei Rechenzentren beschlagnahmt.

Die Server gehörten den Firmen WorkTitans und MIRhosting und wurden fĂŒr sogenannte DDoS-Angriffe gegen europĂ€ische Regierungsbehörden und Banken genutzt. Die Behörden nahmen die Inhaber beider Firmen, Yousef Zinad und Andrey Nesterenko, fest. Ermittlungen ergaben, dass ServerkapazitĂ€ten an Personen auf der EU-Sanktionsliste vermietet worden waren.

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Strengere Kontrolle digitaler Infrastruktur

Die Aktionen sind Teil eines umfassenderen Vorstoßes der niederlĂ€ndischen Regierung zur Sicherung der nationalen digitalen Infrastruktur. Am Donnerstag griff die Regierung zudem in den Wirtschaftssektor ein: Sie blockierte die Übernahme des Cloud-Anbieters Solvinity durch die US-Firma Kyndryl im Wert von rund 150 Millionen Euro.

Als Grund nannten die Behörden Sicherheitsbedenken bezĂŒglich des DigiID-Systems, das die persönlichen Daten niederlĂ€ndischer BĂŒrger verwaltet. Das NCSC rief die Bevölkerung nach den Maßnahmen zu erhöhter Wachsamkeit auf – regelmĂ€ĂŸige Software-Updates und starke, einzigartige Passwörter seien der beste Schutz davor, dass die eigenen GerĂ€te in Botnetze eingebunden werden.

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