Botnetz, Millionen

Botnetz zerschlagen: 17 Millionen GerÀte befreit

31.05.2026 - 04:56:06 | boerse-global.de

Ermittler legen globales CyberkriminalitÀtsnetzwerk lahm, das aus infizierten Computern, Smartphones und IoT-GerÀten bestand.

Botnetz zerschlagen: 17 Millionen GerĂ€te befreit - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Botnetz zerschlagen: 17 Millionen GerĂ€te befreit - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Die niederlÀndischen Strafverfolgungsbehörden haben am Samstag ein massives Botnetz zerschlagen, das aus rund 17 Millionen infizierten GerÀten bestand. Bei der Operation wurden mehr als 200 Server eines lokalen Providers beschlagnahmt, wodurch ein globales CyberkriminalitÀtsnetzwerk lahmgelegt wurde.

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Infrastruktur im Visier der Ermittler

Das Botnetz umfasste Computer, Tablets, Smartphones sowie zahlreiche IoT-GerĂ€te – darunter Router, IP-Kameras und Smart-TVs. Die Ermittlungen begannen, nachdem ein Sicherheitsforscher dem niederlĂ€ndischen Nationalen Cyber-Sicherheitszentrum (NCSC) einen Hinweis gegeben hatte. Die TĂ€ter nutzten das Netzwerk fĂŒr Spam-Versand, Passwortdiebstahl, Phishing-Kampagnen und sogenannte DDoS-Angriffe, bei denen Server mit Datenmassen ĂŒberflutet werden.

Die technische Analyse zeigte: Die Angreifer hatten ihre Kommando- und Kontrollstruktur (C2) bei einem einzigen Internetanbieter zentralisiert. Diese BĂŒndelung wurde ihnen zum VerhĂ€ngnis – die niederlĂ€ndische Polizei nutzte diesen zentralen Schwachpunkt, um das gesamte Netzwerk zum Einsturz zu bringen. Sicherheitsexperten zufolge sind die nĂ€chsten 24 bis 72 Stunden entscheidend: In diesem Zeitfenster mĂŒssen die Behörden beobachten, ob die Betreiber versuchen, die Infrastruktur wieder aufzubauen.

Verbindung zu dubiosem Proxy-Dienst

Das zerschlagene Botnetz steht in engem Zusammenhang mit Asocks, einem sogenannten Residential-Proxy-Dienst. Das Unternehmen vermarktet sich als Anbieter legitimer IP-Adressen fĂŒr verschiedene Einsatzzwecke – tatsĂ€chlich leitete es den Datenverkehr aber durch die infizierten GerĂ€te ahnungsloser Nutzer. Die Abonnements kosteten zwischen fĂŒnf und 15 Euro pro Monat.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Asocks-Infrastruktur mit groß angelegten Schadsoftware-Operationen in Verbindung gebracht wird. Bereits 2024 hatten Forscher von HUMAN Security eine Verbindung zwischen Asocks und einem Botnetz namens Proxylib nachgewiesen. Damals stellte sich heraus, dass 28 Android-Apps aus dem Google Play Store rund 190.000 GerĂ€te ohne Zustimmung der Nutzer in ein Proxy-Netzwerk eingebunden hatten.

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Sicherheitsmaßnahmen und Ausblick

Das niederlĂ€ndische NCSC und verschiedene Sicherheitsfirmen haben Netzwerkbetreiber aufgefordert, nach verwaistem C2-Datenverkehr Ausschau zu halten – ein Hinweis auf möglicherweise noch infizierte GerĂ€te in den eigenen Systemen. Experten betonen zudem die Bedeutung von Sicherheitsupdates fĂŒr IoT-GerĂ€te und Heimnetzwerk-Router, um eine erneute Infektion zu verhindern.

Obwohl die primĂ€re Infrastruktur beschlagnahmt wurde, zeigt die Beteiligung eines in Russland ansĂ€ssigen Residential-Proxy-Unternehmens an der Verwaltung der kompromittierten GerĂ€te die anhaltenden Herausforderungen bei der grenzĂŒberschreitenden Verfolgung von CyberkriminalitĂ€t. Die Zerschlagung des 17-Millionen-GerĂ€te-Netzwerks dĂŒrfte die globale KapazitĂ€t fĂŒr automatisierte Cyberangriffe vorĂŒbergehend deutlich verringern.

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