Botnetz, Google

Botnetz zerschlagen: Google und FBI kaperten zwei Millionen GerÀte

Veröffentlicht: 03.07.2026 um 12:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Ein Botnetz mit ĂŒber zwei Millionen gekaperten Android-GerĂ€ten wurde zerschlagen. Die Betreiber verkauften die Bandbreite ahnungsloser Nutzer an Dritte.

Google, FBI und Lumen zerschlagen riesiges Android-Botnetz
Eine Nahaufnahme einer generischen Android-Streaming-Box, aus der rote Schaltkreislinien leuchten, die eine Botnet-Infektion symbolisieren. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die Infrastruktur namens NetNut und Popa hatte mehr als zwei Millionen private GerÀte weltweit gekapert. Im Visier der Hacker: billige Android-Streaming-Boxen und Smart-TVs.

Gekaperte Bandbreite als GeschÀftsmodell

Das Netzwerk funktionierte als „Residential Proxy“-Dienst. Die TĂ€ter verkauften die Internetverbindung ahnungsloser Nutzer an Dritte weiter – perfekt, um eigene IP-Adressen zu verschleiern. Der Zugriff erfolgte meist ĂŒber bösartige Software-Entwicklungskits in Apps oder vorinstallierte Schadsoftware auf gĂŒnstigen Android-TV-GerĂ€ten. Ein EinverstĂ€ndnis der Nutzer? Fehlanzeige.

Hinter dem Netzwerk steckt die Firma Alarum Technologies. Die gekaperten GerĂ€te wurden massiv fĂŒr illegale AktivitĂ€ten missbraucht. Allein in einer Woche im Juni identifizierten die Ermittler 316 verschiedene Bedrohungs-Cluster im NetNut-Netzwerk. Google deaktivierte die verknĂŒpften Konten und blockierte die betroffenen Apps ĂŒber Play Protect. Das FBI beschlagnahmte zudem die Domains.

Android-GerÀte im Visier

Die Zerschlagung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Besonders markenlose oder extrem gĂŒnstige Streaming-Boxen sind ein Sicherheitsrisiko. Ein weiteres Beispiel: Das AISURU-Botnetz schaffte es, innerhalb von nur 35 Sekunden zwei Millionen Android-GerĂ€te fĂŒr DDoS-Angriffe zu kapern.

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VerschĂ€rfend kommt KI ins Spiel. Spezialisierte Modelle wie Claude Fable 5 lassen sich fĂŒr CyberkriminalitĂ€t manipulieren – etwa zur Planung von Botnetzen fĂŒr IoT-GerĂ€te. Sicherheitsforscher von Check Point Research warnten zudem vor KI-generierter Ransomware. Ein dokumentierter Fall: Ein gefĂ€lschter „AI Avatar Enhancer“ verschlĂŒsselt Bilder auf Android-GerĂ€ten direkt ĂŒber den Chrome-Browser – ohne App-Installation.

Was Verbraucher jetzt tun sollten

Die Infektionen laufen meist unbemerkt im Hintergrund. Sicherheitsexperten raten: PrĂŒft eure installierten Apps kritisch und entfernt unbekannte Dienste zur Bandbreitenteilung. Im Verdachtsfall hilft ein ZurĂŒcksetzen auf Werkseinstellungen.

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Zur Vorsorge: Kauft Hardware von namhaften Herstellern und Ă€ndert Standardpasswörter sofort nach der Inbetriebnahme. Google will zudem die Sicherheitsrichtlinien verschĂ€rfen: Ab September 2026 wird eine verifizierte EntwickleridentitĂ€t fĂŒr Apps auf zertifizierten Android-GerĂ€ten Pflicht. Das soll die Verbreitung von Schadsoftware durch anonyme Akteure eindĂ€mmen.

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