Büroflächen-Umwandlung: Berlin und München bauen 800+ Wohnungen
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 12:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Gleichzeitig fehlt Wohnraum. Die Immobilienbranche denkt um.
Berlin und München machen den Anfang
Allein in Berlin stehen rund zwei Millionen Quadratmeter Büros leer. München kommt auf 1,8 Millionen. Architekt Eike Roswag-Klinge von der TU Berlin schätzt: 50 bis 60 Prozent dieser Flächen könnten zu Wohnungen werden.
Das Projekt „Wilma 19" in Berlin-Lichtenberg zeigt, wie es geht. Aus einem ehemaligen Bürogebäude wurde ein genossenschaftliches Wohnhaus. Ein Modell mit Vorbildcharakter.
Der Bund legt nach: 2026 startet ein Förderprogramm mit bis zu 300 Millionen Euro. Investoren bekommen bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit, maximal 300.000 Euro pro Investor. München geht noch weiter und plant eine Umbauagentur ab 2027. Mit 2,78 Millionen Euro Budget und zwölf Vollzeitstellen sollen bis zu 10.000 neue Wohnungen entstehen.
Die Rock Capital Group macht Ernst: Am Zamilapark in München-Bogenhausen entstehen ab Anfang 2027 über 800 Wohneinheiten – vorwiegend kleinere Wohnungen.
Nachhaltigkeit wird zum Standard
Allein in Berlin stehen zwei Millionen Quadratmeter Büroflächen leer – ein Milliardengrab für Eigentümer. Doch 2026 startet ein Bundesförderprogramm mit bis zu 300.000 Euro pro Investor. Wer jetzt die Umwandlung plant, sichert sich nicht nur Zuschüsse, sondern schafft dringend benötigten Wohnraum. Jetzt Förderleitfaden anfordern
Neben der Umnutzung setzen Bauherren auf neue Konzepte. Das Cradle-to-Cradle-Prinzip und modulare Baukastensysteme reduzieren den ökologischen Fußabdruck. Lidl zeigt in Welzheim, wie es geht: Holzbauweise, Photovoltaik und Begrünung nach dem Schwammstadt-Prinzip.
Dachausbauten bieten ein weiteres Potenzial. Eine Untersuchung in Berlin-Mitte identifizierte kurzfristig 1.800 mögliche Wohnungen auf Dächern. Langfristig könnten es bis zu 10.000 sein. Baustadtrat Ephraim Gothe setzt dabei auf landeseigene Gesellschaften und Genossenschaften.
Klimaanpassung trifft auf Wohnungsnot
Die FONA-Strategie des Bundesforschungsministeriums fördert bis 2030 Module für zirkuläre Wertschöpfung und urbane Lebensqualität. Der globale Markt für die Green Economy soll von fünf Billionen Dollar (2025) auf sieben Billionen (2030) wachsen.
Der Widerspruch zwischen Wohnungsdruck und Klimaschutz wird zur zentralen Herausforderung. Investoren, die auf Cradle-to-Cradle und modulare Baukastensysteme setzen, senken Baukosten und erfüllen gleichzeitig die neuen Nachhaltigkeitsauflagen. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Ihre Bestandsimmobilie in wenigen Schritten umwandeln. Nachhaltigen Umbau-Leitfaden sichern
Städte wie Augsburg sind Vorreiter. Beim UN-Nachhaltigkeitsgipfel im Juli 2026 stellt die Stadt Projekte wie Lastenradverleih und Pfandbechersysteme vor. Doch der Bedarf an staatlicher Unterstützung explodiert: Für die fünfte Tranche des Bundesprogramms reichten Kommunen Projektvorschläge mit 928 Millionen Euro ein – verfügbar sind nur 80 Millionen.
Die Praxis zeigt die Konflikte. In Flensburg etwa kritisieren Experten die Planung eines Wohnquartiers in einer Kaltluftschneise. Der Widerspruch zwischen Wohnungsdruck und Klimaschutz bleibt die zentrale Herausforderung moderner Stadtplanung.
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