Burnout, AssistenzÀrzten

Burnout bei AssistenzĂ€rzten: Coimbra entwickelt KI-App fĂŒr individuelle Risiken

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 00:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

ZENU soll Belastungsmuster erkennen und mit individuell zugeschnittenen Übungen das psychische Wohlbefinden junger Mediziner unterstĂŒtzen.

UniversitÀt Coimbra entwickelt KI-App gegen Burnout bei AssistenzÀrzten
Ein ruhiger, modern gestalteter Krankenhausflur in natĂŒrlichem DĂ€mmerlicht ohne Personen. Illustration mit AI erstellt.

Die Belastung von Medizinern wĂ€hrend der Facharztweiterbildung rĂŒckt zunehmend in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen. An der UniversitĂ€t Coimbra entwickelt ein Forschungsteam eine mobile Anwendung, die der Entstehung von Burnout bei AssistenzĂ€rzten gezielt vorbeugen soll.

Das Projekt mit dem Namen RESOUT wird vom Institut fĂŒr Medizinische Psychologie der Medizinischen FakultĂ€t der UniversitĂ€t Coimbra geleitet und zielt darauf ab, psychische Belastungen im Klinikalltag frĂŒhzeitig abzufedern.

Hohe Belastung im Berufsalltag junger Mediziner

Hintergrund der Initiative sind Erkenntnisse zur mentalen Gesundheit angehender FachĂ€rzte. FrĂŒhere Studien der UniversitĂ€t Coimbra belegen, dass die Burnout-PrĂ€valenz im Assistenzarzt-Jahr bei ĂŒber 40 % liegt. Die stĂ€rksten Belastungsspitzen treten dabei wĂ€hrend des Internats auf.

Zudem verdeutlichen Vorarbeiten der UniversitĂ€t einen direkten Zusammenhang zwischen Überlastung und Behandlungsfehlern im medizinischen Alltag. Dieser Effekt wird teilweise durch ein Absinken der Empathie vermittelt. Auch Persönlichkeitsmerkmale spielen eine Rolle: Perfektionismus wirkt sich laut den Untersuchungen indirekt ĂŒber Burnout und eine verringerte EmpathiefĂ€higkeit auf die ArbeitsqualitĂ€t und das Wohlbefinden aus.

Algorithmen zur Erkennung individueller Risikomuster

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Um diesen Mechanismen entgegenzuwirken, setzt das Projekt auf digitale UnterstĂŒtzung. Die entwickelte Anwendung namens ZENU erfasst ĂŒber Fragebögen kontinuierlich GefĂŒhle, Verhalten und den gesundheitlichen Zustand der Nutzer. Die Teilnahme an dem Programm ist offen gestaltet und steht ĂŒber die App fĂŒr Android und iOS zur VerfĂŒgung.

Im Hintergrund analysieren Algorithmen auf Basis kĂŒnstlicher Intelligenz die emotionale Lage, Denkweisen sowie Verhaltens- und Gesundheitsdaten. Auf dieser Grundlage identifiziert das System individuelle Risikoprofile. Die App reagiert auf die ermittelten Belastungsmuster mit maßgeschneiderten Inhalten, darunter Übungen zu Achtsamkeit und SelbstmitgefĂŒhl.

Wissenschaftliche ÜberprĂŒfung und interdisziplinĂ€re Umsetzung

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Die Wirksamkeit des Ansatzes soll umfassend wissenschaftlich evaluiert werden. Die UniversitÀt Coimbra plant eine klinische Studie, die psychologische Fragebögen mit objektiven Messmethoden kombiniert. Dabei kommen Biomarker wie Cortisol sowie funktionelle Magnetresonanztomografien (fMRT) zum Einsatz, um neurologische und physiologische VerÀnderungen zu erfassen.

Das Vorhaben ist interdisziplinĂ€r aufgestellt: Am Projekt wirken auch Forscher des Centro de Imagem BiomĂ©dica e Investigação Translacional sowie des Departamento de Engenharia EletrotĂ©cnica e de Computadores der UniversitĂ€t Coimbra mit. Finanziert wird das Forschungsprojekt von der FCT und durch den Conselho Nacional do MĂ©dico Interno unterstĂŒtzt.

Perspektivisch soll das Werkzeug breiter zugĂ€nglich gemacht werden. FĂŒr die Zukunft ist eine kostenlose Nutzung der Anwendung fĂŒr AssistenzĂ€rzte sowie fĂŒr Angehörige anderer Gesundheitsberufe vorgesehen.

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