Burnout bei Medizinstudenten: 33,9 Prozent erfĂŒllen alle Kriterien
Veröffentlicht: 18.06.2026 um 08:06 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Besonders dramatisch ist die Lage bei angehenden Ărzten und LehrkrĂ€ften.
Jeder dritte Medizinstudent erfĂŒllt Burnout-Kriterien
Eine aktuelle Studie an zwei privaten medizinischen UniversitĂ€ten in Ăsterreich zeigt erschreckende Zahlen. Von 168 befragten Studierenden erfĂŒllen 33,9 Prozent auf allen drei Skalen des Maslach Burnout Inventory die Burnout-Kriterien.
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Die Symptome sind massiv: Ăber 86 Prozent der Befragten leiden unter emotionaler Erschöpfung, rund 82 Prozent stellen eine reduzierte akademische Effizienz fest. Hauptursachen? Eine schlechte Work-Life-Balance und fehlende psychische UnterstĂŒtzung wĂ€hrend des Studiums.
Die Daten wurden zwischen November 2025 und Januar 2026 erhoben und im Juni veröffentlicht.
LehrkrÀfte: Krankheitszahlen explodieren
Auch im Schulbereich verschĂ€rft sich die Lage dramatisch. Eine Befragung von ĂŒber 1.300 Schulleitungen aus dem Herbst 2023 zeigt den Trend: 2019 meldeten noch 37 Prozent eine Zunahme langer AusfĂ€lle durch psychische Erkrankungen. Ende 2023 waren es bereits 60 Prozent.
Das Land Bremen reagiert jetzt mit einem Pilotprojekt. Ab August 2026 erfassen LehrkrĂ€fte an neun ausgewĂ€hlten Schulen ihre Arbeitszeiten digital â inklusive Unterricht, Vorbereitung, Korrekturen und ElterngesprĂ€che. Die Ergebnisse sollen 2027 als Grundlage fĂŒr politische Entscheidungen dienen.
Der Allgemeine Schulleitungsverband Deutschlands (ASD) fordert zudem mehr multiprofessionelles Personal, besonders an sozial belasteten Standorten.
Junge Erwachsene besonders betroffen
Das Robert Koch-Institut liefert den gesellschaftlichen Rahmen. Rund 20 Prozent der Erwachsenen in Deutschland berichten von erhöhter Stressbelastung. Spitzenreiter ist die Gruppe der 18- bis 29-JÀhrigen.
Die Coping-Strategien entscheiden ĂŒber die Belastung: Aktives Problemlösen und FlexibilitĂ€t senken den Stress. VerdrĂ€ngung und Wunschdenken? Die treiben ihn hoch.
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Achtsamkeit statt Störsender
Die UniversitĂ€t Leipzig geht mit dem Programm âMeTAzeitâ in die Offensive. Achtsamkeitstraining, Bewegung und Meditation sollen Selbstregulation bei SchĂŒlern und LehrkrĂ€ften stĂ€rken. Beteiligt sind unter anderem das Immanuel-Kant-Gymnasium und die Wilhelm-Hauff-Grundschule.
Gleichzeitig kĂ€mpft das Bildungswesen mit neuen digitalen Stressoren. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) kritisiert KI-gestĂŒtzten Unterschleif bei PrĂŒfungen. Das Kultusministerium lehnt Störsender aus rechtlichen GrĂŒnden ab und setzt auf organisatorische MaĂnahmen und klassische Kontrollen.
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