Burnout-Epidemie: Psychische Erkrankungen steigen um 6,9 Prozent
30.05.2026 - 13:48:40 | boerse-global.deDaten aus dem Jahr 2025 und aktuelle Erhebungen zeigen: Psychische Erkrankungen sind lĂ€ngst ein wirtschaftlicher Risikofaktor. WĂ€hrend die Politik ĂŒber flexible Arbeitszeiten debattiert, setzen Firmen auf PrĂ€ventionsprogramme â mit messbarem Erfolg.
Chronischer Stress im Job raubt tĂ€glich wertvolle Energie und gefĂ€hrdet langfristig die Gesundheit. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 5 SofortmaĂnahmen fĂŒr mehr Ausgeglichenheit und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Kostenlosen Work-Life-Balance-Guide herunterladen
Krankenstand auf Rekordniveau
Die Fehlzeiten steigen rasant. Versicherte der DAK-Gesundheit waren 2025 im Schnitt 19,5 Kalendertage krank â ein Krankenstand von 5,4 Prozent. Besonders alarmierend: Psychische Erkrankungen legten um 6,9 Prozent zu. Auf 100 Versicherte kamen 366 Fehltage. Ăber alle Kassen hinweg lag der Durchschnitt bei 14,5 Tagen.
Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm. Laut âReturn on Wellbeing Report 2026â sehen 90 Prozent der Unternehmen die Bindung von Top-Talenten als PrioritĂ€t. 23 Prozent nennen chronischen Stress als Hauptbelastung, 21 Prozent allgemeine Ăberlastung. 76 Prozent der HR-Verantwortlichen berichten von steigenden Kosten durch sinkende mentale Gesundheit.
PrÀvention lohnt sich
Doch es gibt Hoffnung. 95 Prozent der Unternehmen messen inzwischen den Return on Investment ihrer Wellbeing-Programme. Und die Zahlen sprechen fĂŒr sich: 75 Prozent erzielen einen ROI von ĂŒber 50 Prozent.
Der Hirnforscher Volker Busch von der Uniklinik Regensburg plĂ€diert fĂŒr eine âStressimpfungâ statt reiner Vermeidung. Warnsignale wie Leistungsabfall, Herzrasen oder Schlafstörungen mĂŒsse man ernst nehmen. Sonst nehme chronischer Stress pathologische AusmaĂe an. Besonders junge FĂŒhrungskrĂ€fte seien gefĂ€hrdet â ihnen fehle oft die Autonomie in ihren Rollen.
Streit um Arbeitszeit
Die rechtlichen Rahmenbedingungen Ă€ndern sich. Seit einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom September 2022 ist die Arbeitszeiterfassung Pflicht. Ein konkretes Gesetz zur digitalen Umsetzung wird 2026 erwartet â VerstöĂe sollen mit BuĂgeldern geahndet werden.
Die neue Pflicht zur Arbeitszeiterfassung stellt viele Betriebe vor rechtliche HĂŒrden, doch die Umsetzung muss nicht kompliziert sein. Mit diesem Gratis-E-Book erhalten Sie alle gesetzlichen Vorgaben sowie fertige Mustervorlagen fĂŒr eine sofortige, rechtssichere Dokumentation. Gratis-Ratgeber zur Arbeitszeiterfassung sichern
Arbeitsministerin Bas plant zudem eine Reform des Arbeitszeitgesetzes. Ihr Entwurf fĂŒr Juni 2026 sieht die Umstellung von tĂ€glicher auf wöchentliche Höchstarbeitszeit vor. Ăkonom Oliver Stettes vom IW schlĂ€gt vor, dies zunĂ€chst auf BĂŒrobeschĂ€ftigte zu beschrĂ€nken.
Die Gewerkschaften laufen Sturm. Anja Piel vom DGB und Guido Zeitler von der NGG warnen vor gesundheitlichen SchĂ€den. Eine DGB-Umfrage zeigt: 53 Prozent der BeschĂ€ftigten wollen kĂŒrzere Arbeitszeiten. Gleichzeitig fĂŒhlen sich 29 Prozent der MĂ€nner und 40 Prozent der Frauen hĂ€ufig oder sehr hĂ€ufig ausgebrannt.
Brennpunkte in Kitas und Beratung
Besonders betroffen: Gesundheitswesen und Bildung. Im Krankenstand liegt die Gesundheitsbranche bei 6,2 Prozent. In Berlin fehlen Kita-FachkrĂ€fte im Schnitt 36 Tage pro Jahr. 89 Prozent fĂŒhlen sich stark belastet, ergab eine Verdi-Umfrage.
Auch in der Unternehmensberatung brodelt es. Eine LĂŒnendonk-Studie aus 2022 zeigte: Jedes zweite Beratungshaus fĂŒrchtet die Mitarbeiterflucht. Drei von zehn Firmen haben eine Fluktuationsrate von ĂŒber 15 Prozent. Entscheidend sei die QualitĂ€t der Projektleitung, so Experten.
Krankenkassenvorstand Andreas Storm fordert einen Krankenstands-Gipfel im Kanzleramt. Ein Vorschlag: Teilkrankschreibungen, um den Wiedereinstieg flexibler zu gestalten. So lieĂen sich vollstĂ€ndige AusfĂ€lle vermeiden.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
