Butter oder Margarine: Warum der Fettunterschied beim Backen entscheidend ist
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 19:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Wahl zwischen Butter und Margarine entscheidet beim Backen nicht nur ĂŒber den Geschmack, sondern beeinflusst maĂgeblich die chemischen Prozesse im Ofen sowie das NĂ€hrwertprofil der fertigen Backwaren.
Wie die Lebensmittelwissenschaftlerin Rosemary Trout von der Drexel University in BeitrĂ€gen fĂŒr die Plattform The Conversation darlegt, unterscheiden sich beide Fette in ihrer Zusammensetzung grundlegend voneinander.
WÀhrend Butter typischerweise einen Fettanteil von mindestens etwa 80 Prozent aufweist und der Rest aus Wasser sowie Milchbestandteilen wie Proteinen und Laktose besteht, basiert Margarine auf Pflanzenölen.
Die in der Butter enthaltenen Milchbestandteile sorgen beim Erhitzen fĂŒr BrĂ€unungsprozesse und ein karamelliges Aroma. Bei Margarine, die oft durch Interesterifizierung umgeestert wird und dadurch ohne Transfette auskommt, fehlen diese Proteine und Zucker weitgehend, wodurch keine vergleichbaren Röstaromen entstehen.
Physikalische Eigenschaften im Backprozess
Der Wasseranteil in der Butter spielt fĂŒr die Textur eine entscheidende Rolle. Beim Backen verdampft das enthaltene Wasser und erzeugt Dampf, der beispielsweise bei BlĂ€tterteig fĂŒr eine blĂ€ttrige Struktur sorgt. Margarine wiederum zeichnet sich durch ein kontrollierteres und gleichmĂ€Ăigeres Schmelzverhalten aus und bietet eine lĂ€ngere Haltbarkeit, wobei der Wassergehalt je nach Produkt variiert.
Beim praktischen Einsatz in Rezepten kommt es auf die Konsistenz des Fetts an. Weiche Streich- oder Squeeze-Margarine verfĂŒgt ĂŒber einen höheren Wasser- und einen geringeren Fettanteil, was die Festigkeit des Teigs verĂ€ndern kann.
Fachleute weisen darauf hin, zum Backen ausschlieĂlich ausdrĂŒcklich geeignete Backmargarine zu nutzen. Ein 1:1-Austausch von Butter gegen Margarine gelingt bei RĂŒhrteigen meist problemlos, fĂŒhrt jedoch bei empfindlicheren Rezepten zu Abweichungen im Ergebnis.
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NĂ€hrstoffprofile und gesundheitliche Aspekte
Auch aus ernĂ€hrungsphysiologischer Sicht unterscheiden sich die beiden Produkte deutlich. Butter besteht aus Milchfett mit vielen gesĂ€ttigten FettsĂ€uren sowie Cholesterin. Sie enthĂ€lt etwa zwei Drittel gesĂ€ttigte FettsĂ€uren und rund 240 mg Cholesterin pro 100 g. GesĂ€ttigte FettsĂ€uren stehen im Verdacht, bei ĂŒbermĂ€Ăigem Verzehr das LDL-Cholesterin zu erhöhen.
Rund 58 Prozent der Erwachsenen in Deutschland weisen erhöhte Cholesterinwerte auf, wobei Butter das Cholesterin nicht aktiv senken kann. Als Richtwert fĂŒr Erwachsene gelten bei einer ausgewogenen ErnĂ€hrung etwa 15 bis 30 g Butter pro Tag.
Margarine wird hingegen aus pflanzlichen Ălen gewonnen und weist je nach Rezeptur einen höheren Anteil ungesĂ€ttigter FettsĂ€uren auf. Rapsölmargarine enthĂ€lt beispielsweise 0 mg Cholesterin sowie einen hohen Anteil an Omega-3-FettsĂ€uren. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung empfiehlt seit Jahren, gesĂ€ttigte FettsĂ€uren durch mehrfach ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren zu ersetzen und pflanzliche Ăle und Fette zu bevorzugen.
Hinsichtlich der Energieaufnahme liegen beide Produkte nah beieinander: Ein gestrichener Esslöffel Butter liefert etwa 75 kcal, wĂ€hrend Margarine auf rund 72 kcal kommt; beide Vollfettvarianten bewegen sich ĂŒblicherweise bei 70 bis 75 kcal pro Esslöffel.
Erhöhte Cholesterinwerte mĂŒssen nicht das Ende Ihrer Backleidenschaft sein: Rapsölmargarine liefert 0 mg Cholesterin und mehr ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren als Butter. Die Checkliste zeigt, welche Backfette sich fĂŒr cholesterinarmes Backen eignen â und wo harte Backmargarine doch gesĂ€ttigte FettsĂ€uren mitbringt. Checkliste cholesterinarme Backfette sichern
In der EuropÀischen Union muss Margarine zwischen 80 und 90 Prozent Fett enthalten, darunter fallen auch sogenannte Streichfette. Seit 2021 gilt zudem ein EU-Grenzwert von maximal 2 g industriellen TransfettsÀuren pro 100 g Fett, wobei moderne Pflanzenmargarinen meist unter 1 g pro 100 g liegen.
Dennoch bleibt die Zusammensetzung entscheidend: WĂ€hrend weiche Streichfette wenig gesĂ€ttigte FettsĂ€uren aufweisen, enthalten harte Backmargarinen im Block gröĂere Mengen davon. Bei gĂŒnstigen Produkten mit Palmöl oder gehĂ€rteten Fetten ist weiterhin auf die Fettzusammensetzung zu achten.
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