BVDW-KI-Knigge: Neue Leitplanken für Modelle, Kennzeichnung und Agenten
Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 10:42 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hat am 5. November 2026 seinen ersten KI-Knigge vorgestellt. Die Publikation versteht sich als Verhaltenskodex für den Einsatz künstlicher Intelligenz im Arbeitsalltag, wie adwoche.de in einem Bericht vom 8. November 2026 meldete.
Das Dokument soll ausdrücklich kein starres Regelwerk darstellen, sondern Beschäftigten und Unternehmen eine praxisnahe Orientierung bieten. Strukturiert ist der Leitfaden entlang der drei Dimensionen des ESG-Ansatzes: Umwelt, Zusammenarbeit und Verantwortung. Verfasst wurde das Werk von Maike Scholz aus dem Lab Responsible AI for Business der Deutschen Telekom.
Effizienz und Ressourcenschonung bei Modellen
Ein zentraler Aspekt der Richtlinie betrifft die Umweltwirkung beim Rechnereinsatz. Der BVDW empfiehlt Unternehmen, bei Aufgabenstellungen stets mit dem kleinsten und schnellsten verfügbaren Modell zu beginnen. Formate wie Mini- oder Flash-Modelle sollten Vorrang haben. Erst wenn sich die Qualität der Ergebnisse als unzureichend erweise, sei der Wechsel auf ein größeres, rechenintensiveres Sprachmodell ratsam.
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Darüber hinaus rät der Verband den Beschäftigten, bereits vor dem Absenden einer Anfrage abzuwägen, ob nicht bereits eine herkömmliche Suchmaschine für das gewünschte Ergebnis ausreicht. Dieser Ansatz soll den Ressourcenverbrauch bei alltäglichen digitalen Arbeitsschritten minimieren.
Transparenz und Gefahren durch Schatten-KI
Hinsichtlich der betrieblichen Zusammenarbeit betont der Leitfaden die Bedeutung klarer Kennzeichnungen. Der BVDW regt an, KI-generierte Bilder, Audioinhalte und Videodateien im Zweifel auch bei einer rein internen Verwendung zu markieren. Diese Empfehlung geht über gesetzliche Vorgaben zur Kennzeichnung von Deepfakes hinaus und soll Fehlinterpretationen im Arbeitsumfeld vorbeugen.
Gleichzeitig warnt der Verband vor den Gefahren einer sogenannten Schatten-KI. Fehlen in Unternehmen klare Vorgaben für den Einsatz moderner Werkzeuge, griffen Mitarbeiter häufig eigenmächtig auf nicht freigegebene Tools zurück. Dies berge erhebliche Risiken für den Datenschutz und die betriebliche Vertraulichkeit.
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Klare Regeln für autonome KI-Agenten
Für den Betrieb fortschrittlicher KI-Agenten formuliert der BVDW feste Leitplanken. Demnach muss jedem eingesetzten Agenten zwingend eine verantwortliche Person zugewiesen werden. Zudem seien die Zugriffsrechte der Systeme strikt zu begrenzen.
Bevor Agenten in den Produktivbetrieb gehen, empfiehlt der Verband umfassende Tests in geschützten Sandbox-Umgebungen. Bei geschäftskritischen Entscheidungen sowie bei jeglicher externen Kommunikation sieht das Konzept des Verbands zudem verbindliche menschliche Freigaben vor, um unkontrollierte Systemhandlungen auszuschließen.
