Cannabis-Studie der WSU: Placebo senkt Stressgefühl ebenso wie THC
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 00:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine wissenschaftliche Untersuchung der Washington State University (WSU) unter der Leitung der Psychologie-Professorin Carrie Cuttler liefert neue Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Stressbewältigung.
Die im Fachjournal Neuropsychopharmacology (DOI: 10.1038/s41386-026-02533-9) veröffentlichte Studie analysierte, wie sich die Inhalation von Tetrahydrocannabinol (THC) auf das subjektive Empfinden sowie auf verschiedene messbare körperliche Stressmarker auswirkt.
Methodik der placebokontrollierten Untersuchung
Für die randomisierte und doppelblinde Studie wurden 120 Personen herangezogen, die regelmäßig Cannabis konsumieren. Die Teilnehmenden wurden in drei Versuchsgruppen unterteilt, in denen entweder ein Placebo, eine Dosis von 20 mg THC oder eine Dosis von 40 mg THC inhaliert wurde.
Um die kurz- und mittelfristigen Effekte zu erfassen, führten die Forscher die Messungen der relevanten Daten jeweils fünf Minuten sowie eine Stunde nach dem Vaping-Vorgang durch.
Diskrepanz zwischen Empfinden und körperlicher Reaktion
Die Auswertungen der WSU-Studie zeigen ein differenziertes Bild hinsichtlich der Entspannungswirkung. Laut Berichten vom 23. September 2026 gaben Teilnehmende aus allen drei Gruppen an, signifikant weniger Stress zu verspüren. Ein statistischer Nachweis, dass die tatsächliche Inhalation von Cannabis den subjektiv empfundenen Stress stärker senkt als das Placebo, konnte dabei nicht erbracht werden.
Die Studie der Washington State University zeigt: Alle drei Gruppen — Placebo, 20 mg und 40 mg THC — berichteten nach dem Inhalieren deutlich weniger Stress. Ein statistischer Nachweis, dass THC das Stressgefühl stärker senkt als das Placebo, ließ sich nicht erbringen. Wer seinen Stress nachhaltig senken will, findet in diesem kostenlosen Report evidenzbasierte Wege, die ohne Substanzen auskommen. Jetzt kostenlosen Stress-Report anfordern
Zwar fühlten sich die Probanden nach der Nutzung von THC-haltigen Produkten deutlich entspannter, doch die physiologischen Reaktionen des Körpers korrelierten nicht zwangsläufig mit diesem Empfinden. Die Studienleiterin Carrie Cuttler wies darauf hin, dass die wahrgenommene Entspannung zu einem erheblichen Teil auf einen Placebo-Effekt zurückzuführen sein könnte.
Auswirkungen auf Cortisolspiegel und Herzfrequenz
Bei den physiologischen Stressindikatoren beobachteten die Wissenschaftler spezifische Veränderungen nach dem THC-Konsum. Der Spiegel des Stresshormons Cortisol sank bei den Probanden, die THC inhalierten, im Vergleich zur Placebo-Gruppe signifikant. Dieser Effekt war jedoch nicht von Dauer; das Cortisolniveau stieg nach dem kurzzeitigen Abfall schnell wieder an und hatte sich bereits vor der nächsten Messung wieder erholt.
Gleichzeitig löste der Konsum eine Belastung des Herz-Kreislauf-Systems aus. Die Herzfrequenz der Teilnehmenden stieg nach dem Vaping von THC an. Besonders deutlich war dieser Effekt in der Gruppe mit der höheren Dosierung von 40 mg THC im Vergleich zur Kontrollgruppe messbar. Eine signifikante Änderung der Herzratenvariabilität wurde hingegen nicht festgestellt.
Fehlende Korrelation der Stressindikatoren
Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist, dass die verschiedenen untersuchten Stressindikatoren nicht miteinander korrelierten. Während die Hautleitfähigkeit bei den THC-Nutzern niedriger ausfiel, standen die erhöhte Herzfrequenz und der kurzzeitige Cortisolabfall in keinem direkten statistischen Zusammenhang mit der von den Probanden berichteten psychischen Entspannung.
Bei den Teilnehmenden, die THC inhalierten, stieg die Herzfrequenz — besonders deutlich in der höheren Dosierung von 40 mg. Der Cortisolspiegel sank nur kurzzeitig und hatte sich vor der nächsten Messung bereits wieder erholt. Wer auf sein Herz-Kreislauf-System achtet, findet in diesem kostenlosen Leitfaden natürliche Alternativen zur Stressbewältigung. Natürliche Stressbewältigung jetzt entdecken
Zusammenfassend deuten die Daten darauf hin, dass die subjektiv wahrgenommene Stressminderung durch Cannabis nicht deckungsgleich mit einer objektiven körperlichen Entspannung ist. Vielmehr reagiert der Organismus auf die Zufuhr von THC teilweise mit Stressreaktionen wie einem erhöhten Puls, während die psychologische Entlastung auch bei einer placebobasierten Anwendung eintritt.
