CAR-T-Zellen: 10 von 12 Lupus-Patienten erreichen Remission
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 05:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Einsatz von CAR-T-Zellen, eine ursprünglich für die Krebstherapie entwickelte Methode, erzielt in der Behandlung schwerer rheumatischer Autoimmunerkrankungen zunehmend klinische Erfolge. Ein wegweisender Fall aus dem Jahr 2021 markiert den Beginn dieser Entwicklung: Der Immunologe Georg Schett aus Erlangen berichtete von einer 20-jährigen Patientin mit Systemischem Lupus Erythematodes (SLE), die nach einem individuellen Heilversuch mittels CAR-T-Zellen vollständig genas. Seit diesem ersten Erfolg wurden laut den vorliegenden Berichten rund 60 weitere schwerkranke Patienten mit ähnlichen Ergebnissen behandelt.
Klinische Resultate und therapeutische Wirksamkeit
Die CAR-T-Zelltherapie zielt bei Autoimmunerkrankungen primär auf die Eliminierung autoreaktiver B-Zellen ab, die den Marker CD19 tragen. Aktuelle klinische Daten verdeutlichen das Potenzial dieses Verfahrens. In einer Untersuchung zu SLE erreichten beispielsweise 10 von 12 behandelten Patienten nach einem Zeitraum von sechs Monaten eine Remission. Fachleute beobachten, dass die Therapie eine tiefgreifende Reprogrammierung des Immunsystems ermöglicht, was bei einem Großteil der bisher behandelten schwerstkranken Personen zu einer signifikanten Verbesserung des Gesundheitszustands führte.
Neben der Anwendung bei Lupus zeigen sich auch Fortschritte in anderen Bereichen. Während bei soliden Tumoren, wie dem Mesotheliom, in Kombination mit PD-1-Inhibitoren Ansprechraten von 27 Prozent erzielt wurden, liegt der Fokus in der Rheumatologie weiterhin auf der gezielten Ausschaltung krankheitsverursachender Immunzellen. Für das multiple Myelom wurde bereits im März 2025 eine spezifische Zulassung für eine BCMA-CAR-T-Zelltherapie durch die FDA erteilt.
Erhalt der Fertilität und erfolgreiche Schwangerschaften
Ein wesentlicher Aspekt für die meist jungen Patientinnen ist die Auswirkung der Therapie auf die Familienplanung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Chemotherapien scheint die CAR-T-Zelltherapie die Ovarialfunktion zu erhalten. Eine im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie untersuchte den Verlauf bei 12 Frauen, die nach einer solchen Behandlung schwanger wurden.
Die CAR-T-Zelltherapie zeigt bei schwerem Lupus beeindruckende Erfolge: 10 von 12 Patienten erreichten eine Remission. Gleichzeitig bleibt die Fruchtbarkeit erhalten – sieben Frauen brachten nach der Behandlung gesunde Kinder zur Welt. Erfahren Sie in unserem kostenlosen Report, ob diese Therapie auch für Sie in Frage kommt. Jetzt Report anfordern
Die Ergebnisse der Jahre 2025 und 2026 belegen, dass sieben Frauen gesunde Kinder zur Welt brachten, während bei fünf weiteren Patientinnen normale Schwangerschaftsverläufe verzeichnet wurden. Die Konzeption erfolgte in einem Zeitraum von einem Monat bis zu dreieinhalb Jahren nach Abschluss der Therapie. Den Untersuchungen zufolge traten keine krankheitsspezifischen Schübe während der Schwangerschaften auf. Zudem wiesen die Neugeborenen normale Geburtsgewichte und unauffällige Immunprofile auf; neonatale Infektionen wurden nicht registriert. Eine aktive Schwangerschaft bleibt jedoch weiterhin eine Kontraindikation für den Beginn einer CAR-T-Zelltherapie.
Wirtschaftliche Faktoren und Risikoprofil
Die Einführung dieser Hochleistungsmedizin ist mit erheblichen Kosten verbunden. Eine Infusion schlägt mit rund 250.000 Euro zu Buche, wobei US-amerikanische Quellen Kosten von über 400.000 US-Dollar pro Behandlung nennen. Dem gegenüber steht jedoch eine massive Reduktion der Langzeitkosten: Experten gehen davon aus, dass die medizinischen Folgekosten nach einer erfolgreichen CAR-T-Zelltherapie um 90 Prozent sinken können, da lebenslange Medikationen und Krankenhausaufenthalte entfallen könnten.
Trotz der Erfolge bleibt die Behandlung mit Risiken behaftet. Zu den bekannten Nebenwirkungen zählt das Zytokinsturmsyndrom, eine heftige Immunreaktion. In seltenen Fällen wurde zudem das Auftreten von T-Zell-Krebs beobachtet. Aufgrund dieser Faktoren und der Komplexität des Verfahrens fordern Fachleute eine multidisziplinäre Betreuung der Patienten.
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Regulatorischer Rahmen und Marktzugang
Für eine breite Zulassung der CAR-T-Zelltherapie im Bereich der Rheumatologie sind umfangreiche Langzeitstudien erforderlich, die derzeit von Behörden wie der FDA und der EMA überwacht werden. Ein Schwerpunkt der aktuellen Entwicklung liegt zudem auf allogenen CAR-T-Zellen, die potenziell kostengünstiger und schneller verfügbar sein könnten. Dennoch bestehen weiterhin Barrieren beim Marktzugang, insbesondere hinsichtlich geografischer und sozioökonomischer Unterschiede bei der Verfügbarkeit dieser spezialisierten Therapieform.
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