CAR-T-Zelltherapie, Schwangerschaften

CAR-T-Zelltherapie: 14 Schwangerschaften bei Lupus ohne Komplikationen

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 20:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine NEJM-Studie des Uniklinikums Erlangen belegt: 14 Schwangerschaften nach CAR-T-Zelltherapie bei Lupus verliefen komplikationslos, alle Kinder sind gesund.

CAR-T-Zelltherapie bei Lupus: Sichere Schwangerschaften laut Studie
Modernes medizinisches Labor mit Mikroskop und medizinischen Unterlagen als Symbol für klinische Immunologie-Forschung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Anwendung der CAR-T-Zelltherapie bei Autoimmunerkrankungen markiert einen bedeutenden Wandel in der klinischen Immunologie. Standen bislang primär onkologische Indikationen im Vordergrund, rücken nun zunehmend chronisch-entzündliche Krankheitsbilder wie der systemische Lupus erythematodes (SLE) in das Zentrum der Forschung. Eine im Juli 2026 im New England Journal of Medicine veröffentlichte Untersuchung des Uniklinikums Erlangen liefert nun detaillierte Erkenntnisse darüber, inwiefern eine Schwangerschaft nach einer solchen Behandlung sicher und erfolgreich verlaufen kann.

Klinische Resultate und gesundheitliche Entwicklung der Kinder

Die dokumentierten Ergebnisse verdeutlichen eine positive Tendenz für Patientinnen mit schweren Autoimmunerkrankungen. In der Studie unter der Leitung von Prof. Georg Schett vom Uniklinikum Erlangen und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) wurden insgesamt 14 Schwangerschaften sowie 8 Geburten bei Frauen erfasst, die sich zuvor einer CAR-T-Zelltherapie unterzogen hatten. Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Immuntherapie (DZI) verliefen sämtliche Schwangerschaften ohne Komplikationen.

Besonderes Augenmerk lag auf dem Gesundheitszustand der Neugeborenen. Die Berichte bestätigen, dass alle Kinder gesund zur Welt kamen und über ein altersentsprechendes Immunsystem verfügten. In einer ergänzenden Auswertung mit Stand von Ende Mai 2026 wurde präzisiert, dass sieben Frauen gesunde Kinder gebaren, während zu diesem Zeitpunkt fünf weitere Schwangerschaften einen normalen Verlauf zeigten. Die betroffenen Frauen stammten aus verschiedenen Ländern, darunter Deutschland, Belgien, China, die Schweiz, Frankreich und die USA. Die Neugeborenen wiesen normale Geburtsgewichte auf, und es wurden keine erhöhten Infektionsraten oder Auffälligkeiten in den Immunprofilen der Säuglinge festgestellt.

Remission und Verzicht auf Immunsuppressiva

Ein zentraler Aspekt der Analyse betrifft den Gesundheitszustand der Mütter während und nach der Schwangerschaft. Sämtliche teilnehmenden Frauen befanden sich nach der CAR-T-Zelltherapie in einer stabilen Remission ihrer ursprünglichen Erkrankung, zumeist Lupus. Die Daten des Uniklinikums Erlangen zeigen, dass es bei keiner der untersuchten Patientinnen zu einem Wiederauftreten der Krankheitssymptome kam.

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Bemerkenswert ist hierbei der Umstand, dass für die Aufrechterhaltung dieses Zustands keine weitere Einnahme von Immunsuppressiva erforderlich war. Dies stellt einen signifikanten Fortschritt gegenüber konventionellen Behandlungsmethoden dar, bei denen während einer Schwangerschaft oft komplexe Medikationspläne zur Unterdrückung der Krankheitsaktivität notwendig sind. Die Konzeptionen erfolgten in einem Zeitraum von einem Monat bis zu 3,5 Jahren nach Abschluss der Zelltherapie auf natürlichem Weg.

Internationale Zusammenarbeit und fachliche Empfehlungen

Die wissenschaftliche Aufarbeitung dieses Themas basierte auf einer breiten internationalen Kooperation. Das Uniklinikum Erlangen arbeitete hierzu mit spezialisierten Zentren in Berlin, Paris, Bern, Leuven und New York zusammen. Diese globale Vernetzung ermöglichte die Zusammenführung der Daten von Patientinnen über Kontinentalgrenzen hinweg.

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Trotz der positiven Befunde betonen Fachleute die Notwendigkeit einer sorgfältigen klinischen Begleitung. Als wesentliche Voraussetzungen für eine Schwangerschaft nach einer CAR-T-Zelltherapie gelten das Abwarten einer stabilen Remissionsphase sowie eine kontinuierliche multidisziplinäre Betreuung der Patientinnen.

Die Forschungsarbeiten wurden durch eine Vielzahl von Institutionen und Förderprogrammen unterstützt. Dazu zählen unter anderem der Leibniz-Preis für Georg Schett, die Deutsche Krebshilfe sowie verschiedene Sonderforschungsbereiche wie der SFB 1755 (CASCAID) und der CRC/TRR221. Auch private Stiftungen wie die Staedtler-Stiftung sowie die Familien Bendel und Bleyl trugen zur Finanzierung der wissenschaftlichen Vorhaben bei. Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial der CAR-T-Zelltherapie, nicht nur die Krankheitslast bei Autoimmunerkrankungen zu senken, sondern auch die Lebensplanung betroffener Frauen nachhaltig zu ermöglichen.

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