CAR-T-Zelltherapie, Schwangerschaften

CAR-T-Zelltherapie: 14 Schwangerschaften trotz Immuntherapie möglich

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschungserfolge bei Herzfibrose, Arthritis und Darmerkrankungen: Neue Wirkstoffe und Therapieansätze geben Patienten Hoffnung.

Medizinische Durchbrüche: Neue Therapien bei chronischen Entzündungen
Ein medizinisches Mikroskop in einem modernen Labor, das die klinische Forschung an chronisch-entzündlichen Erkrankungen symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Forschung meldet gleich mehrere Durchbrüche bei der Behandlung chronisch-entzündlicher Erkrankungen. Neue Wirkstoffe, erweiterte Therapieoptionen und überraschende Studienergebnisse geben Hoffnung.

Schlüsselenzym gegen Herzmuskel-Vernarbung entdeckt

Forscher der MedUni Wien haben ein Enzym identifiziert, das bei Herzsarkoidose die Vernarbung des Herzgewebes vorantreibt. Die Studie, veröffentlicht am 31. Juli im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine, zeigt: Das Enzym MMP12 ist der entscheidende Treiber der Herzfibrose.

In Experimenten reduzierte die Hemmung von MMP12 Entzündungen und Gewebevernarbungen deutlich. Da passende Hemmstoffe bereits existieren, planen die Forscher nun eine klinische Studie.

Durchbruch bei entzündlicher Arthritis

Ein Team der Sun Yat-sen University um Prof. Zhongyu Xie hat die Pim1-Kinase als neuen Angriffspunkt gegen entzündliche Arthritis ausgemacht. Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis und axialer Spondyloarthritis ist diese Kinase stark erhöht und verstärkt Entzündungsprozesse.

Der bereits zugelassene Krebs-Wirkstoff Nilotinib hemmt die Kinase erfolgreich. In Mausversuchen linderte das Medikament Gelenkschwellungen und Gewebeschäden. Die Ergebnisse erschienen im Juli in der Fachzeitschrift Research.

Biosimilar erweitert Angebot bei Darmerkrankungen

Patienten mit Colitis ulcerosa und Morbus Crohn bekommen bald eine neue Behandlungsoption. FDA und EMA haben Ende Juli die Zulassungsanträge für den Biosimilar-Kandidaten PB016 angenommen. Das Präparat von Polpharma Biologics ist eine Kopie des etablierten Medikaments Entyvio (Vedolizumab).

Vermarktet wird das Mittel weltweit von Fresenius Kabi – mit Ausnahme von Nahost und Nordafrika. Die Zulassungsanträge stützen sich unter anderem auf eine Phase-3-Studie.

CAR-T-Zelltherapie: Schwangerschaften trotz Immuntherapie möglich

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Eine internationale Studie unter Leitung von Prof. Georg Schett (FAU Erlangen-Nürnberg) liefert ermutigende Daten zur Familienplanung nach CAR-T-Zelltherapie. Die im New England Journal of Medicine veröffentlichten Ergebnisse dokumentieren 14 Schwangerschaften und acht Geburten.

Alle Verläufe waren komplikationslos, die Kinder kamen gesund zur Welt. Bemerkenswert: Bei keiner der Frauen trat die ursprüngliche Autoimmunerkrankung erneut auf – trotz Verzicht auf Immunsuppressiva.

Warum Entzündungspatienten besondere Vorsorge brauchen

Menschen mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen haben ein fast doppelt so hohes Risiko für HPV-bedingte Krebsarten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Fachmagazin RMD Open. Ursachen sind das geschwächte Immunsystem und die Wirkung von Immunsuppressiva.

Fachleute empfehlen Betroffenen deshalb regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und die Prüfung einer HPV-Impfung.

Neues Zentrum für Augenerkrankungen in Mannheim

Die Universitätsmedizin Mannheim hat am 29. Juli das Dr. Rolf M. Schwiete Uveitis-Zentrum eröffnet. Mit 2,5 Millionen Euro von der gleichnamigen Stiftung gefördert, will das Zentrum die Forschung an nicht-infektiösen Entzündungen des Augeninneren vorantreiben. Zudem koordiniert es Leitlinien und das TOFU-Register.

Vitamin D: Differenzierte Betrachtung nötig

Die Forschung zeichnet ein differenziertes Bild von Vitamin D. Eine Studie im Journal of Endocrinological Investigation zeigt: Bei Patienten mit Fettlebererkrankung (MASLD) verbessert eine Supplementierung die Leberwerte signifikant. Ein Mangel korreliert mit schwereren Verläufen und höherem Fibrose-Risiko.

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Anders sieht es bei gesunden Senioren aus. Eine kanadische Übersichtsarbeit im BMJ kommt zu dem Ergebnis, dass Vitamin D plus Kalzium bei älteren Menschen ohne Osteoporose kaum vor Knochenbrüchen schützt. Stefan Pilz vom LKH-Uniklinikum Graz warnt jedoch vor voreiligen Schlüssen: „Diese Ergebnisse sind nicht auf Osteoporose-Patienten übertragbar. Für sie bleibt Vitamin D essenziell."

Fachgesellschaften empfehlen die Supplementierung weiterhin für Risikogruppen wie über 75-Jährige, Schwangere und Kinder.

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