CareTable in Köln-Sürth: Digitaler Aktivitätentisch fördert Fähigkeiten im Alter
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 12:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In zahlreichen Kommunen stehen derzeit die Gesundheitsförderung und die soziale Einbindung älterer Menschen im Fokus. Von Preisverleihungen für innovative Projekte gegen Einsamkeit bis hin zu technologischen Hilfsmitteln in der Pflege zeigen aktuelle Entwicklungen, wie Städte und Regionen auf die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft reagieren. Dabei rücken insbesondere die Prävention und die Förderung der Mobilität in den Mittelpunkt der kommunalen Arbeit.
Auszeichnungen für Engagement in Halle (Saale)
Im Rahmen der vierten städtischen Gesundheitskonferenz in Halle (Saale) wurde der Gesundheitspreis 2026 verliehen. Unter dem Leitmotiv „Aktiv und gesund – gemeinsam gegen Einsamkeit“ suchte die Stadt nach Projekten, die den sozialen Austausch fördern. Insgesamt gingen 25 Bewerbungen für die Auszeichnung ein.
Den ersten Platz, dotiert mit 750 Euro, belegte das Projekt „Senioren in Bewegung“. Der zweite Preis in Höhe von 500 Euro ging an die Initiative „Mitgehn – Gemeinsam statt einsam“, gefolgt vom CURSUS Pflegestützpunkt Halle auf dem dritten Platz, der 250 Euro erhielt.
Zusätzlich wurde ein Innovationspreis vergeben. Die mit 350 Euro dotierte Auszeichnung erhielt die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg für das KI-Projekt HAVA. Bewerber, die keine der Hauptauszeichnungen erhielten, wurden mit Stadtgutscheinen im Wert von jeweils 20 Euro gewürdigt.
Technologische Innovationen und Mobilitätsprojekte
Ein wachsender Trend in der Seniorenarbeit ist der Einsatz digitaler und technischer Lösungen. In Köln-Sürth wurde für das Matthias-Pullem-Haus ein sogenannter CareTable angeschafft. Dieser digitale Aktivitätentisch ermöglicht Bewohnern den Zugang zu Spielen, Musik und Rätseln.
Die Anschaffung wurde durch die Lebenskraft-Stiftung unterstützt und soll insbesondere kognitive sowie motorische Fähigkeiten fördern. Auch demenziell erkrankte Menschen oder Personen mit Sehbehinderungen können das Gerät nutzen.
Ähnliche Ansätze verfolgten DRK-Seniorenzentren in Fulda anlässlich des Welt-Alzheimertags. Dort kamen neben VR-Brillen auch der Roboter Pepper zum Einsatz. Im Seniorenzentrum Heilig Geist wurde zudem eine Bewegungsrallye mit Übungen für Gedächtnis und Motorik durchgeführt. Hintergrund dieser Maßnahmen ist die bundesweite Situation, in der schätzungsweise 1,8 Millionen Menschen mit Demenz leben.
Wer sich mit der Förderung geistiger Fitness und der Vorbeugung von Demenz beschäftigt, findet in diesem Ratgeber 11 praktische Alltagsübungen. Diese 11 Alltagsübungen halten Ihr Gehirn bis ins hohe Alter fit
Für mehr Mobilität sorgt in Oberkirch das Projekt „Radeln ohne Alter“. Ehrenamtliche Piloten bieten Bewohnern von Pflegeheimen kostenlose Ausflüge in Rikschas an.
Durch die Unterstützung der Franz- und Gabriele Hättig-Stiftung sowie des Vereins Altenpflegeheime konnte eine zweite Rikscha in Betrieb genommen werden. Die Stadt ist dem Verein „Radeln ohne Alter Deutschland e. V.“ beigetreten, einer Initiative, die international in über 40 Ländern aktiv ist.
Finanzpolitische Debatten und langfristige Strategien
Trotz des Engagements stehen viele Einrichtungen unter finanziellem Druck. In Bremen protestierten Vertreter von Begegnungszentren für eine bessere Ausstattung. Bei rund 160.000 Einwohnern über 60 Jahren existieren in der Stadt 28 solcher Zentren.
Die städtische Förderung für das Jahr 2026 wurde zwar um 5 % auf insgesamt 1,16 Millionen Euro angehoben, doch Träger kritisieren weiterhin Finanzierungslücken angesichts steigender Personal-, Betriebs- und Inflationskosten. Die jährliche Förderung pro Zentrum liegt zwischen 17.000 Euro und 46.000 Euro.
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Im Kanton Freiburg wurde hingegen ein umfassender Maßnahmenplan für die Jahre 2026 bis 2030 vorgestellt. Das Programm „Senior+“ umfasst 28 Maßnahmen und verfügt über ein Budget von 5,088 Millionen Franken. Dies entspricht einer Steigerung von rund 695.000 Franken gegenüber dem vorangegangenen Zeitraum. Ein Teilbetrag von 100.000 Franken ist explizit für Projekte reserviert, die den Austausch zwischen den Generationen fördern.
Kommende Veranstaltungen und regionale Vernetzung
Die Vernetzung der Akteure setzt sich in weiteren regionalen Veranstaltungen fort. In Leverkusen ist für den 26. September 2026 ein Gesundheitstag in der Wiesdorfer City geplant, der Angebote zu Prävention und Inklusion bündelt. Dies ist vor dem Hintergrund relevant, dass zum Jahresende 2023 etwa 10,7 % der Leverkusener Bürger eine Schwerbehinderung aufwiesen.
Am 1. Oktober 2026 findet zudem der neunte Schweriner Seniorentag statt, der unter dem Motto „Jung und Alt gemeinsam“ steht. Auch in der Region Lüneburg sind für diesen Tag kostenlose Angebote für Senioren angekündigt.
In Sontra endete kürzlich ein gemeinsamer Gesundheitstag von vier Kommunen im iGVZ, bei dem die Bürgermeister Carolin Gisselmann, Michael Weinert und Thomas Eckhardt die Bedeutung der regionalen Zusammenarbeit für das seelische Wohlbefinden und die Pflegeberatung unterstrichen.
